Alp-traumhund

Alp-traumhund Hundeverhaltensberatung, Mantrailing-Training, Ernährungsberatung

07/05/2026

Viele wünschen sich, der Hund würde innerlich funktionieren wie ein Mensch.

Als hätte er innen eine kleine Bühne, auf der er sich selbst sieht, zukünftige Situationen durchspielt, Folgen prüft und dann entscheidet, was er tut.

Aber der Hund braucht diese innere Bühne gar nicht.

Er arbeitet viel direkter mit dem Jetzt.

Beim Menschen können Dinge auf die innere Bühne treten, die gerade gar nicht vorhanden sind. Wir sehen einen fremden Hund und sofort tauchen frühere Begegnungen, mögliche Eskalationen, eigene Sorgen, gewünschte Ausgänge und geplante Eingriffe auf.

Wir handeln dann nicht mehr nur mit dem, was gerade da ist.

Wir handeln auch mit dem, was wir erwarten, befürchten oder vermeiden wollen.

Beim Hund liegt die Bühne viel stärker draußen.

Auf seiner Bühne stehen der Weg, der Geruch, der andere Hund, der Mensch, die Leine, der Abstand, der Blickwinkel, der Wind, die eigene Körperlage. Jede kleine Änderung liefert neue Reize. Der Zustand verschiebt sich. Erinnerungen öffnen sich. Gefühle, frühere Handlungen und deren Wirkung, Lösungen, Hemmung, Dringlichkeit und Verhaltensmöglichkeiten treten hinzu.

Der Hund interagiert direkt mit dieser realen Szene.

Und dann kommen wir Menschen.

Wir bringen unser Kopfkino mit.

Wir sehen nicht nur den Hund da vorne. Wir sehen schon, was passieren könnte. Wir sehen, wie es schiefgehen könnte. Wir sehen, was wir verhindern wollen. Unser Körper reagiert auf diese innere Bühne: Spannung, kürzere Leine, festerer Blick, andere Stimme, weniger Atmung, mehr Druck.

Für den Hund ist das keine Vorstellung.

Für ihn ist das Realität.

Er erlebt nicht: Mein Mensch denkt gerade an etwas, das gar nicht da ist.

Er erlebt: Mein Mensch verändert sich genau jetzt in dieser Szene.

So holen wir Nicht-Reales auf die Bühne des Hundes.

Unsere Sorge, unser Plan, unser inneres Bild werden für ihn zu echten Reizen. Sie verändern seinen Zustand. Sie öffnen Erinnerungen. Sie verschieben seine Verhaltensauswahl.

Der Hund braucht kein menschliches Kopfkino.

Er braucht einen Menschen, der merkt, wann sein eigenes Kopfkino gerade in die reale Szene des Hundes hineinläuft.

Denn der Hund arbeitet mit dem, was da ist.

Und wenn wir unsere Vorstellung körperlich werden lassen, dann ist sie für ihn da.

Aber das ist ja nichts Neues.
Das weiss ja jeder ...

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Guten Morgen, ich heiße Kimo und der ein, oder andere kennt mich ja vielleicht schon, von meinen kleinen "Abenteuern" mi...
02/05/2026

Guten Morgen, ich heiße Kimo und der ein, oder andere kennt mich ja vielleicht schon, von meinen kleinen "Abenteuern" mit Petra Marx .
Heute habe ich allerdings was sehr trauriges zu erzählen:
Das private Tierheim Arca Jaén, in dem ich aufwuchs und 2,5 Jahre liebevoll versorgt wurde, bevor ich von meiner tollen Menschenfamilie adoptiert wurde, wurde am Mittwoch, in der Nacht, von einer Katastrophe getroffen. Starker Regen ließ den Bach über die Ufer treten - innerhalb kürzester Zeit stand die gesamte Anlage unter Wasser. 😱
Dank der Nachbarn konnten zwar zum Glück alle Hunde gerettet werden, aber die Schäden sind immens: zerstörte Tore, Mauern, alles voller Schlamm, sogar das Futter wurde weggespült 😢 Die Hunde können nun erstmal nicht in die Außenbereiche und müssen in den Zwingern bleiben 😥

Dabei, ist die Lage eh schon schwierig genug...

Die Transporte sind aufwendiger geworden, neue Regelungen bringen mehr Kosten und Hürden. Für ein kleines Tierheim ohne staatliche Hilfe ist das kaum zu stemmen.

Zum Glück gibt es Unterstützung durch Viva-Animal e.V.

Vielleicht mag der ein , oder andere, ja ein paar € spenden. Jeder noch so kleine Beitrag hilft🙏

Viva-Animal e.V.
Sparkasse Schwarzwald-Baar
IBAN DE18 6945 0065 0151 0501 28
BICSOLADES1VSS
Stichwort:"Katastrophe Arca Jaén"

28/04/2026

Der Welpe ist kein Baby

Im Internet habe ich gerade wieder eine Alterstabelle für Hunde gesehen, die im Grunde immer noch mit dem alten Faktor 7 arbeitet.

Ein Hundejahr gleich sieben Menschenjahre.

Diese Rechnung stimmt so schon lange nicht mehr. Für erwachsene Hunde war sie schon immer grob. Für Welpen ist sie komplett irreführend.

Ein Hund entwickelt sich nicht linear.

Er wächst am Anfang extrem schnell und später deutlich langsamer. Das ist logisch. Ein Hund hat nicht wie ein Mensch viele Jahre Zeit, langsam in die Welt hineinzuwachsen. Er muss sehr früh körperlich, emotional und sozial funktionsfähig werden.

Dieser Mist ist so ärgerlich.

Deshalb wird seit einigen Jahren eine andere Berechnung diskutiert. Sie stammt aus einer Studie mit Labradoren (1) und beruht nicht auf einfacher Multiplikation, sondern auf epigenetischen Altersmarkern.

Die Formel lautet:

Menschenalter = 16 × ln(Hundealter in Jahren) + 31

Daraus ergibt sich ungefähr:

• 8 Wochen → ca. 1 Menschenjahr
• 12 Wochen → ca. 7,5 Menschenjahre
• 16 Wochen → ca. 12 Menschenjahre
• 6 Monate → ca. 20 Menschenjahre
• 1 Jahr → ca. 31 Menschenjahre
• 2 Jahre → ca. 42 Menschenjahre
• 5 Jahre → ca. 57 Menschenjahre
• 10 Jahre → ca. 68 Menschenjahre

Natürlich ist das keine exakte Übersetzung für jeden Hund. Rasse, Größe, Linie, Aufzucht und individuelle Entwicklung spielen eine Rolle. Die Studie wurde an Labradoren durchgeführt.

Aber die Richtung stimmt.

Ein Hund mit 12 oder 13 Wochen ist kein menschliches Baby mehr.

Und genau da wird es praktisch.

In einem passenden sozialen Umfeld übernimmt ein Welpe in diesem Alter erste ernsthafte Aufgaben. Nicht als fertiger Erwachsener. Aber er läuft mit. Er liest mit. Er orientiert sich. Er beteiligt sich an sozialer Regulation. Er lernt, wann man vorgeht, wann man zurücknimmt, wann man sich anschließt, wann man Abstand hält und wie man mit Erregung umgeht.

Wenn kein Rudel da ist, dann ist diese soziale Gruppe eben die Menschenfamilie.

Und genau da beginnt das Problem.

Wir behandeln einen Welpen mit 12 Wochen häufig noch wie ein kleines Baby, obwohl er biologisch und sozial längst in einer anderen Phase steht.

Das beste Abgabealter liegt in der Regel zwischen der achten und zehnten Woche. Je früher in diesem Fenster, desto besser, wenn der Welpe entsprechend entwickelt ist. Die Mutter hat die Welpen dann längst in die Gruppe übergeben. Vielleicht kümmert sie sich noch intensiver um eine Hündin, die später einmal ihre Nachfolgerin werden könnte. Der Rest wächst aber nicht mehr an der Mutterbrust auf, sondern in der sozialen Gruppe.

Und wenn diese soziale Gruppe fehlt, dann erziehen sich die Welpen eben gegenseitig. Mit Hauen und Kloppen. Mit Ausprobieren. Mit roher Kraft. Mit kleinen Konflikten. Auf einem Niveau von Hundesteinzeit. Sie finden dann untereinander heraus, wie man vielleicht irgendwann einmal so etwas wie Kultur entwickelt.

Genau deshalb ist dieser Zeitpunkt so wichtig.

Der Folgetrieb des Welpen ist um die achte Woche auf seinem Höhepunkt. Mit zwölf Wochen nimmt er bereits deutlich ab. Wenn man ihn in dieser Phase nutzt und aktiviert, kann man mit einem Welpen frei durch die Umwelt schlendern. Ohne Programm. Ohne Dauertraining. Der Welpe folgt, liest mit, bleibt angeschlossen und lernt dabei, wie Welt funktioniert.

Dann kommt die dreizehnte Woche.

Da passiert bei Hunden etwas Grundsätzliches. Ab diesem Zeitpunkt beginnt der Welpe, das anzuwenden, was er bis dahin gelernt hat. Er geht also nicht mehr nur offen in die Welt hinein, sondern handelt zunehmend aus dem heraus, was er bereits für gültig hält. Er meint zu wissen, wie die Welt funktioniert, welche Aufgaben er darin hat, welche Reize wichtig sind, welche Antworten passen und wie man sich in einer Gruppe bewegt.

Wenn du einen Welpen erst in diesem Alter bekommst, bekommst du nicht einfach ein neutrales kleines Wesen.

Du bekommst die Weltanschauung einer fremden Familie.

Und diese Weltanschauung passt in deiner Familie häufig nicht.

Dann kommt der Welpe in ein neues Haus, neue Regeln, neue Menschen, neue Abläufe, neue Grenzen, neue Erwartungen. Und genau in diesem Moment sagen Menschen: Jetzt lassen wir ihn erst mal ankommen.

Also fällt er ins Bodenlose.

Keine alte soziale Ordnung mehr. Keine neue soziale Ordnung. Keine klare Resonanz. Keine laufende Rückmeldung. Kein Anschluss an das, was er gerade dringend bräuchte.

Deshalb ist die alte Altersvorstellung nicht harmlos.

Wenn ich denke, ein Welpe sei mit 12 Wochen noch ein Baby, dann behandle ich ihn auch so. Ich nehme ihm Verantwortung ab. Ich halte ihn klein. Ich gebe ihm keine klare soziale Aufgabe. Ich warte auf ein Alter, das biologisch längst überschritten ist.

Und später wundere ich mich, warum der Hund mit zwei oder drei Jahren erst langsam die Stabilität entwickelt, die viel früher hätte wachsen können.

Nicht, weil ein Welpe mit 12 Wochen fertig wäre.

Sondern weil er in diesem Alter bereits ernsthaft lernen muss, wie seine Welt funktioniert.

Nicht Dressur.
Nicht Watte.
Welt mit Antwort.

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Quellen:

(1) Wang et al. 2020, Quantitative Translation of Dog-to-Human Aging by Conserved Remodeling of the DNA Methylome, Cell Systems. DOI: 10.1016/j.cels.2020.06.006.

(2) Jokinen, O., Appleby, D., Sandbacka-Saxén, S., Appleby, T. & Valros, A. (2017): Homing age influences the prevalence of aggressive and avoidance-related behaviour in adult dogs. Applied Animal Behaviour Science, 195, 87–92.

Eine finnische Fragebogenstudie mit 3.689 Hunden fand einen Zusammenhang zwischen späterem Abgabealter und späterem Meide- beziehungsweise Aggressionsverhalten. Besonders Welpen, die nach der achten Woche abgegeben wurden, zeigten häufiger solche Auffälligkeiten. Die Autoren kamen deshalb für häuslich aufgezogene Welpen zu dem Schluss, dass die Abgabe nicht später als mit acht Wochen erfolgen sollte.

(3) Appleby, Bradshaw & Casey (2002): Relationship between aggressive and avoidance behaviour by dogs and their experience in the first six months of life

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Kennt ihr das? 😅😂🥰
18/04/2026

Kennt ihr das? 😅😂🥰

Ich bin ja wirklich ein Fan von BARF, aber es ist keine Religion 😉 Es darf ruhig auch mal einen fleischlosen Tag geben u...
03/04/2026

Ich bin ja wirklich ein Fan von BARF, aber es ist keine Religion 😉 Es darf ruhig auch mal einen fleischlosen Tag geben und selbst gekochtes kann auch ganz lecker sein und da bietet sich der Karfreitag doch an - dachte ich mir 😁
Also, gab's heute nach der Gassi-Runde als 2. Frühstück, Reis, in etwas Entenschmalz angebraten, Brokkoli, Rote Beete, ein Ei, 1 TL Algenöl und als Topping, etwas Joghurt.
Kimo hat's geschmeckt ☺️😋😋😋😋
Kocht ihr auch für eure Hunde? Probiert's einfach mal aus! Macht Spaß, dem Hund schmeckt's und ist kein Hexenwerk 😉

...wenn man Sozialverhalten und Bedürfnisbefriedigung zur Ware macht...Wunderbar beschrieben 👍 👍 👍
20/03/2026

...wenn man Sozialverhalten und Bedürfnisbefriedigung zur Ware macht...

Wunderbar beschrieben 👍 👍 👍

😡😢
10/03/2026

😡😢

Die Mantrailing-Training -Saison 2026 hat natürlich schon begonnen - auch wenn's wetterbedingt nicht immer möglich war. ...
22/02/2026

Die Mantrailing-Training -Saison 2026 hat natürlich schon begonnen - auch wenn's wetterbedingt nicht immer möglich war. Aber auch im alten Jahr gab es noch ein paar schöne Trails mit Katja, Simba und Ruth mit Keela ❣️

Nochmal etwas Anatomie ❣️
13/02/2026

Nochmal etwas Anatomie ❣️

Hunde sind toll !! 🥰

09/02/2026

„In der Pubertät hat mein Hund alles vergessen.“

Nein.

Pubertät ist kein Gedächtnisverlust.
Sie ist ein Umbau der inneren Prioritäten.

Der Hund bewertet seine Umwelt neu:
Was ist wichtig?
Was lohnt sich?
Wem folge ich?
Was ignoriere ich?

Und genau hier trennt sich, wie ein Verhalten entstanden ist.

Es gibt Verhalten, das der Hund sich selbst aufgebaut hat.
Nicht als Kommando, sondern als Lösung.
Er erinnert nicht „was ich tun soll“, sondern wie er aus einem Zustand wieder herauskommt.
Diese Erinnerungen sind an Gefühle gekoppelt: Sicherheit, Ruhe, Orientierung, soziale Klarheit.
Wenn eine ähnliche Situation auftaucht, wird nicht nachgedacht – die Lösung ploppt auf.

Das bleibt in der Pubertät erstaunlich stabil.
Nicht weil der Hund brav ist.
Sondern weil dieses Verhalten zu seinem inneren System gehört.

Und dann gibt es Verhalten, das stark von außen geformt wurde.
Sauber aufgebaut, oft perfekt trainiert.
Signal → Ausführen → Belohnung oder Korrektur.
Solange die Welt gleich bleibt, funktioniert das hervorragend.

In der Pubertät bleibt diese Welt aber nicht gleich.
Motivation verschiebt sich.
Dringlichkeit verschiebt sich.
Der Hund ist innerlich nicht mehr im selben „Trainingsmodus“.

Dann startet das Verhalten nicht mehr zuverlässig.
Nicht, weil es weg ist.
Sondern weil die Bedingungen, unter denen es entstanden ist, nicht mehr passen.

Darum wirkt Pubertät so gnadenlos ehrlich.
Sie zeigt nicht, was der Hund "auswendig gelernt" hat,
sondern was sich selbst tragen kann.

Wenn der Hund gelernt hat, sich über Erinnerungen zu regulieren,
bleibt Verhalten abrufbar.

Wenn der Mensch lange Regulationssystem gespielt hat und damit keine selbstregulierenden Erinnerungen im Hund hinterlassen hat,
muss er in der Pubertät einfach nochmal von vorne beginnen.

Nicht, weil der Hund schwierig ist.

Sondern weil er jetzt anfängt, erwachsen zu werden und das nutzt, was er tatsächlich gelernt hat.

Denn Hunde lernen Lösungen und nicht Verhalten.

👉 Die Langversion gibt es auf Patreon.

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Recht gut dazu passend, gibt es hier gerade einen Podcast von Natural Dogmanship Zentrale :
https://youtu.be/C6C7mSIunBU

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