13/07/2019
Homo Sapiens...
Seit der Zeit der Aufklärung gilt das Ideal der Vernunft.
Mit Renee Descartes (1596-1650) begann die Ära des Rationalismus- dem Glauben, wir Menschen könnten mit unserer Vernunft alle Probleme lösen.
Immanuel Kant (1724-1804) dagegen bezeichnete uns als "vernunftbegabt", und zweifelte an der "allmächtigen Macht" der menschlichen Vernunft.
Die heutige Hirnforschung (Neuro-physiologie, -biologie, -endokrinologie) verfolgt bescheidenere Ziele: man versucht herauszufinden, welche Teile unseres Gehirns (oder besser: unseres Nervensystems) welche Aufgaben übernehmen, wie sie funktionieren und wie sie mit anderen Teilen zusammenarbeiten.
Doch die gewonnenen Erkenntnisse scheinen eines zu bestätigen: unsere Vernunft spielt eine viel geringere Rolle, als so mancher glaubt!
Tatsächlich aber bilden Vernunft (analytisches, bewusstes und systematisches Denken) und Emotionen (sog. irrationale Leidenschaft, Intuition, Gefühle) eine effiziente und effektive Einheit.
Beim Auto sind die hinteren Räder "steif" = System 1, und die vorderen Räder können teilweise bewegt werden = System 2.
Zusammen ergibt sich Stabilität und Flexibilität.
Und der Hypothalamus ist die Schaltzentrale und Verbindung dieser Teil-Systeme.
Hier werden u.a. Peptide ausgeschüttet, welche - anders als die kurzfristig wirkenden Neurotransmitter - eher langfristig und sehr kraftvoll auf ihre Rezeptoren wirken.
Es ergeben sich also ganz neue Wirkungszusammenhänge und Muster.
Diese haben ganz starken Einfluss auf die Art und Weise wie wir denken, fühlen, essen, lieben, und handeln.
In den nächsten Beiträgen werde ich Beispiele aufzählen, und später dann darauf eingehen, warum das alles für unsere Gesundheit relevant ist, und wie wir das beeinflussen können...
😉