07/02/2026
STILLER MUT
Jahrelang
bekämpfte ich Schattengestalten,
mein eigenes Ich.
Ich machte mich fertig,
verlor mich im Grübeln
über jedes Wort,
das ich einst sprach,
und jedes,
das ich aus Angst verschwieg.
Ich trauerte um Chancen,
die still an mir vorübergingen,
und um Augenblicke,
in denen meine Stimme
lauter war
als mein Zuhören.
Denn wieder und wieder
spüre ich dieses dumpfe Gefühl.
Es legt sich
wie ein bleierner Umhang
der Verlassenheit um mich,
nimmt mich ein
und lässt mich bedürftig zurück.
Mit den verstaubten Gedanken
einer alten Zeit:
nicht gewollt zu sein,
nicht zu passen,
zu viel zu sein.
Doch erbittert ist der innere Kampf
zwischen Festhalten und Loslassen,
zwischen Verstand
und Mitgefühl.
Zu verstehen,
dass das Wort Fehler
aus anderer Sicht
doch Helfer bedeutet.
So helfen und zwingen
genau diese Momente
aus alter Wut
und tiefer Traurigkeit,
anzuhalten
und zu trauern.
Weiterzugehen,
zu reflektieren,
und den vernarbten Wunden
warmherzig,
voller Sanftmut
zu begegnen.
Und vielleicht ist genau das
Teil des Weges:
mit stillem Mut
sich selbst
nicht länger zu verlassen.
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