23/02/2026
„Ich möchte nicht.“
Drei Worte, die für viele selbstverständlich klingen – und doch so viel verändern können.
Vor eineinhalb Jahren sprach ein fast fünfjähriges Mädchen nur wenige, undeutliche Wörter. Vieles verstand sie nicht. Wenn sie im Alltag überfordert war, blieb ihr oft nur Schreien oder Schubsen, weil ihr die Worte fehlten. Freundschaften waren schwierig, der Kita-Alltag für sie sehr anstrengend.
In der Therapie haben wir konsequent am Wortbau gearbeitet, Sätze aufgebaut und Laute gefestigt. Mit Geduld, vielen Wiederholungen und dem Wissen, dass Entwicklung langsamer verläuft, wenn neben der Sprache auch die Kognition betroffen ist.
Heute versteht sie deutlich mehr von dem, was zu ihr gesagt wird. Sie spricht klarer, bildet längere Sätze und sagt „ich“ statt ihren Namen. Sie wird verstanden – und muss sich nicht mehr körperlich ausdrücken, um gehört zu werden.
Der größte Moment für ihre Mutter war jedoch etwas ganz Alltägliches: Beim Frühstück sagte sie ruhig: „Ich möchte nicht.“ Keine Tränen, kein Werfen, kein Schreien – sondern Worte.
Für viele selbstverständlich. Für diese Familie ein Wendepunkt.
Sprache bedeutet nicht nur Sprechen. Sprache bedeutet Teilhabe, Selbstbestimmung und Beziehung. Genau dafür arbeiten wir.