26/01/2026
Wie das Fähnchen auf dem Turme 🎶
Heute wäre meine Mutter, die auch Groß- und Urgroßmutter war, 95 Jahre alt geworden.
Wir waren am Wochenende mit Hannes, einem ihrer 6 Urenkel am Grab, um eine Kerze anzuzünden.
Es ist eine Familiengruft, die Körper meiner Großeltern, meiner Patentante und meiner Eltern liegen dort.
Friedhof, das ist eher ein Symbolort, ein Andenkenort für mich.
Das, was die Verstorbenen ausgemacht hat, das liegt nicht dort. Weder in Asche noch im Sarg. Das, was sie ausgemacht hat, ist in meinem Herzen, in der Erinnerung und in einem großen Ganzen, dass ich Himmel nenne. Glaube ich.
Es freut mich, dass die Urenkelkinder den Friedhof als „Begegnungsort“ kennen, ihn nicht fürchten. Das auch damit Erinnerungen wach gehalten werden und neue Geschichten dazu kommen, die man sich so unterwegs erzählt. Familiengeschichten.
Besuchte ich früher mit meiner Familie das Grab, haben wir dort immer gebetet.
Das tue ich heute noch, weil‘s mir gut tut und auch, weil es mir eine gute Gewohnheit ist.
Jetzt waren mein Mann, unser Sohn und ich mit Hannes dort und ich frage : „Sollen wir beten?“
„Singen“, sagt Hannes.
Und dann mag er „Wie das Fähnchen auf dem Turme“ mit uns singen und bewegt die kleine Hand dabei - so, wie er es mit seiner Urgroßmutter auf ihrem Schoß, später im Pflegeheim noch vor dem Bett stehend gemacht hat.
Dieses Lied hat es, glaube ich, bei uns am Grab noch nicht gegeben. Meiner Mutter hätte es gefallen, ganz sicher.
Und irgendwie ist dieses Lied selbst ein Gebet.
Eines, das sich und uns bewegt, so wie das Fähnchen im Wind. 🎶♥️