25/11/2025
🧠 Psychologische Auflistung: Wie äußert sich Gewalt gegen Frauen in Beziehungen?
1. Physische Gewalt
Körperliche Übergriffe, die oft erst spät nach außen sichtbar werden, z. B.:
• Schlagen, Stoßen, Würgen
• Festhalten, Einschließen
• Zerstören von Gegenständen, um Angst zu erzeugen
Psychologischer Kern: Kontrolle, Einschüchterung, Machtausübung.
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2. Psychische / Emotionale Gewalt
Diese Form ist besonders häufig und für Betroffene schwer erkennbar.
Typische Ausdrucksformen:
• Abwertungen, Beschimpfungen, Lächerlichmachen
• Gaslighting (Realitätsmanipulation: „Das bildest du dir ein.“)
• Schweigen / emotionale Kälte als Bestrafung
• Einreden von Schuld („Du provozierst das.“)
Psychologischer Kern: Zermürbung des Selbstwerts, Abhängigkeit schaffen.
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3. Soziale Gewalt
Das soziale Umfeld wird gezielt eingeschränkt.
Beispiele:
• Verbieten von Kontakten zu Freunden/Familie
• Kontrolle über Aufenthaltsorte
• Rufschädigung („Niemand außer mir mag dich.“)
Psychologischer Kern: Isolierung erleichtert Manipulation und Kontrolle.
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4. Ökonomische Gewalt
Angriffe auf finanzielle Selbstständigkeit:
• Geld vorenthalten oder kontrollieren
• Berufsverbote oder Sabotage
• Schulden im Namen der Frau verursachen
Psychologischer Kern: Machtgefälle durch Abhängigkeit.
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5. Sexuelle Gewalt
Geschieht häufig im Kontext von Partnerschaften, wird aber selten benannt:
• Sexuelle Handlungen erzwingen
• Druck, Manipulation („Wenn du mich liebst…“)
• Grenzen missachten
Psychologischer Kern: Entwertung der Autonomie und Würde.
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6. Digitale Gewalt
Zunehmend verbreitet:
• Kontrolle über Smartphone/Passwörter
• Tracking, Überwachung
• Drohung mit Veröffentlichung privater Inhalte
Psychologischer Kern: Totalisierung der Kontrolle, auch außerhalb des physischen Raums.
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7. Stalking & Kontrolle
• Übermäßiges Nachfragen, Kontrollieren, Überprüfen
• „Checken“ der Kleidung, sozialen Interaktionen
• Eifersucht als Vorwand für Besitzansprüche
Psychologischer Kern: Besitzdenken, Verlustangst mit aggressiver Kontrolle kompensiert.
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8. Der Zyklus der Gewalt
Häufig folgt ein wiederkehrendes Muster:
1. Spannungsaufbau – Kritik, Gereiztheit
2. Gewaltausbruch – physisch oder psychisch
3. Reuephase – Entschuldigungen, Versprechen
4. Honeymoon – Zärtlichkeit, Harmonie, Geschenke
→ Danach beginnt der Kreislauf von vorn.
Psychologischer Kern: Intermittierende Verstärkung → erhöht die Bindung an den Täter („Trauma Bonding“).
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9. Psychische Folgen bei Betroffenen
• Angststörungen
• Depressionen
• Komplexe Traumafolgen (z. B. Hypervorsicht, Dissoziation)
• Niedriges Selbstwertgefühl
• Schuldgefühle, Scham
• Bindungs- und Abhängigkeitsdynamiken
10. Warum Betroffene oft bleiben
Psychologisch bedeutsame Faktoren:
• Trauma Bonding / intermittierende Zuwendung
• Manipulation & Schuldgefühle
• Angst vor Eskalation
• Soziale Isolation
• Finanzielle Abhängigkeit
• Hoffnung auf Veränderung
lieber Mann: SUCH DIR HILFE! SPRICH DARÜBER mit jemandem dem Du vertraust, wo Du Dich sicher fühlst, und nicht verurteilt wirst.
liebe Frau: Sprich mit jemandem der Dir glaubt, bei dem Du sich sicher aufgehoben fühlst!