16/12/2023
Jedes Mal, wenn ich zur Therapie gehe, begleitet mich ein interessanter Gefühlsmix: Freude, dass ich wieder etwas Positives erleben werde, Neugier, was ich dieses Mal lernen werde und wie das Treffen verlaufen wird, aber auch... Angst.
Grund 1: Ich weiß, dass ich an etwas arbeiten werde, das für mich schwierig war und mir bis heute Unbehagen bereitet hat, daher ist es ein Akt des Mutes, diese vergangenen Traumata in irgendeiner Form anzusprechen. Mut ist das Handeln TROTZ der Angst, also in ihrer Gegenwart, mit dem Ziel, sie zu verstehen und... zu zähmen. Ein bisschen so, als würde man sein inneres... wildes Tier zähmen. Befriedigend, aber anstrengend.
Grund 2: Durch das zunehmende Vertrauen zum Therapeuten vertieft sich die Beziehung und dies erzeugt wiederum ... Angst vor Abhängigkeit und Bindung. Dies löst die Angst aus, verletzt zu werden, denn es sind die Menschen, denen du am meisten vertraust, die die Möglichkeit haben, dich am meisten zu verletzen. Weil du durch eine solche Person vor langer Zeit Schaden erlitten hast, zum Beispiel in Form von Vernachlässigung, Ablehnung, Verrat, geistiger oder körperlicher Gewalt.
Einerseits ist Sicherheit etwas, das ich suche und das ich brauche, um mich nach schwierigen Erfahrungen zu rehabilitieren. Andererseits ist es schwierig, sie wieder aufzubauen, weil ein Teil dieses Fundaments auf der Seite von ... der anderen Person liegt. Und jeder Mensch hat eine duale Natur.
Daher ist es gar nicht so einfach, eine vertiefende Beziehung zu einem Therapeuten aufzubauen.
Deshalb ist die Arbeit an sich selbst ein Akt verdammten Mutes.
Deshalb ist es ein so verantwortungsvoller Job, Therapeut zu sein.
Aber indem ich Vertrauen zu anderen entwickle, vertraue ich auch mir selbst und der Welt immer mehr.
Und Vertrauen ist der Glaube, dass letztendlich alles für meine ENTWICKLUNG geschieht
Entwicklung ist Vorwärtsbewegung und einfach... Leben.
Trotz der Angst bin ich der Meinung, dass es sich zum Leben lohnt, sich mutig dem Schwierigen zu stellen, denn dadurch lebt man mit jedem weiteren Schritt ein wenig erfüllter.
// ich fühle mich "n***t" wenn ich meine Persönliche Gedanke mit euch teile, dann passt hier diese selfie ingerdwie gut - ich sehe den Angst in mein Blick trotz mein Lächeln - und ich habe dafür viel Respekt von eure Ängste auch