21/01/2026
Du glaubst, du würdest merken, wenn du schlechter hörst?
Spoiler: Genau das ist das Problem.
Schwerhörigkeit kommt selten über Nacht. Sie kommt wie ein leiser Dieb und du gewöhnst dich daran. Monat für Monat, bis du denkst: Ich bin einfach nur müde. Oder die anderen nuscheln halt. Dabei hat dein Gehör inzwischen nachgelassen.
Ein paar medizinische Fakten, die dich kurz wachrütteln könnten:
Hören ist nicht Verstehen und Schwerhörigkeit ist nicht nur leiser
In Deutschland sind etwa 11–12% der Bevölkerung schwerhörig (ca. 9–10 Millionen Menschen, EuroTrak 2025: 9,24 Mio. selbst wahrgenommene Hörminderung; WHO: 12%). Weltweit betrifft es rund 1,5 Milliarden Menschen (ca. 18% Erwachsene), steigend auf 2,5 Mrd. bis 2050.
Hörgeräte machen nicht automatisch „klar und laut.“ Sie machen lauter. Leider auch Kaffeemaschine, Föhn, Klappern, Nebengeräusche. Wenn du jemanden kennst, der sagt: „Es ist lauter, aber nicht besser“ – das ist kein Drama-Charakterzug, das ist Physik plus Biologie.
Und jetzt der pragmatischste Selbsttest der Woche:
Schau deinem Gegenüber beim Sprechen bewusst ins Gesicht. Eine Woche lang. Wenn du merkst, dass es dadurch deutlich leichter wird zu verstehen, ist das ein ernstzunehmender Hinweis: Da wird gerade kompensiert.
Wenn du mehr willst, hör dir die neue Podcastfolge an mit . Taub mit Hörresten, Cochlea-Implantat, Gebärdensprachlehrer. Der Mann erklärt Schwerhörigkeit so, dass du sie sofort verstehst. Ja, in meinem Podcast.
Und ja: Du wirst danach anders zuhören.
Sei bewusst. Sei mindful. Hör dir die Folge an.