07/10/2025
🐄 Was steckt wirklich in der Dose, wenn „Rind“ draufsteht?
Viele denken, da wäre pures Rindfleisch drin – aber das stimmt so nicht.
Der Begriff „Rind“ bezeichnet nur die Tierart, nicht die Fleischqualität.
Das kann also alles vom Rind sein: Muskelfleisch, Herz, Lunge, Leber, Milz, Nieren, Pansen, Euter, Sehnen, Fett, Haut, Knochenanteile oder sogar Blut.
👉 Kurz gesagt: von der Nase bis zum Schwanz.
Solange alle Zutaten vom Rind stammen, darf das Futter so heißen – rechtlich völlig korrekt.
Das heißt aber nicht automatisch, dass hochwertiges Fleisch verarbeitet wurde.
Schau genau auf die Deklaration:
Steht dort nur „Rind“, weiß man nicht, welche Teile gemeint sind.
Stehen einzelne Bestandteile wie „Rindermuskelfleisch, Rinderherz, Rinderleber“, ist die Zusammensetzung offener und transparenter.
„Rindermuskelfleisch“ klingt hochwertig, ist es aber nicht automatisch.
Im Futtermittelbereich zählt dazu alle quergestreiften Muskeln, auch Schlund, Zunge oder Herz, oft mit Fett und Bindegewebe.
Ein gewisser Anteil ist unproblematisch, zu viel Bindegewebe senkt die Eiweißqualität und erschwert die Verdauung.
Bindegewebe besteht überwiegend aus Kollagen. Ein kleiner Anteil ist ok, ein hoher Anteil kann zu weniger gut verwertbarem Eiweiß, weichem Kot oder Blähungen führen.
Hersteller halten sich an die gesetzlichen Vorgaben und dürfen alles vom Rind verwenden, das hygienisch unbedenklich ist. Das ist erlaubt. Gleichzeitig sind es Unternehmen, die Geld verdienen wollen, daher werden häufig günstigere Nebenprodukte eingesetzt, die weiterhin als Rind gelten.
Fazit für die Praxis
Zutatenliste, offene Deklaration und Prozentangaben sind hilfreich, sie liefern aber keinen Beweis für hohe Qualität.
Achte auf klare Einzelnennungen statt Sammelbegriffen und bewerte das Gesamtbild des Produkts.