07/03/2026
Plakativ war der Aufruf allemal. Um für ihre Idee einer ehrenamtlichen Patientenhilfe im Philippusstift zu werben, hatte sich Rosemarie Kudlek kurzerhand ein großflächiges Plakat vor die Brust gehängt. Als lebendige Litfaß-Säule marschierte sie über das Pfarrfest der Gemeinde St. Dionysius und rührte die Werbetrommel.
Der Auftritt ist 30 Jahre her. Seine Funktion erfüllt er bis heute. Aus der Idee der ehrenamtlichen Hilfe ist eine Institution im Philipp geworden. An vier Tagen der Woche sind die Mitglieder der Krankenhaushilfe auf den Stationen unterwegs.
Jeweils vormittags. Sie haben Zeit und ein offenes Ohr für diejenigen, die vielleicht wenig oder gar keinen Besuch bekommen.
Und sie erfüllen Wünsche. Solche nach frischem Obst, einer neuen Tube Zahncreme oder spannendem Lesestoff. Die Ehrenamtler bringen Abwechselung in der Krankenhausroutine, trösten, unterhalten oder sind – wenn nötig - einfach da. Ihre Hilfe wird bis heute von vielen Patient:innen gerne angenommen.
Gründerin Rosemarie Kudlek ist aus Altersgründen inzwischen nicht mehr aktiv in der Krankenhaushilfe. Doch mit Gisela van Gemmern, Sprecherin der Gruppe, ist noch eine Frau der ersten Stunde mit dabei. Sie hat die kompletten 30 Jahre miterlebt. Die Jahre, in denen die Helfer:innen-Truppe 20 Mitglieder und mehr zählte. „Damals waren wir zu zwei oder dritt unterwegs.“ Gemeinsam wurden Fortbildungen besucht, regelmäßige Treffen in großer Runde wurden zum Austausch genutzt. Die Jahre Corona-Pandemie, in denen Besuche bei Patient:innen zeitweilig überhaupt nicht möglich waren, waren ein echter Einschnitt.
Der Neustart der Krankenhaushilfe Anfang 2023 war nicht einfach. Nicht alle Mitglieder konnten und wollten ihn mitgehen. Und so sind es aktuell noch drei Damen und ein Herr, die jeweils an einem Vormittag der Woche im Philippusstift unterwegs sind.
Hoffnung auf weitere Unterstützung ist allerdings berechtigt. „In dieser Woche hat sich jemand gemeldet, der sich mit einbringen möchte“, will Gisela van Gemmern aber noch nicht allzu viel verraten. Die Daumen sind jedenfalls gedrückt.
Denn dass die ehrenamtliche Unterstützung wichtig ist, dass der Einsatz der Krankenhaushelfer:innen für die Patient:innen über einen Zeitraum von nunmehr drei Jahrzehnten ein großes Dankeschön verdient, stellten Schwester Birgit aus dem Pastoralteam der Gemeinde St. Dionysius und Carsten Preuß, Geschäftsführer der Philippusstift GmbH, anlässlich des 30jährigen Bestehens der Krankenhaushilfe in den Fokus ihrer Grußworte. Mit einem Wortgottesdienst in der Krankenhauskapelle und einem anschließenden gemeinsamen Kaffeetrinken wurde das Jubiläum gefeiert. Im Kreise vieler Weggefährt:innen aus 30 Jahren Krankenhaushilfe. Rosemarie Kudlek war auch mit dabei.
Dass die von ihr initiierte Idee auch noch weitere 30 Jahre Früchte trägt, dafür ist ehrenamtlicher Nachwuchs wichtig. Wer Interesse hat, sich mit in die Krankenhaushilfe einzubringen, kann gerne am Empfang des Philippusstift seine Kontaktdaten hinterlassen.