25/04/2022
Es gibt ja so einige Begriffe, bei denen allein das Wort scheinbar schon triggert, Vorurteile und Widerstand auslöst und polarisiert. Eines davon ist BEDÜRFNISORIENTIERT! Und am schlimmsten im Zusammenhang mit ERZIEHUNG! 😉 Und vielleicht sogar noch KOOPERATIVER bzw. DEMOKRATISCHER ERZIEHUNGSSTIL! Das sind richtige Signalwörter....wenn nicht gar "Alarmsignal - Wörter"! 😄 Und alarmiert sind dann nicht nur Eltern u Großeltern, nein sogar für viele Pädagogen scheint diese Richtung der Erziehung ein rotes Tuch zu sein. Groß ist die Angst, dass böse egoistische Tyrannen aus den eigenen Sprösslingen werden, kleine wilde Anarchisten, die sich keiner Regel anpassen können u "zügellos über Tisch u Bänke gehen"! 🙈.... Das Vorurteil, dass es dabei keine Regeln für das Kind gäbe, hält sich hartnäckig. Dazu ein klares NEIN. So ist es nicht. Denn Orientierung an Bedürfnissen steht beiden bzw. allen Seiten zu! Und auch außerhalb der Familie haben Mitmenschen Bedürfnisse, die berücksichtigt werden sollten. Aber es sollten eben AUCH die Bedürfnisse des Kindes berücksichtigt werden. Und wir sollten unseren Kindern dabei helfen, ihre Bedürfnisse wahrzunehmen, zu spüren, ernst zu nehmen. Dabei sind wir selbst mit der Wahrnehmung u dem ernst nehmen unserer Bedürfnisse ihr Vorbild, an dem sie sich orientieren. Ziehe ich bei mir selbst keine klaren Grenzen, um z. B. mein Bedürfnis nach Ruhe, Intimsphäre o wonach auch immer zu erfüllen...ja, woher soll es mein Kind lernen? Das ist nicht immer einfach. Warum? Weil genau das auch die heute Erwachsenen selbst nicht gelernt haben. Und in vielen Situationen kommt jetzt noch der Widerstand ins Spiel. Ich habe mich lange u oft gefragt, wieso ich bei diesem Thema auf soviel Widerstand stoße u viele Menschen richtig "zumachen" u blockieren, wenn es zur Kommunikation darüber kommt. Allmählich habe ich verstanden, dass es richtiggehend schmerzhaft für einige Menschen ist, weil sie spüren, dass sie selbst ihre eigenen Bedürfnisse nie wahrnehmen durften bzw. diese dann ignoriert wurden. Und dieser Schmerz kommt dann hoch. Manche halten ihn eben nicht aus. Dafür habe ich Verständnis. Dennoch ist es unerlässlich, diesen Kreislauf allmählich Schritt für Schritt zu durchbrechen. Für unsere Kinder, die unsere zukünftige Gesellschaft bilden. Wer seine Bedürfnisse wahrnehmen kann u ihre Erfüllung in KOOPERATION mit seinen Mitmenschen realisieren kann, ist ein Teil eines friedvollen Miteinanders.
Mich interessieren eure Erfahrungen mit dem Thema...wie erlebt ihr diese Themen im Alltag? Über zusätzliches Input u vielleicht sogar noch "fehlende Puzzleteile" würde ich mich wirklich freuen. ❤️