04/12/2022
: Nahrungsmittelersatz – Vitamin- und Supplementeinsatz nach einer OP
Wenn Sie sich als Adipositaspatientin oder -patient für einen operativen Eingriff entschieden haben, um Gewicht zu reduzieren, müssen Sie anschließend einiges bei der Ernährung beachten. Ganz gleich, ob es sich um eine Schlauchmagen-OP, einen Magenbypass, eine biliopankreatischen Diversion oder ein Magenband handelt.
Durch eine Operation verändert sich nicht nur die Anatomie des Magen-Darm-Trakts. Sie hat auch Einfluss auf die Verdauungs- und Stoffwechselprozesse. So werden bestimmte, aber für den Organismus wichtige, Nährstoffe nur noch reduziert aufgenommen. Ebenso besteht die Gefahr, dass der Vitamin- und Elektrolythaushalt aus dem Gleichgewicht gerät. Die Folge: Es kann zu Mangelerscheinungen kommen. Durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln können sie aber ausgeglichen werden.
In den meisten Fällen werden Sie ein Leben lang zusätzliche Nährstoffe benötigen. Welche genau lässt sich durch regelmäßige Blutuntersuchungen in der ärztlichen Nachsorge überprüfen. Hier sind vor allem Vitamin B1, B12 und D3, sowie Folsäure, Calcium und Eisen zu nennen. Liegt beispielsweise ein Vitamin B12-Mangel vor, müssen Sie mit Folgeerkrankungen rechnen. Dazu zählen u.a. Konzentrations-, Leistungs- und Immunschwäche, Hormonstörungen, Verstopfung, Durchfall und Nervenschädigungen. Letztere können in der Regel nicht wieder rückgängig gemacht werden. Daher ist es in diesem Fall besonders wichtig, bei vorliegendem Mangel schnell zu handeln.
Beim OP-Verfahren der biliopankreatischen Diversion werden, vereinfacht gesagt, die Verdauungssäfte umgeleitet. Dadurch wird die Passage der Nahrung in den oberen Dünndarm beschleunigt. Es kommt zu einer Volumenverschiebung von bestimmten Nährstoffen. So führen beispielsweise lösliche Kohlenhydrate zu einer verstärkten Insulinausschüttung, die Schwindel, Herzklopfen und Kreislaufschwäche begünstigen kann. Auch Fette und Stärke werden nur noch eingeschränkt verdaut, wodurch ein Mangel an Vitaminen, Spurenelementen, Calcium und Proteinen entsteht. Auch diese Nährstoffe müssen Betroffene ein Leben lang durch Nahrungsergänzungsmittel zuführen. Dabei ist auf die optimale Dosis zu achten. Deshalb geht es nach einer OP nur mit einer ärztlichen Betreuung und regelmäßigen Blutkontrollen, um Mängel frühzeitig zu erkennen und auszugleichen.
Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Thema gemacht? Kommentieren Sie gerne oder schreiben Sie uns eine Nachricht. Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme, wenn Sie mehr zum Thema erfahren möchten oder eine Adipositastherapie in Erwägung ziehen. Information und Terminvereinbarung: Tel.: 069 6605-1199, chirurgischeszentrum@khs-ffm.de
Bild: © Tawat Boonnuam / Canva.com
, , , , , ,