04/01/2026
Jolly der Gourmet, Quintus der Eu**ch und Kasimir der Ober Macker
Oder anders gesagt ein Stall voll irrer Pferde
Fangen wir mal mit der Kleinsten an, Jolly ist unsere Elfenprinzessin, unsere Pummelfee, zuverlässig, plüschig, eigensinnig, stoisch, verfressen und unersetzbar . Jolly hat Cushing und bekommt früh Medikamente. Getarnt in einer unschuldigen Kleinigkeit, meist ein Apfel. Das Leben könnte so einfach sein: Tablette rein, schwupps, fertig. Wenn da nicht Jollys Hang zum Besonderen wäre. An einem Tag liebt sie den Apfel noch, am nächsten verschmäht sie ihn mit divenhaften Blick. Nicht genug, dass ich Früh schon wie ein geheimer Drogendealer über den Paddock schleiche, um ihr die heiße Ware anzubieten. Ihr prüfender skeptischer Blick checkt die Qualität des ihr Angebotenen Lebensmittels. Auch wenn ich keinen Unterschied zu den anderen 60 Äpfel festellen kann, die darauf warten verfüttert zu werden, Jolly findet das Haar in der Suppe, oder den Makel des Apfels, oder der Apfel selbst ist der Makel. Also Zeit auf Möhren umzusteigen. Jedoch nach spätestens 14 Tagen dasselbe Spiel, Jolly fordert nach Abwechslung im Speiseplan. Leider ist es nicht immer absehbar, wann ihr nach anderen Dingen gelüstet und die Tabletten kann ich nicht mehr aus dem Apfel popeln, also wird der vorhandene Stein des Anstoßes gepimpt, entweder im Mineralfutter gewälzt, mit Rübenschnitzeln von Quintus getarnt oder in einer Schüssel mit Zusatzfutter versenkt,
Dann dachte ich, der Clou: ich kaufe sündhaft teure Fenchel Leckerlies mit Loch, extra für die Tablettengabe von Cushing Pferden konzipiert. Das klappt bestimmt bei Pferden, die nicht so drauf sind wie Jolly, denn auch hier wünscht sie nach einer Woche wieder was anderes.
Seufz
Nun zu Quintus, der hatte letzten Winter sehr stark abgebaut, mental und physisch, aber irgendwie ist es dann im Frühjahr nicht mehr schlimmer geworden und seitdem stagniert der Zustand auf akzeptabel. Und so bewegt er sich Opa-haft in der Herde. Hin und wieder kommt seine Demenz durch und richtig gucken kann er auch nicht mehr und so kommen sehr merkwürdige Situationen zustande. Beim Spazierengehen hat er sich über Kühe aufgeregt, obwohl das nie ein Problem war. Auf dem Heimweg blieb er vor der Koppel stehen zum Pullen, dabei drehte er sich mit dem Kopf um und lunschte nach hinten. Als er fertig war sich zu erleichtern, kam eine urig quietschen der Ton aus dem Pferd und er machte einen riesen Satz nach vorn. WTF?
Kürzlich habe ich die Pferde früh im Dunkeln bereits auf die Koppel gelassen, Quintus hat den Anschluss verpasst nach mehrmaliger Aufforderung, stellte er fest, dass er alleine war und lief aufgeregt wiehernd hinterher, wobei sein Wiehern hoch und kläglich klingt, wie ein Eu**ch der jammert, mit einer Lautstärke, die das ganze Dorf weckt.
Dann haben wir uns erlaubt ohne ihn Spazieren zu gehen,(also nur Marah und Kasimir) ein bühnenfertiges Drama spielte sich auf der Koppel ab. Sein Geschrei begleitete uns unablässig auf den Weg und hallte durch den ganzen Wald. Als wir wieder kamen hörten wir ihn nicht nur Trompeten, sondern er sorgte auch für reichlich Bewegung auf der Koppel.
Die darauffolgenden drei Nächte heulte er mehrfach wenn Naomi nicht direkt neben ihm stand (die übrigens die ganz Zeit bei ihm war)
Und wir haben Kasimir, der sieht Quintus schwindende Souveränität und denkt nun, er kann die Weltherrschaft an sich reißen, oder wenigstens den Besitz über die Stuten, also wenigstens über eine.
Während es letztes Jahr Naomi war, möchte er nun Marah für sich gewinnen. Also die Stute, die er regelmäßig vom Futterplatz weg scheucht. Marah hat dafür allerdings wenig Verständnis. Und so pumpt sich Kasimir auf wie ein Hengst, präsentiert sich wie ein Bodybuilder und grenzt seine Herzensdame von allen männlichen Konkurrenten ab. Quintus kassiert den einen oder anderen Huftritt, dabei weiß er gar nicht warum. Und die beiden Schwarzköpfe werden ebenso auf Abstand gehalten, dabei haben diese beiden noch nie Interesse an den Stuten gezeigt.
Kasimir nimmt sich sehr wichtig in seiner selbstgewählten Aufgabe und nervt dabei einfach nur alle anderen. Wenn er dann neben seiner Errungenschaft steht und sie ganz für sich hat, ist er zufrieden und geht fressen.