13/08/2025
Etwas mit ZUVERSICHT VERTRAUEN DURCHHALTEVERMÖGEN
🔕Ich werde
diese scheiß Glocke nicht läuten.
Sonntagmorgen. Kalifornien.
Das Licht fällt durch die Jalousien, als wollte es mich an einen schönen Tag erinnern.
Aber in mir ist nichts hell.
Ich sitze auf meinem Bett.
Die Hände graben sich in die zerknitterte Decke, als müsste ich mich festhalten, um nicht zu fallen.
Mein Rücken krümmt sich nach vorn, als könnte ich das Gewicht, das auf meiner Brust liegt, so abwerfen.
Doch es drückt weiter.
Härter.
Der Brustkorb schnürt sich zu, jeder Atemzug wird zum Kampf.
Die Luft bleibt flach.
Zu flach.
Und dann kommen die Tränen. Leise, warm, salzig und sie hören nicht auf.
Ich bin jemand, der immer weitergeht.
Der in seinem Leben unzählige Stöckchen übersprungen hat.
Der für andere gesprungen ist, wenn sie es selbst nicht konnten.
Der zurückgetreten ist, um anderen Platz zu machen auch wenn er selbst hätte stehenbleiben müssen.
Ich habe mich aufgerieben.
Weil Menschen Knöpfe gedrückt haben, die tief in mir verborgen lagen.
Knöpfe, die der Verlust meines Vaters und die Erziehung meiner Mutter in mir eingebrannt haben.
Traumata, die nie verschwunden sind.
Wenn ich heute etwas bereue und ich hätte nie gedacht, dass ich das einmal sage dann, dass ich zehn Jahre meines Lebens in falsche Situationen gesteckt habe.
Zehn Jahre investiert.
Verbraucht.
Verschwendet.
Es gab so viele Momente, in denen ich die Glocke hätte läuten können.
Damals, als mein Vater sich das Leben nahm.
Als ich zehn Jahre lang Tag für Tag in psychischen und physischen Schmerzen gelebt habe.
Jahre später, in meinen 20ern und 30ern, als ich in Jobs steckte, die mich erstickten.
In Freundschaften, die mich ausbluteten. Toxische Beziehungen von hilflosen Frauen die ich reparieren sollte, repariert habe.
In Situationen, in denen ich nur noch weg wollte.
Ich weiß nicht, was passiert wäre, hätte ich losgelassen.
Vielleicht hätte ich mich hingesetzt und nichts mehr getan.
Vielleicht wäre ich Maler geworden.
Vielleicht gar nichts mehr.
Aber ich weiß, wie sich Schmerz anfühlt.
Ich weiß, wie es ist, mit 57 morgens dazusitzen,
den Kopf in den Händen,
die Tränen in den Augen,
die Glocke vor mir.
Und trotzdem nicht zuzugreifen.
Ich wische mir die Tränen ab.
Blicke in die Sonne.
Atme tief.
Und stehe auf.
Ich halte die Kälte aus.
Ich halte die Ignoranz aus.
Ich halte Beleidigungen, Verluste, Lügen und Verrat aus.
Ich habe mich bulletproof gemacht.
Und trotzdem manchmal dringen Querschläger durch.
Aber ich werde diese verdammte Glocke nicht läuten.
Nicht heute.
Nicht morgen.
Nie.
Denn ich habe gelernt:
Hinter der Kälte liegt das Feuer.
Hinter dem Feuer beginnt mein Leben.
Mein eigenes.
Mein selbst gebautes.
Mein gutes Leben.
William H. McRaven, Navy SEAL, sagte einmal:
„Wenn du die Glocke läutest, ist alles vorbei. Kein kaltes Wasser mehr. Kein Drill. Kein Schmerz. Aber auch keine Chance, jemals herauszufinden, wer du bist.“
Ich will es wissen.
Darum bleibt die Glocke still.
🔕Du wirst die scheiß Glocke auch nicht läuten.