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Persönlichkeitsentwicklung-Psychosomatik-Paartherapie-PolyvagalTheorie ( Trauma) - Perspektiventwicklung in der Krise durch Biografiearbeit

Gestalttherapie mit dem Ziel

Lebensfreude
Lebenslust
und Leidenschaft

"Wenn Du Deinen Tanz nicht tanzt, wer soll ihn für Dich tanzen?"

„In letzter Zeit wird viel geschrieben über den Einsatz von KI in Psychotherapie und Beratung. Es werden Experimente gem...
24/02/2026

„In letzter Zeit wird viel geschrieben über den Einsatz von KI in Psychotherapie und Beratung. Es werden Experimente gemacht: ein Therapeut beantwortet Fragen, parallel wird die KI befragt. Hinterher werden die Antworten bewertet – und siehe da, die KI schneidet besser ab.

Es wird berichtet, dass KI in Sachen Empathie besser abschneide als Ärzte – und dass es gut tue, sich in schwierigen Situationen von KI beraten zu lassen, diese sei einfühlsam und biete gute Perspektiven.

Schon lange retuschieren wir Bilder und eichen Attraktivität an unrealistisch optimierten Abbildungen (und nehmen in Kauf, dass das echte Leben dabei immer schlecht aussieht). Welche Folgen hat es, wenn wir das jetzt auch auf Beziehungen übertragen?

KI kann gar nicht ‚einfühlsam‘ sein – sie simuliert Verständnis. Schon dass KI auf eine Darstellung programmiert wird, die wie ein personales Gegenüber wirkt, ist manipulativ. KI ist ein leerer Spiegel – wie Narziss unterhalten wir uns mit unserem eigenen Spiegelbild, das unsere Erwartungen reflektiert. Bestenfalls simuliert dieser Spiegel Lebenserfahrung und Resonanz von Therapeuten (oder Freundinnen). Aber er bietet keine wirkliche Resonanz.

Darum kann KI auch nicht bei Einsamkeit unterstützen, sondern allenfalls dazu führen, dass wir diese weniger spüren. Und welche Wirkung hat es, wenn wir nicht mehr Freunde anrufen, wenn wir Unterstützung brauchen, sondern KI befragen? Unsere Beziehungen werden verflachen, wir verlieren Verbindung. KI hilft nicht bei Einsamkeit – sie macht einsam.

Wirkliche Resonanz besteht nicht in perfekt gesetzten Worten. Sie ist etwas körperliches und einmaliges, wir reagieren als ganze Menschen mit all unseren Sinnen und vor dem Hintergrund unserer Lebenserfahrung aufeinander. Resonanz bezieht ihre Wirksamkeit daraus, dass ich mich in einem Menschengespiegelt sehen. In der Therapie geht es häufig um Verletzungen in Beziehungen, um das Gestalten von Beziehungen. Wie soll das gelingen, wenn wenn wir gerade das Menschliche daraus extrahieren?

Wir verlernen es, auf lebendige Gegenüber zu reagieren, wenn wir Begegnungen daran messen, ob der Spiegel perfekt auf unsere Erwartungen geeicht ist (inklusive der Erwartung, dass er jederzeit zur Verfügung steht). Gerade kostbare Gegenüber sind auch sperrig und herausfordernd. Und unperfekt – wie wir selber.

Lasst uns nicht auch noch hier unrealistische Vorbilder installieren. Wer mit jungen Eltern arbeitet, weiß, wie überfordernd die Erwartungen an die eigene Elternschaft geworden sind, wie groß die Angst vor unabsehbaren Folgen, wenn man nicht dem Ideal eines vermeintlich perfekten Elternteils entspricht.

Zugleich kommen junge Menschen in Therapie, deren Eltern vermeintlich alles perfekt gemacht haben – aber ohne dass wirklicher Kontakt entstehen konnte, weil die Eltern nicht spürbar wurden. Als Therapeutinnen kennen wir die innere Leere, die daraus entsteht.

Kontakt ist nicht durch Algorithmen ersetzbar.“

Text: Dagmar Kumbier

Es mag viel dagegen und wenig dafür sprechen, mich selbst erinnert diese Entwicklung an mir bekannte Kassandrarufe.
Alex Huxley
Georg Orwell
Wir wissen was heute möglich ist, was morgen daraus gemacht wird hingegen nicht!

Die Verknappung an kassenfinanzierten Therapien wird die Masse zu genau diesen preiswerten (für ume) Angeboten treiben. Diese Masse investiert Milliarden in Tatoos, Frisuren, Nageldesign, Urlaube,FirnessStudios und SchönheitsOps.
Geld für private Therapieangebote (wenn sie denn auch seriös und fachlich fundiert sind), investieren diejenigen die noch wach im Geist sind und sich eine gesunde Kritikfähigkeit erhalten haben.
Im übrigen darf man uniso philosophieren inwieweit subventionierte Therapien grundsätzlich Klientenorientiert arbeiten.
„Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing (in Teilen singen muss).“

Nach außen angepasst, freundlich, leistungsbereit.Nach innen rastlos, suchend, oft leer.✨ Diese Unruhe ist kein Charakte...
21/02/2026

Nach außen angepasst, freundlich, leistungsbereit.
Nach innen rastlos, suchend, oft leer.

✨ Diese Unruhe ist kein Charakterzug.
Sie ist ein Echo. Sie ist ein Nachklang von Zeiten, in denen Sicherheit nicht existierte und Gefühle keinen Platz hatten.

Was damals nicht gefühlt werden durfte, sucht sich heute seinen Ausdruck.
Im Körper. Im Getriebensein. Im ständigen Weitergehen.

💔 Manche flüchten in Arbeit.
Andere in Beziehungen, Kontrolle oder Perfektion.
Doch nichts davon stillt die eigentliche Sehnsucht:
endlich inneren Halt zu finden.

🕊️ Du bist nicht falsch. Dein System hat gelernt zu überleben.
Und heute darf es lernen, sich sicher zu fühlen.

Was glaubst du, wovor deine Unruhe

„Vererbte Einsamkeit“ ist kein offizieller Diagnosebegriff, sondern ein psychologisches Konzept. Gemeint ist, dass Gefüh...
19/02/2026

„Vererbte Einsamkeit“ ist kein offizieller Diagnosebegriff, sondern ein psychologisches Konzept. Gemeint ist, dass Gefühle von Einsamkeit, Beziehungsunsicherheit oder sozialer Isolation über Generationen weitergegeben werden können – nicht nur genetisch, sondern vor allem emotional und durch Beziehungsmuster.

Hier sind die wichtigsten psychologischen Perspektiven dazu:



1. Bindungstheorie (Attachment Theory)

Begründet u. a. durch John Bowlby und weiterentwickelt von Mary Ainsworth.

Kerngedanke:

Unsere frühen Beziehungserfahrungen mit Bezugspersonen prägen,
wie sicher oder unsicher wir uns später in Beziehungen fühlen.

Wenn Eltern selbst:
• emotional distanziert,
• überfordert,
• depressiv oder traumatisiert waren,

können sie weniger feinfühlig reagieren.
Das Kind entwickelt dann möglicherweise:
• unsichere Bindungsmuster
• Angst vor Nähe oder Verlassenwerden
• Schwierigkeiten, sich emotional verbunden zu fühlen

Diese Muster werden oft unbewusst an die nächste Generation weitergegeben.

👉 Einsamkeit entsteht hier nicht durch „fehlende Menschen“, sondern durch fehlende emotionale Sicherheit.



2. Transgenerationale Weitergabe von Trauma

In der Psychotraumatologie spricht man von transgenerationaler Weitergabe.

Beispiel:
• Kriegstrauma
• Flucht
• emotionale Vernachlässigung
• Suchtprobleme in der Familie

Auch wenn Kinder das ursprüngliche Ereignis nicht erlebt haben, übernehmen sie oft:
• unausgesprochene Ängste
• Misstrauen gegenüber Nähe
• emotionale Abkapselung

Das kann zu einem diffusen Gefühl führen von:

„Ich bin irgendwie allein – selbst wenn Menschen da sind.“



3. Familiäre Beziehungsmuster

Manche Familien leben unausgesprochene Regeln wie:
• „Über Gefühle spricht man nicht.“
• „Reiß dich zusammen.“
• „Schwäche zeigen ist gefährlich.“

Kinder lernen dann:
• Bedürfnisse nicht zu äußern
• sich emotional zurückzuziehen
• Nähe als unsicher zu erleben

Das fördert spätere Einsamkeit, obwohl objektiv soziale Kontakte bestehen.



4. Genetische & biologische Faktoren

Es gibt Hinweise, dass bestimmte Temperamentsmerkmale vererbbar sind, z. B.:
• Introversion
• erhöhte Stresssensibilität
• soziale Ängstlichkeit

Diese machen jemanden nicht automatisch einsam, können aber die Anfälligkeit erhöhen.

Wichtig:
Gene sind keine Determination, sondern nur eine Disposition.



5. Epigenetik

Moderne Forschung zeigt, dass starke Belastungen Spuren im Stresssystem hinterlassen können (z. B. veränderte Stressreaktionen), die teilweise weitergegeben werden.

Das bedeutet:
Nicht die Einsamkeit selbst wird vererbt –
sondern eine erhöhte Verletzlichkeit im Beziehungssystem.



Zusammengefasst

„Vererbte Einsamkeit“ meint meist:
• 🧠 Weitergabe von Bindungsmustern
• 💬 unausgesprochene emotionale Familienregeln
• 💔 transgenerationale Traumafolgen
• 🧬 biologische Sensibilitäten

Es geht weniger um Gene,
sondern mehr um erlernte Beziehungsdynamiken, die unbewusst fortwirken.

EINSAMKEIT, ein ungutes GefühlEs gibt grundsätzlich Einsamkeitsgefühle, mit denen jeder Mensch konfrontiert wird. Bei Ve...
19/02/2026

EINSAMKEIT, ein ungutes Gefühl

Es gibt grundsätzlich Einsamkeitsgefühle, mit denen jeder Mensch konfrontiert wird. Bei Verlust, Krankheit oder Tod zum Beispiel.
Dann gibt es Menschen die auf Grund von unsicheren Bindungsmustern mehr unter Einsamkeit leiden, als andere.
Daniel Haas hat ein Buch über die vererbte Einsamkeit geschrieben, der eine Bindungsstörung voraus geht.
Genau unter diesem Einsamsein leiden viele Menschen zwischen 40 und 60 Jahren, und es hat sehr oft Gründe im Familiensystem.

🌿 Kleine Selbstreflexion zu möglicher „vererbter Einsamkeit“

Du kannst innerlich mit Ja / Eher ja / Eher nein / Nein antworten.



1️⃣ Nähe & Distanz
• Fühle ich mich oft allein, obwohl ich mit Menschen zusammen bin?
• Wird mir Nähe schnell „zu viel“?
• Fällt es mir schwer, wirklich über meine Gefühle zu sprechen?
• Ziehe ich mich innerlich zurück, wenn es emotional wird?



2️⃣ Kindheit & Familie
• Wurde in meiner Familie wenig über Gefühle gesprochen?
• Musste ich früh „funktionieren“?
• Habe ich gelernt, stark zu sein und wenig zu brauchen?
• Hatten meine Eltern selbst wenig emotionale Nähe zueinander?
• Gab es unausgesprochene Themen (Trauma, Verlust, Sucht, Depression)?



3️⃣ Innere Glaubenssätze

Spür mal hinein, ob einer dieser Sätze vertraut klingt:
• „Ich darf nicht zu viel sein.“
• „Ich komme allein besser klar.“
• „Wenn ich mich zeige, werde ich verletzt.“
• „Ich bin irgendwie anders.“
• „Ich muss stark bleiben.“



4️⃣ Beziehungsmuster
• Ziehe ich Menschen an, die emotional distanziert sind?
• Habe ich Angst, verlassen zu werden – oder Angst vor zu viel Nähe?
• Fühle ich mich schnell unverstanden?
• Fällt es mir schwer, Hilfe anzunehmen?
*. Versenke ich mich eher in Arbeit, als in einen anderen Menschen?



🧠 Kleine Auswertung

Wenn du bei mehreren Punkten innerlich genickt hast,
könnte es sein, dass du:
• emotionale Selbstständigkeit sehr früh gelernt hast
• Gefühle eher regulierst als teilst
• Nähe mit Vorsicht verbindest

Das bedeutet nicht, dass „etwas kaputt“ ist.
Es bedeutet, dass dein Nervensystem vielleicht gelernt hat:

Verbindung ist nicht ganz sicher.

Umlernen ist hier durchaus möglich und oft auch notwendig, um das Leben in vollen Zügen genießen zu können.

WAS IST EIN GEBILDETER MENSCH?�Aus einer Promotionsfeier��Gebildete Menschen sind nicht nützlicher als ungebildete und i...
11/02/2026

WAS IST EIN GEBILDETER MENSCH?�Aus einer Promotionsfeier��

Gebildete Menschen sind nicht nützlicher als ungebildete und ihre Karrierechancen sind nicht besser. Die öffentlichen Schulen sind nicht daran interessiert, gebildete Menschen hervorzubringen. Für gebildete Menschen ist das kein Einwand. Warum nicht? Was ist ein gebildeter Mensch?

�1. Ein gebildeter Mensch hat den animalischen Egozentrismus hinter sich gelassen. Zunächst ist ja jeder von uns im Mittelpunkt seiner Welt. Er setzt alles Begegnende zur „Umwelt" herab und stattet es mit Bedeutsamkeiten aus, die die eigene Bedürfnisnatur widerspiegeln. Der Gebildete hat begonnen, die Wirklichkeit als sie selbst wahrzunehmen. Bilden heißt objektive Interessen wecken, sich bilden heißt „sich objektiv machen". So schreibt Goethe: „Sich mitteilen ist Natur. Mitgeteiltes auffassen wie es gegeben ist, ist Bildung." Etwas „auffassen, wie es gegeben ist", setzt voraus, daß wir wissen: es gibt außer uns noch andere Mittelpunkte der Welt und andere Perspektiven auf sie. Andere sind nicht nur Teil meiner Welt, ich bin auch Teil der ihren. Gebildet ist, wen es interessiert, wie die Welt aus anderen Augen aussieht, und wer gelernt hat, das eigene Blickfeld auf diese Weise zu erweitern.��

2. Ein gebildeter Mensch ist im Stande, dies bewußt zu tun. Sein Selbstwertgefühl leidet nicht darunter, sondern wächst damit zugleich. Der Ungebildete nimmt sich selbst sehr ernst und sehr wichtig, aber sein Selbstwertgefühl, seine Selbstachtung ist gleichzeitig häufig gering. Der Gebildete weiß, daß er nur „auch einer" ist. Er nimmt sich nicht sehr ernst und nicht sehr wichtig. Aber da er sein Selbstwertgefühl nicht aus dem Vergleich mit anderen bezieht, hat er ein ausgeprägtes Gefühl für seinen eigenen Wert. Selbstrelativierung und Selbstachtung sind für ihn kein Widerspruch. Überhaupt ist diese Paradoxie kennzeichnend für sein Weltverhältnis. Fast nichts ist für ihn ohne Interesse, aber nur sehr weniges wirk-�lich wichtig.��

3. Das Wissen des gebildeten Menschen ist strukturiert. Was er weiß, hängt miteinander zusammen. Und wo es nicht zusammenhängt, da versucht er einen | Zusammenhang herzustellen, oder wenigstens zu verstehen, warum dies schwer gelingt. Er lebt nicht so in verschiedenen Welten, daß er bewußtlos von der einen in die andere hinübergleitet. Er kann verschiedene Rollen spielen, aber es ist immer er, der sie spielt.��

4. Der gebildete Mensch spricht eine differenzierte, nuancenreiche Umgangssprache. Er beherrscht oft eine Wissenschaftssprache, aber er wird von ihr nicht beherrscht und braucht wissenschaftliche Terminologie nicht als Krücke in der Lebensorientierung und in der Verständigung mit anderen. Er sagt: „Ich möchte" oder „Ich will" und nicht: „Ich bin motiviert." 'Vor allem meidet er den psychologischen Jargon. Psychologie — wie jede Wissenschaft —handelt von Bedingungszusammenhängen. Sie ist wesentlich passivisch. Spontaneität ist für sie trotz gegenteiliger Beteuerungen kein Gegenstand. Wessen Lebenswelt so sehr wissenschaftlich kolonialisiert ist, daß er sich nicht traut, einfache Sachverhalte einfach auszudrücken und zu sagen wie ihm zumute ist, der ist nicht gebildet. Und auch der ist es nicht, der, sobald er die Krücke der wissenschaftlichen Terminologie fallen läßt, in den erhabenen oder in den ordinären Ton fällt.��

5. Der gebildete Mensch zeichnet sich aus durch Genußfähigkeit und Konsumdistanz. Schon Epikur wußte, daß beides eng zusammenhängt. Wer sich wirklich freuen kann an dem, was die Wirklichkeit ihm darbietet, braucht nicht viel davon. Und wer mit wenigem auskommt, hat die größere Sicherheit, daß es ihm selten an etwas fehlen wird. Die Abwesenheit einer „Naßzelle" kann denjenigen nicht empören, der weiß, daß Goethe und Nicolaus Cusanus keine solche hatten, Menschen, deren Umgang er dem vieler seiner naßzellenbesitzenden Zeitgenossen vorziehen würde.��

6. Der gebildete Mensch kann sich mit etwas identifizieren, ohne naiv oder blind zu sein. Er kann sich identifizieren mit Freunden, ohne deren Fehler zu leugnen. Er kann sein Vaterland lieben, ohne die Vaterländer anderer Menschen zu verachten, vor allem diejenigen Vaterländer, die ebenfalls von ihren Bürgern geliebt werden. Das Fremde ist ihm eine Bereicherung, ohne die er nicht leben möchte, kein Grund, sich des Eigenen zu schämen. Identifikation bedeutet für ihn nicht Abgrenzung, sondern „Oikeiosis", Anverwandlung. Und wenn die christliche Liturgie in der Osternacht davon spricht, daß Gott „unsere Väter, die Kinder Israels in dieser Nacht trockenen Fußes durch das Rote Meer geführt hat", so fällt es ihm weder schwer „unsere Väter" noch „in dieser Nacht" zu sagen. Biologische Kontinuität ist für ihn nicht eine Bedingung der Identifikation.��

7. Der gebildete Mensch kann bewundern, sich begeistern, ohne Angst, sich | etwas zu vergeben. Insofern ist er das genaue Gegenteil des Ressentimenttyps, von dem Nietzsche spricht, des Typs, der alles klein machen muß, um sich selbst nicht zu klein vorzukommen. Er kann neidlos Vorzüge bewundern und sich an ihnen freuen, die er selbst nicht besitzt. Denn er zieht sein Selbstwertgefühl nicht aus dem Vergleich mit anderen. So fürchtet er auch nicht, durch Dankbarkeit in Abhängigkeit zu geraten. Ja, er hat nicht einmal etwas gegen Abhängigkeit von Menschen, denen er vertraut. Er zieht das Risiko, von seinen Freunden enttäuscht zu werden, der Niedertracht vor, ihnen zu mißtrauen.��

8. Der gebildete Mensch scheut sich nicht zu werten, und er hält Werturteile für mehr als für den Ausdruck subjektiver Befindlichkeit. Er beansprucht für seine eigenen Werturteile objektive Geltung. Gerade deshalb ist er auch bereit, sie zu korrigieren. Denn was keine objektive Geltung beansprucht, braucht auch nicht korrigiert zu werden. Der gebildete Mensch hält sich für wahrheitsfähig, aber nicht für unfehlbar. Kant hielt ästhetische Urteile für ebenso objektiv gültig wie unbeweisbar. Gebildete Menschen haben im Umgang mit der Welt genügend Unterscheidungsvermögen entwickelt, um sich Qualitätsurteile zuzutrauen. Sie wissen, daß es Kunstwerke gibt, die bedeutender sind als andere, und Menschen, die besser sind als andere. Und wenn sie das auch nicht beweisen können, so zeigt sich doch, daß gebildete Menschen zu einer�zwanglosen, unwillkürlichen Übereinstimmung in den meisten dieser Urteile kommen.��

9. Der gebildete Mensch weiß, daß Bildung nicht das Wichtigste ist. Ein gebildeter Mensch kann sehr wohl zum Verräter werden. Die innere Distanz, die ihn auszeichnet, macht ihm den Verrat sogar leichter als anderen Menschen. Bildung schafft eine menschenwürdige Normalität. Sie bereitet nicht auf den Ernstfall vor und entscheidet nicht über ihn. Schiller unterschied zwischen der „moralischen" und der „vollen anthropologischen Schätzung". Jemand kann ein wohlgeratener Mensch sein und doch der Versuchung unterliegen, wortbrüchig zu werden. Jemand kann ein kümmerlicher Mensch oder ein Schlawiner sein, und im entscheidenden Augenblick anständig bleiben und seinen Mitmenschen nicht im Stich lassen. Nicht jeder, der in Ausnahmesituationen sittlich handelt, macht dabei im übrigen eine gute Figur. Der Gebildete hat eine Abneigung dagegen, das Gute mit Schweiß auf der Stirn zu tun. Manchmal sieht das Gute nicht mehr schön aus, und da schreckt er leicht zurück. Wirklich gebildet ist nur der, der dies weiß. Und wenn er schon selbst sich nicht die Hand abhackt und das Auge ausreißt, um ins Himmelreich einzugehen, so schätzt er den, der dies tut, doch nicht geringer ein als den, der mit heilen Gliedmaßen zur Hölle fährt. |��

10. Es gibt aber einen Punkt, da kommen Gebildetsein und Gutsein zwanglos überein. Der gebildete Mensch liebt die Freundschaft, vor allem die Freundschaft mit anderen gebildeten Menschen. Gebildete Menschen haben aneinander Freude, wie Aristoteles sagt. Überhaupt haben sie mehr Freude als andere. Und das ist es, weshalb es sich – unabhängig von den Zufälligkeiten gesellschaftlicher Wertschätzung – lohnt, ein gebildeter Mensch zu sein.��

Scheidewege. Jahresschrift für skeptisches Denken, Jg. 24, 1994/95, S. 34-37

Die sich auf allen Social Media Kanälen tummelnden PoP Psychologen*innen, tragen in grossem Rahmen dazu bei. Seit einige...
11/02/2026

Die sich auf allen Social Media Kanälen tummelnden PoP Psychologen*innen, tragen in grossem Rahmen dazu bei.
Seit einigen Jahren wird hier versucht Geld und Klientel zu generieren, indem Begriffe wie „loslassen was Dir nicht gut tut“, „toxische Mütter/Väter“ und vieles mehr mit der Giesskanne über die User geschüttet wird.
Ziel ist es, Kunden/Klienten in die eigene Bubble einzubinden.
Was vollkommen verlustig geht?
- Haltung
- Werte/Ethik
- Respekt
- Mitgefühl
- Demut
- Dankbarkeit
DENN, nicht alle Eltern haben misshandelt oder missbraucht.
Was hingegen entsteht?
Eine narzisstisch orientierte Gesellschaft, die gnadenlos aburteilt,und jeden eleminiert der nicht ins eigene Schema „feel good“ passt, und die Rechthaben über konstruktive Auseinandersetzung stellt.
Diese Pop Psychologie erschafft Menschen/Gesellschaften, die sich fremd werden, durch Übertragung / Projektion ihres eigenen instabilen Selbst,und zerstört Annäherung von reflektierter Kommunikation und Zugewandheit.
Und genau so tragen auch sie zu umfassendem großen Schaden bei.
Mich erinnert das an den Begriff:
Rattenfänger aus Hammeln.
„Auf meiner Flöte spiele ich genau die Töne, die Du hören willst!“
Mit seriöser Psychologie hat das nichts gemein.

„Kinder sind heute immer weniger bereit, in Kita und Schule mitzumachen.“Dies höre ich oft von pädagogischen Fachkräften...
08/02/2026

„Kinder sind heute immer weniger bereit, in Kita und Schule mitzumachen.“
Dies höre ich oft von pädagogischen Fachkräften und Lehrern.

Schnell steht dann die bedürfnisorientierte Erziehung zur Diskussion.

Ich denke, das Problem ist nicht bedürfnisorientierte Erziehung.
Das Problem ist die Fehlinterpretation.

Viele Kinder erleben zu Hause:
- dass ihre Wünsche stark priorisiert werden
- dass Erwachsene Konflikte vermeiden
- dass Kooperation verhandelbar ist

Doch was dabei oft verloren geht, ist etwas Zentrales: Führung.

In Kita und Schule treffen diese Kinder dann auf Strukturen, in denen:
- Gruppenbedürfnisse zählen
- Regeln Orientierung geben
- Erwachsene Entscheidungen treffen müssen

Das wirkt dann wie „Nichtwollen“, „Verweigerung“ oder „fehlende Gruppenfähigkeit“.

Kooperationsfähigkeit entsteht nicht durch permanente Zustimmung.
Sie entsteht dort, wo Kinder erleben:
- Erwachsene bleiben klar
- Erwachsene bleiben zugewandt
- Erwachsene tragen Verantwortung, auch im Konflikt

Ein Nein ist kein Beziehungsabbruch.
Es ist ein Orientierungsangebot.
Bedürfnisorientierte Pädagogik heißt nicht:
Kinder bestimmen den Rahmen.

Sie heißt:
Kinder werden innerhalb eines verlässlichen Rahmens begleitet.“

Nadine Fahrenkrog

Neid macht alt, bevor du alt bist.Missgunst frisst Schönheit von innen.Schadenfreude macht nicht reicher – nur bitterer....
04/02/2026

Neid macht alt, bevor du alt bist.

Missgunst frisst Schönheit von innen.

Schadenfreude macht nicht reicher – nur bitterer.

Im philosophischen Gespräch am Sonntag ging es diesmal um den rheinischen Satz:
Ma muss och jönne könne.

Der das Gespräch leitende Prof. Dr. der Philosophie stellte die These auf:
Du sollst gönnen!
Ich falsifiziere diese These mit der Umwandlung des Satzes in:
„Du sollest gönnen können, können.“
Und damit machte ich den Punkt an diesem Abend. 🤔

Die tiefste Wahrheit über
Neid - Missgunst - Schadenfreude:

Diese Gifte verschwinden nicht,
weil du moralisch besser wirst.

Sie verschwinden, weil du innerlich sicherer wirst.

Denn ein Mensch, der sich selbst wirklich bewohnt,
hat keinen Grund, im Leben anderer zu wohnen.



Der ultimative Leitsatz

Je mehr du bei dir bist,
desto uninteressanter werden die Leben der anderen.

Und genau dort stirbt Neid.
Nicht durch Kampf – sondern durch Bedeutungslosigkeit.

Warum Menschen mit innerer Leere für andere belastend sein könnenMenschen mit innerer Leere leiden oft still. Nach außen...
31/01/2026

Warum Menschen mit innerer Leere für andere belastend sein können

Menschen mit innerer Leere leiden oft still. Nach außen wirken sie funktional, ruhig oder sogar stabil, während sie innerlich kaum etwas spüren. Doch gerade diese innere Abwesenheit kann für ihr Umfeld emotional anstrengend und schwer greifbar sein. Nicht, weil diese Menschen „schwierig“ sind, sondern weil Leere Beziehungen auf eine besondere Weise beeinflusst.

Ein zentrales Problem ist die eingeschränkte emotionale Resonanz. Beziehungen leben von wechselseitigem Erleben: Freude teilen, Trost annehmen, Interesse zeigen. Wer innerlich leer ist, kann darauf oft nur begrenzt reagieren. Für andere fühlt sich das an wie ein emotionales Vakuum. Nähe verpufft, Zuwendung erreicht ihr Ziel nicht. Der Gegenüber beginnt sich zu fragen, ob er unwichtig ist oder etwas falsch macht.

Hinzu kommt, dass Menschen mit innerer Leere häufig unbewusst versuchen, ihre innere Spannung über andere zu regulieren. Sie suchen Bestätigung, Aufmerksamkeit oder Halt, ohne selbst wirklich präsent sein zu können. Dadurch entsteht ein Ungleichgewicht: Eine Person gibt emotional viel, bekommt aber wenig zurück. Auf Dauer fühlt sich das auslaugend an.

Besonders belastend ist auch die diffuse Kommunikation. Innere Leere ist schwer in Worte zu fassen. Betroffene können oft nicht sagen, was sie brauchen, nur dass „etwas fehlt“. Für andere ist das frustrierend, weil Probleme nicht konkret lösbar erscheinen. Man will helfen, weiß aber nicht wie. Das erzeugt Hilflosigkeit und emotionale Überforderung.

Nicht selten entsteht zudem eine subtile Dynamik von Sinnlosigkeit. Die Leere färbt auf das Umfeld ab. Gespräche werden flacher, gemeinsame Aktivitäten verlieren Bedeutung, Zukunftspläne wirken leer. Andere spüren diese Stimmung, auch wenn sie nicht benannt wird. Emotionen sind ansteckend – auch die Abwesenheit von ihnen.

So werden Menschen mit innerer Leere nicht durch aktives Verhalten belastend, sondern durch das, was fehlt: Resonanz, Klarheit, emotionale Rückmeldung. Für Beziehungen ist das schwerer auszuhalten als offener Schmerz oder Konflikt. Denn mit Leid kann man umgehen – mit innerer Abwesenheit oft nicht.

Nicht selten leiden in Partnerschaften oder Beziehungen beide am Symptom des Einzelnen.

Das Gefühl innerlich leer zu sein ist für Betroffene quälend.Als Reaktion auf belastende Lebensereignisse ist dieser Zus...
30/01/2026

Das Gefühl innerlich leer zu sein ist für Betroffene quälend.
Als Reaktion auf belastende Lebensereignisse ist dieser Zustand ein reaktiver und somit vorübergehend.
Kein großes Problem also.
Und dann gibt es noch die Menschen, die innere Leere konstant und über lange Lebenszeiträume erleben. Sie versuchen diesem Zustand zu entkommen, indem sie ständig Kontakte zu anderen suchen, immer aktiv sein müssen, und daher häufig als extrovertiert gelten.
Dem liegt meist ein frühes Trauma (Entwicklungstrauma) zugrunde.
Das innere Leid ist groß und wird äußerlich kaum erkannt.

Innere Leere ist ein psychischer Schutz- und Erschöpfungszustand, bei dem die Psyche Gefühle abschaltet, weil sie zu viel oder zu wenig verarbeitet. Sie zeigt sich als emotionale Taubheit, Sinnverlust und Entfremdung – und ist meist ein Zeichen dafür, dass wichtige innere Bedürfnisse oder Gefühle keinen Raum bekommen.

Menschen versuchen Leere fast nie zu „füllen“ –
sie versuchen sie nicht zu fühlen.

Leere ist meist ein Symptom, kein Mangel an Inhalt.
Darunter liegen oft:
• unerlebte Trauer
• unterdrückte Wut
• nicht erfüllte Bindungsbedürfnisse
• verlorene Selbstverbindung



Warum all diese Strategien meist nicht wirken

Weil sie außen ansetzen bei einem inneren Problem:

Die Leere ist kein Loch, das man stopft.
Sie ist ein Raum, der wieder gefüllt werden will – mit echtem Erleben.

Solange die eigentlichen Gefühle nicht integriert werden, kehrt die Leere zurück – egal wie viel man konsumiert, erreicht oder erlebt.

Festhalten geschieht nicht immer aus Liebe. Oft halten wir fest weil es uns an Vertrauen mangelt oder weil wir uns vor d...
25/01/2026

Festhalten geschieht nicht immer aus Liebe. Oft halten wir fest weil es uns an Vertrauen mangelt oder weil wir uns vor der eigenen Entwicklung fürchten.
Es liegt in unserer Hand was unsere Kinder über wahrhaftige Liebe lernen, und wie wir sie in ihr eigenes Leben entlassen.

Es gibt keinen klaren Moment, in dem Kinder erwachsen werden. Kein Datum, keinen Abschied, keinen Übergang, der gefeiert wird. Stattdessen geschieht es leise. Gespräche verändern sich, Entscheidungen werden selbstständig getroffen, Nähe bekommt eine andere Form. Was früher selbstverständlich war – gefragt zu werden, gebraucht zu werden, Einfluss zu haben – wird langsam ersetzt durch Abstand. Nicht aus Ablehnung. Sondern weil das Leben größer wird.

Viele Eltern erleben diese Zeit als widersprüchlich. Da ist Stolz auf das, was das eigene Kind geworden ist. Und gleichzeitig eine Unsicherheit darüber, welchen Platz man selbst noch hat. Verantwortung fühlt sich plötzlich anders an. Man weiß nicht mehr, wann Einmischen hilft und wann es trennt. Wann Schweigen Nähe schafft – und wann es als Desinteresse verstanden werden könnte. Oft bleibt ein Gefühl zurück, das schwer zu benennen ist: nicht mehr zuständig zu sein und sich trotzdem verantwortlich zu fühlen.

„Leben mit erwachsenen Kindern“ widmet sich genau dieser oft übersehenen Lebensphase. Ulrike Brandt beschreibt ein Elternsein, das sich wandelt: weg vom Lenken und Zuständigsein, hin zu Vertrauen, Zurückhaltung und einer neuen Form von Verbundenheit. Loslassen bedeutet hier keinen Rückzug und keinen Liebesentzug. Es ist eine innere Bewegung – die Bereitschaft, dem erwachsenen Kind Freiheit zuzugestehen, ohne die Beziehung aufzugeben. Und ohne sich selbst dabei zu verlieren.

Dieses Buch ist kein klassischer Ratgeber mit schnellen Lösungen. Es ist ein stiller, klärender Begleiter für Eltern, die spüren, dass sich etwas Grundlegendes verändert hat. Es lädt dazu ein, innezuhalten und ehrlich hinzuschauen: auf die Beziehung zum erwachsenen Kind, auf alte Muster, unausgesprochene Erwartungen und auf die eigene Angst, an Bedeutung zu verlieren. Mit feiner Sprache und großer Klarheit macht es sichtbar, was viele Eltern erleben, aber selten aussprechen – auch vor sich selbst nicht.

„Willkommen bleiben“ heißt dabei nicht, immer verfügbar zu sein oder alles gutzuheißen. Es bedeutet, einen inneren Raum offen zu halten. Frei von Forderungen, Vorwürfen und stillen Rechnungen. Einen Raum, in den erwachsene Kinder zurückkehren können, ohne sich erklären zu müssen. Und in dem Eltern bleiben dürfen – präsent, interessiert, verbunden – ohne sich über Kontrolle oder ständige Nähe zu definieren.

Dieses Buch richtet sich an Eltern, die ihre erwachsenen Kinder lieben und lernen möchten, diese Liebe in eine neue, reife Form zu bringen. Eine Form, die Freiheit zulässt und Nähe ermöglicht. Die nicht festhält – und gerade deshalb trägt.

WEILes immerhin möglich ist!Photo: Netzfund (der mir gefällt)
24/01/2026

WEIL
es immerhin möglich ist!

Photo: Netzfund (der mir gefällt)

Adresse

Schulstraße 5
Gillenfeld
54558

Öffnungszeiten

Dienstag 14:00 - 19:00
Donnerstag 14:00 - 20:00
Freitag 14:00 - 19:00

Telefon

+496573953602

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