12/12/2018
"Sind wir die Spielwiese gieriger Konzerne oder geht es um die Erhaltung eines funktionierenden Gesundheitssystems?"
So die Aussage eines Pharmazeuten zum Rückzug des Gesundheitsministers vom geplanten Versandhandelsverbot im Koalitionsvertrag.
Nein, Apotheker haben keine Angst vor Konkurrenz. Aber bitte unter gleichen Ausgangsbedingungen. Und die sind nicht gegeben. Apotheken in Deutschland wird der Einkauf reguliert und für Rabatte im Einkauf gibt es eine Obergrenze - übersetzt heißt das, der Staat greift gesetzlich in den Markt ein - aber eben nur für deutsche Apotheker. Der holländische Versender dagegen kann billiger einkaufen, aus diesem Einkauf ominöse Rabatte an die Kunden weitergeben. Diese Rabatte sind dem deutschen Apotheker sogar verboten. Der holländische Versender muß auch nicht das gesamte Leistungsspektrum der deutschen Apotheke anbieten. Gerade die sehr kostenaufwändigen Posten Notdienst, Kühlware, Betäubngsmittel, Laborarbeiten werden nicht bedient - der deutsche Apotheker darf diese Leistungen nicht streichen, er ist gesetzlich gezwungen, all dies anzubieten.
Das die SPD Spahn dafür lobt, ist verständlich. Wenn eine Partei alles falsch macht - warum sollte sie gerade bei Arzneimittelsicherheit die richtigen Lösungen haben.
Nichts gelernt aus dem Valsartan-Skandal, nichts gelernt aus der Problematik gefälschter Arzneimittel.
Die Pille per Post - das bleibt auch weiterhin möglich. Gesundheitsminister Jens Spahn will den Versandhandel mit Medikamenten doch nicht verbieten. Um ein Apotheken-Sterben zu verhindern, sollen Apotheker aber besser honoriert werden. SPD und Verbraucherschützer unterstützen den Vorstoß.