20/02/2026
Brennen, Rötung, das Gefühl eines Fremdkörpers im Auge – diese Beschwerden kennen viele. Dahinter steckt häufig ein sogenanntes trockenes Auge, auch Keratokonjunktivitis sicca genannt. Studien zeigen, dass in Deutschland rund 9 bis 12 Millionen Menschen davon betroffen sind. Damit gehört es zu den häufigsten Gründen, eine augenärztliche Praxis aufzusuchen.
Die Ursachen sind vielfältig. Bildschirmarbeit spielt eine zunehmend große Rolle: Wer konzentriert auf Monitor, Smartphone oder Tablet schaut, blinzelt deutlich seltener – der Tränenfilm wird nicht mehr ausreichend verteilt. Hinzu kommen trockene Raumluft durch Heizung oder Klimaanlage, bestimmte Medikamente wie Betablocker oder Antihistaminika sowie hormonelle Veränderungen, besonders in und nach den Wechseljahren. Frauen sind daher statistisch häufiger betroffen als Männer. Auch zunehmendes Alter, bei dem die Tränenproduktion nachlässt, ist ein relevanter Faktor.
Das eigentliche Problem liegt im Tränenfilm selbst: Entweder wird zu wenig Tränenflüssigkeit produziert, oder – was häufiger vorkommt – die Zusammensetzung des Tränenfilms ist gestört, sodass er zu schnell verdunstet. Häufig liegt eine Funktionsstörung der Meibomdrüsen am Lidrand zugrunde, die für die schützende Fettschicht des Tränenfilms verantwortlich sind.
Je nach Ursache und Schweregrad gibt es heute ein breites Behandlungsspektrum: von Tränenersatzmitteln und Lidrandpflege über entzündungshemmende Augentropfen bis hin zu spezialisierten Verfahren wie der IPL-Behandlung. Entscheidend ist dabei immer die genaue Diagnose, denn eine pauschale Therapie greift bei dieser multifaktoriellen Erkrankung selten.