16/11/2025
Die größte Zensur passiert im Kopf der Ärzte. In diesem kurzen Moment, in dem man spürt: „Diesen Satz sollte ich besser nicht laut sagen.“ Nicht weil er falsch wäre, sondern weil er unbequem ist.
Ich erinnere mich gut an 2020. Damals habe ich nur gesagt: Ruhe bewahren. Erst schauen, dann handeln. Kein Drama, kein Alarmismus. Und vieles, was damals als „gefährlich“ galt, gilt heute als nüchterne Normalität. Aber die Angst vor bestimmten Wahrheiten ist geblieben. Nicht die Angst vor Viren - die Angst vor Konsequenzen.
Viele Kollegen schreiben mir bis heute im Stillen: „Ich sehe das wie Sie…aber ich kann es öffentlich nicht sagen.“
Und ich nehme es niemandem übel. Ein junger Arzt mit frischer Praxis, Kredit und Familie kann es sich nicht leisten, gegen den Strom zu sprechen. Ich wurde oft verklagt - habe jedes Verfahren gewonnen - aber der Preis ist hoch. Zeit, Geld, Nerven. Das hält nicht jeder aus.
So entsteht diese stille Selbstzensur. Nicht aus Bosheit, sondern aus Angst und Abhängigkeit. Und genau deshalb sage ich immer wieder: Gesundheit braucht mehr als Leitlinien.
Sie braucht Perspektiven.
Sie braucht Fragen, nicht nur Antworten.
Sie braucht Mut - nicht Dogmen.
Ich bitte niemanden, mir blind zu glauben.
Ich bitte nur darum, die Tür offen zu lassen:
für Zweifel, für Intuition, für das große Ganze hinter den Symptomen.
Denn eines bleibt wahr: Niemand kann eure Gesundheit so sehr retten wie ihr selbst. Nicht einmal der Arzt, der es gut meint.