14/03/2025
1. NOTFALLÜBUNG DES NOTFALLVERBUNDS DER FREIBURGER ARCHIVE
Pressemitteilung
Erste gemeinsame Notfallübung des Notfallverbundes der Freiburger Archive am 8. April 2025
Am 8. April 2025 veranstalten die Archive des Freiburger Notfallverbundes eine erste gemeinsame Notfallübung. Im Rahmen der Übung wird das Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene als neues Mitglied in den Verbund aufgenommen.
Die Übung findet auf dem Gelände der Abteilung Militärarchiv des Bundesarchivs statt.
Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedsarchive wollen gemeinsam üben, wie im Falle einer Katastrophe wertvolle Archivalien geborgen und gesichert werden.
Hierfür wird ein realistisches Szenario durchgespielt: Ein durch einen Starkregen hervorgerufener Wasserschaden hat historische Dokumente und Materialien in einem Magazinraum beschädigt. Die Notfallteams der beteiligten Einrichtungen sollen das Archivgut bergen und versorgen.
Um 11:30 Uhr werden die Vertreter der Institutionen den Erweiterungsvertrag unterzeichnen. Anwesend sein werden:
Bundesarchiv, Abt. Militärarchiv: Michael Steidel (Leiter)
Erzbischöfliches Archiv Freiburg: Dr. Christoph Schmider (Leiter)
Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene: PD Dr. rer. nat. Jürgen Kornmeier (Direktor)
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abteilung Staatsarchiv Freiburg: Dr. Christof Strauß (Leiter)
Stadtarchiv Freiburg: Erster Bürgermeister Ulrich von Kirchbach
Zentrum für populäre Kultur und Musik: Prof. Dr. Dr. Michael Fischer (Leiter)
Für das Universitätsarchiv Freiburg und das Zentrum für Populäre Kultur und Musik hat die Rektorin der Universität, Frau Prof. Dr. Kerstin Krieglstein, den Vertrag bereits vorab unterzeichnet.
Infos zum Notfallverbund Freiburg
Archive bewahren wertvolle historische Akten, Urkunden, Karten, Fotografien und andere Materialien, die oft einzigartig und unersetzlich sind. Diese Archivalien sind einer Vielzahl von Gefahren ausgesetzt, die durch technische Defekte, Naturkatastrophen oder menschliches Versagen entstehen können. Um auf solche Bedrohungen vorbereitet zu sein, schließen sich Archive in Notfallverbünden zusammen, um sich im Ernstfall gegenseitig unterstützen zu können.
Der im März 2021 gegründete Freiburger Notfallverbund besteht aus nunmehr sieben Archiven:
Bundesarchiv, Abteilung Militärarchiv
Erzbischöfliches Archiv Freiburg
Archiv des Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abteilung Staatsarchiv Freiburg
Stadtarchiv Freiburg
Universitätsarchiv Freiburg
Zentrum für Populäre Kultur und Musik an der Universität Freiburg
Warum solche Übungen?
Archive verwahren historische Unterlagen dauerhaft, um diese in der Zukunft für Interessierte nutzbar machen zu können. Hierzu gehört neben konservatorischen Maßnahmen, wie der Reinigung und Verpackung von Archivgut, auch die Notfallprävention. Archive erstellen hierfür unter anderem Notfallpläne, in denen genaue Abläufe und Zuständigkeiten festgelegt werden, die greifen sollen, wenn das Archiv etwa von einem Wasserschaden betroffen wird.
Ob die in der Theorie geplanten Maßnahmen im Ernstfall dann auch wirklich funktionieren, lässt sich nur durch regelmäßige Übungen herausfinden. Hier werden Abläufe erprobt und die Mitarbeitenden für das Thema sensibilisiert und geschult. Schwachstellen, etwa in der Organisation oder beim Material, werden bei einer Übung sichtbar und können danach behoben werden.
Eine gute Organisation ist in einem Notfall wichtig, denn die Zeit ist bei der Rettung von Archivgut ein entscheidender Faktor: nass gewordene Akten quellen auf, Tinte kann verlaufen und die Dokumente unleserlich machen. Innerhalb von 24 bis 48 Stunden kann sich Schimmel bilden, der das Trägermaterial zersetzt und zudem eine Gesundheitsgefahr für Mitarbeitende darstellt. Daher müssen nasse Unterlagen schnellstmöglich geborgen, gereinigt, verpackt und in der Regel bei -20 Grad Celsius eingefroren werden. Einige Materialien, wie beispielsweise Fotografien oder AV-Medien, werden vor Ort luftgetrocknet.
Das Einfrieren sowie die weiteren Maßnahmen zur Wiederherstellung des geborgenen Archivgutes würden Dienstleister übernehmen; dies ist jedoch nicht Teil der Übung. Mit dem Verpacken aller geschädigten Materialien in Transportboxen endet die Übung.
Das Ziel dieser Übung für den Notfallverbund der Freiburger Archive ist klar: Die bisher entwickelten, gemeinsamen Handlungsstrategien in der Praxis zu erproben und danach weiter zu entwickeln. Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Institutionen durch diese erste gemeinsame Übung gestärkt werden.
Kontakt zum Notfallverbund Freiburg:
Annika Ludwig (Vorsitzende)
annika.ludwig@la-bw.de
0761/3806017
Kontakt zum Militärarchiv:
Dr. Andreas Kunz
ReferatMA1@bundesarchiv.de
03018/665 - 8386