15/12/2025
DER EIGENEN FREUDE FOLGEN
Das tun wir viel zu selten:
dem folgen, was uns innerlich eine kindliche Begeisterung schenkt.
Dem Raum geben, worin wir Zeit, Raum und manchmal sogar uns selbst vergessen,
weil wir einer Leidenschaft nachgehen.
Für manche ist es das Kochen,
für andere das Malen, für wieder andere Musik machen. Für manche ist es die sexuelle Hingabe. Und diese Liste ließe sich endlos fortsetzen.
Einige Lehrerinnen und Lehrer der spirituellen Szene gehen sogar so weit zu sagen, dass Dharma – unser Weg in die höchste Zeitlinie –darin besteht, unserer Freude zu folgen.
Dem lustvollen Erschaffen.
Dem kreativen Ausdruck.
Dem Sich-Zeigen in einer individuellen, authentischen Form.
Vielleicht ist genau das der Reichtum, nach
dem wir uns sehnen. Nicht als Ziel, sondern als Nebenprodukt. Denn wenn wir aus Freude kreieren, schwingen wir nicht nur höher, sondern werden paradoxerweise oft auch erfolgreicher –ohne dass Erfolg das eigentliche Anliegen wäre.
Weil wir zieloffener sind.
Weil wir präsenter sind.
Weil wir fähig werden, das Hier und Jetzt zu genießen, ohne uns permanent um das Morgen zu sorgen oder im Grübeln über das Gestern zu verharren.
Doch genau das fällt uns Menschen unglaublich schwer.
Wir sehnen uns nach Sicherheit.
Die Sicherheit, dass unsere Beziehung auch nächsten Monat noch Bestand hat.
Die Sicherheit, dass das, was wir erschaffen – unsere Kunst, unsere Arbeit, unser Ausdruck – auch Käuferinnen und Käufer findet. Die Sicherheit, genug Geld zu haben, um Miete und Rechnungen zu zahlen.
Das ist menschlich.
Das ist verständlich.
Und dennoch:
Wenn wir uns anschauen, wie viele Menschen im Hamsterrad des täglichen Abmühens gefangen sind,
wie viele sich erschöpft, leer oder depressiv fühlen, weil sie keinen Ausweg sehen, keinen Silberstreif am Horizont,
während die Rechnungen mehr werden
und die gefühlte Sicherheit immer weiter in die Ferne rückt –dann dürfen wir uns fragen,
ob die Sicherheit im Außen jemals erreicht werden kann.
Hinzu kommen Glaubenssätze.
Unsere eigenen –und die unserer Vorfahren.
„Kind, du musst doch etwas Vernünftiges lernen.“ „Davon kann man doch nicht leben.“
Und so werden unsere kreativen Flügel oft sehr früh beschnitten.
Wir werden beschämt, wenn wir unserer Freude folgen wollen. Als egoistisch oder
Als unvernünftig tituliert.
Unvernünftig –ein Wort, das fast wie ein Totschlagargument wirkt
gegen jede Form individueller Entfaltung.
Doch was wird damit eigentlich wirklich gesagt?
„Ich habe Angst, dass es dir später nicht gut geht.“ „Ich habe Angst, dass du nicht versorgt bist.“
Und aus dieser elterlichen Angst heraus
sollen wir uns lieber anpassen und nach gesellschaftlichen Normen spielen.
Vielleicht ist die höchste Kunst menschlichen Seins, sich selbst zu erlauben.
Nicht nur sich zu erlauben, der eigenen Freude zu folgen, sondern ganz generell sich selbst in seinem authentischen Sein.
💜 Für alle, die sich daran stören, dass S*xualität in meinen Texten aktuell eine so große Rolle spielt, denen sei gesagt, sie kann eine der höchsten Ausdrucksformen von Freude und von Genuss im gegenwärtigen Moment sein. Und es betrübt mich, wie viel Scham – und wie viel ungenutztes Potenzial –gerade auch in diesem Bereich liegt.
Wenn meine Texte auch nur ein ganz klein wenig dazu beitragen können, wieder mehr Lust und Leichtigkeit auch in diesem Feld zu erwecken, dann werde ich über S*x schreiben bis meinen Kritikern die Ohren glühen.
Denn ich bin ganz entschieden für mehr Freude. Gemeinsam für befreyte Zeiten.
Janina Freynhagen. www.befreyung.com