01/04/2026
Mit Herzblut und Respekt an die neue Aufgabe
Evelin V***a übernimmt die Nachfolge von Dominique Pokwa in der Verwaltung des Fördervereins
Mit Wirkung zum 1. April 2026 hat Evelin V***a, langjährige Mitarbeiterin der Arche Noah, mit der Verwaltung des Fördervereins Kinderhospiz Gelsenkirchen e.V. Arche Noah einen neuen Tätigkeitsbereich übernommen. Ihre Vorgängerin Dominique Pokwa ist zu diesem Stichtag in den Ruhestand gewechselt.
Die Wege der beiden langjährigen Arche-Mitarbeiterinnen haben sich erstmals in den späten Neunzigerjahren gekreuzt – damals noch im Marienhospital Gelsenkirchen, auf der gegenüberliegenden Seite der Virchowstraße. Hier hat Dominique Pokwa 1997 ihren Dienst in der Verwaltung des Ambulanten Pflegedienstes angetreten. Evelin V***a ist nach ihrem im MHG erworbenen Examen zur Kinderkrankenschwester ebenfalls in die ambulante Pflege des Marienhospitals Gelsenkirchen gewechselt. Einige Jahre später trafen sich beide in der Arche Noah wieder.
Die Redaktion des Arche-Newsletters hat mit Dominique und Evelin über ihren Dienst in der Arche Noah sowie über Erinnerungen und Perspektiven unterhalten.
Möchtet Ihr ein paar besondere Erinnerungen an Euren Dienst in der Arche Noah teilen?
Dominique Pokwa: Der Wechsel in die Verwaltung der Arche Noah im Jahr 2008 war für mich eine besondere Situation, zumal ich zum allerersten Mal Menschen mit Einschränkungen begegnet bin. Ich habe anfangs eine gewisse Zeit gebraucht, bis ich mich mal in das Wohnzimmer gewagt habe, in dem sich unsere Gäste aufhalten. Mich hat aber auch niemand gedrängt. Und wenn, dann ganz subtil, in der Art wie „Können Sie mir mal eben schnell etwas vorbeibringen?“. Im Laufe der Jahre hatte ich sehr viele positive Begegnungen. Einige unserer Gäste habe ich auch während meiner Büroarbeit wirklich gerne um mich herumgehabt. Ich werde dieses bunte Treiben schon ein wenig vermissen.
Eine witzige Anekdote: Ganz zu Beginn meiner Zeit hatten wir einen Gast, der durch die obere Etage gelaufen ist, alle Türen aufgemacht und jedes Mal „Passt nicht!“ gerufen hat. Plötzlich stand er bei mir im Büro, hat „Passt nicht!“ gerufen und die Tür wieder zugeknallt. Irgendwann kam dann meine Kollegin Janet und hat mich in meinem Büro eingeschlossen, weil sich dieser Vorgang sonst ständig wiederholt hätte.
Evelin V***a: Ich bin 2004 aus der Ambulanten Pflege des MHG in die Arche Noah gewechselt. Der Einstieg war auch für mich nicht ganz einfach, aber heute kann ich sagen: Ich habe in der Arche Noah meinen Platz gefunden. Ich habe die Kinder und Jugendlichen und auch die Kolleginnen und Kollegen wirklich in mein Herz geschlossen.
Was hast Du Deinen Dienst in der Arche – ganz nah an den Kindern und Jugendlichen – bislang erlebt?
Evelin V***a: In der Arche Noah habe ich vielfältige Aufgabenbereiche. Ich bin Praxisanleiterin, kümmere mich um die Auszubildenden, bin Kinderkrankenschwester, habe die Palliativweiterbildung. Aus gesundheitlichen Gründen muss ich meine Aktivitäten in der Pflege künftig ein wenig zurückstellen und werde nun stattdessen in der Verwaltung des Fördervereins tätig sein. Dieses Angebot habe ich dankend angenommen. Mir war dabei aber ganz wichtig, dass meine Kolleginnen auch hinter dieser Entscheidung stehen. Auch vom Leitungsteam um Alina Schmitt und Anja Dörner kam ganz starke Unterstützung. Ohne diesen Zuspruch wäre dieser Schritt für mich nicht denkbar gewesen.
Welche Erwartungen verknüpfst Du mit Deiner neuen Aufgabe?
Evelin V***a: Ich werde neben meinen Diensten in der Pflege und Betreuung der Gäste nun auch viel Zeit im Büro verbringen. Ich gehe mit sehr viel Respekt an diese neue Aufgabe heran. Das ist für mich ein ganz neues Feld, auf dem ich meinen eigenen Weg finden muss. Nach 30 Jahren Pflege plötzlich im Büro zu sitzen ist schon ein ziemlicher Umbruch. Aber Dominique hat mich ganz hervorragend eingearbeitet und unterstützt mich sehr bei allen Fragen, die ich habe. Ich bin aber multitaskingfähig und traue mir diese neue Aufgabe zu. Die Zeit mit den Kindern wird mir schon ein wenig fehlen. Ich würde mich aber nicht wundern, wenn ich öfter mal eines bei mir im Büro sitzen habe.
Dominique Pokwa: Ich war wirklich froh, als ich erfahren habe, dass Evelin mir nachfolgt. Weil ich weiß, mit welchem Herzblut sie an der Arche Noah hängt. Und mit genau diesem Herzblut wird sie auch die Arbeit für den Förderverein leisten. Über all die Jahre, in denen ich für den Förderverein tätig war, habe ich das alles irgendwie als „meins“ empfunden, habe viele Dinge angestoßen und bin auch stolz darauf. Mit der Gewissheit, dass Evelin diese Arbeit nun fortsetzt, fällt es mir leichter, loszulassen. Ich werde Evelin natürlich auch aus dem Ruhestand heraus sehr gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen, bis sie Fuß gefasst und die Abläufe in der Verwaltung verinnerlicht hat. Ich werde sicherlich auch das eine oder andere Mal vorbeikommen. Und natürlich werde ich auch die weitere Entwicklung rund um den Bau der neuen Arche Noah im Blick behalten.
Welche Pläne hast Du für Deinen Ruhestand?
Dominique Pokwa: Irgendwie fühlt sich dieser Zeitpunkt für mich richtig an. Anfangs werden mir die Arbeit und auch die Tagesroutine sicherlich fehlen. Aber genauso sehr freue ich mich total auf die viele Zeit, die ich mit meinen beiden Enkelkindern verbringen kann. Ich habe mir aber auch vorgenommen, einige Dinge für mich zu tun – sei es, den Schrebergarten lieben zu lernen oder sportlich etwas aktiver zu werden. Reisen hingegen wird auf 30 Tage Urlaub im Jahr begrenzt bleiben, weil mein Mann noch berufstätig ist.
Evelin, Du wirst auch den Neubau der Arche Noah ganz eng begleiten. Welche Hoffnungen und Erwartungen verbindest Du damit?
Evelin V***a: Ich bin sehr zuversichtlich, dass die neue Arche so umgesetzt wird, wie wir uns das gewünscht haben. Wir als Team waren schließlich ganz eng in die Entscheidungsprozesse eingebunden und durften mitbestimmen, was wichtig ist, was bislang gefehlt hat. Ich freue mich auf die neuen größeren Räume, in denen wir viel mehr als bisher mit den Kindern unternehmen und ihnen damit einen schönen Urlaub in der Arche bieten können. Wir sitzen alle schon auf heißen Kohlen und freuen uns auf unser neues Zuhause.