26/11/2022
TOXISCH
„Er hat auch gute Seiten“
„Es war der verletzte, kleine Junge in ihm,
der mich verletzt hat“
"Er hat nur aus seinem eigenen Schmerz
heraus gehandelt und ich hatte dafür kein
Verständnis“
„Ich habe mich nicht genügend um ihn und
seinen Schmerz gekümmert“
„Ich habe mich nicht auf sein Licht und
seine Liebe konzentriert, sondern nur
auf seine Fehler“
„Ich habe ihn nicht gesehen, wie er wirklich ist.“
„Ich bin teils schuldig, weil ich ihn in eine
Schublade stecken wollte. Und er hat sich
nur dagegen gewehrt“
Das sind einige Aussagen von Frauen, die
eine Beziehung mit einem Narzissten hinter
sich haben.
Die räumliche Trennung ist vollzogen.
Die emotionale noch nicht.
Diese Abhängigkeit klebt wie Gift an den Frauen,
welches sie loswerden wollen.
Dafür nehmen sie Schuld auf sich.
Dafür verschwimmt ihre Wahrnehmung immer
wieder.
Sie können noch nicht wieder klar sehen,
denken und fühlen.
Sie können noch nicht wieder differenzieren.
Ihre Seele ist noch zu wund.
Sie sind noch verblendet.
Die emotionale Ablösung ist nicht leicht.
Sie fallen zurück.
Sagen: So schlimm war er gar nicht.
Und: Ich war in irgendeinem Leben auch mal
eine Narzisstin und habe ihn eben angezogen.
Und: Ich sehe jetzt seinen wahren Kern und
er kann sich ändern.
Und …. ….. …..
Die Heilung der Wunden braucht ihre Zeit.
Aber auch die Disziplin dem Verlangen
nach Verleugnung, Schönreden und
Aufwertung dessen, was geschehen ist,
zu widerstehen.
Ein Prozess.
Ein Prozess, in dem es oft einen Schritt vorwärts und
danach zwei Schritte rückwärts geht.
Nicht aufgeben, muss das Motto sein.
Heilen.
Hinfallen.
Aufstehen.
Weiter gehen.
So lange, bis du wieder gelernt hast, „Deines“ von
dem Anderer zu unterscheiden.
So lange, bis du deinem Bauchgefühl wieder 100%
vertrauen kannst.
So lange, bis du verstanden hast, dass du andere Menschen,
die dir fremd sind, nicht vorbehaltlos vertrauen darfst und schon
gar nicht musst.
So lange, bis du gelernt hast, dass Misstrauen gesund ist
und du dir die Zeit und den Raum für deine Heilung nimmst.
In deinem Tempo.
So lange, bis du wieder DU selbst bist.
Text: Milena Fluss