11/02/2022
11.2. Tag des Notrufes 112
Für mich der Anlass mal an die (nicht) stillen und unsichtbaren Helden hinter der 112 zu denken.
Alle Bürger:innen kennen und lieben sie : die Held:innen der Feuerwehren und des Rettungsdienstes.
Aber wie werden sie gesehen ?
Mit voller Schutzausrüstung und dem Strahlrohr in der Hand rennen sie in das brennende Haus und tragen die hilflosen Menschen auf ihren Armen hinaus.
Das die Realität etwas anders aussieht wissen wir alle…
Trotzdem leisten die Kamerad:innen jeden Tag Großartiges.
Doch was ist mit denen die nicht auf der Straße gesehen werden, weil sie eingeschlossen in Sicherheitsbereichen ihren Dienst versehen ?
Sie nehmen den Notruf der Hilfesuchenden als Erste entgegen und hören als Erste die verzweifelten Hilferufe, das dringende Bitten um schnelle Hilfe.
Innerhalb weniger Sekunden müssen sie weitreichende Entscheidungen treffen ohne dabei ihre Augen und Hände benutzen zu können. Sie haben nur ihre Ohren zur Verfügung.
Sie überbrücken die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte vor Ort durch gutes Zureden, Erste-Hilfe Tipps und sogar Anleitungen zur Reanimation, manchmal leider auch bei Kindern.
Sie müssen Psychologen sein, die den Suizidenten davon abhalten sich das Leben zu nehmen, ohne das sie jemals speziell darin geschult wurden.
Manchmal gelingt das sogar…
Manchmal ist da aber plötzlich nur noch Stille am anderen Ende der Leitung…
Sie müssen den sehr aufgeregten und häufig unter Schock stehenden Anrufer jede Menge Fragen stellen und dabei auf deren Verständnis hoffen.
Sie sind Fachberater:innen in allen Lebenslagen : Kindererziehung, Geburtshelfer, Pannenhilfe, Support für Elektrogeräte, nachbarschaftliche Streitigkeiten, Beziehungstherapeuten, Suchtberater u.v.m.
Nicht selten müssen sie sich dabei am Telefon beschimpfen, beleidigen und sogar bedrohen lassen.
Es wird Ihnen sehr viel abverlangt mit einer extrem hohen Erwartungshaltung von Seiten der Anrufer, aber auch von Seiten des Dienstherren.
Das alles noch gekoppelt mit einer extrem dünnen Personaldecke, die vielerorts herrscht, dadurch eine hohe Zahl an Überstunden und langen Sitzzeiten an den Tischen.
Anerkennung durch den Dienstherren ist sicherlich in den meisten Fällen vorhanden, aber leider nicht immer sichtbar und schon gar nicht wird sie nach außen getragen.
Und trotz aller Widrigkeiten die uns im Alltag begleiten erledigen wir unseren Dienst am Bürger mit voller Leidenschaft und absoluter Professionalität.
Liebe Kamerad:innen auf den Leitstellen
Auch wenn es uns sonst keiner sagt :
Wir sind ein ganz wichtiger, wenn auch unsichtbarer Bestandteil der Feuerwehren und der Rettungsdienste und darauf können wir stolz sein.
Wir wissen was wir tagtäglich leisten und das darf auch ruhig mal laut ausgesprochen werden.
Haltet durch, bleibt gesund und behaltet euch euren Stolz und vor allem den Spaß an der Arbeit.
Auch psychische Probleme dürfen kein Tabu-Thema sein und niemand muss sich dafür schämen. Lasst euch helfen und versucht nicht alleine mit diesen Problemen fertig zu werden.
Darf gerne geteilt werden 💪💪