25/11/2025
Im Internet versprechen zahlreiche Programme, dass man durch gezieltes Augentraining seine Brille loswerden kann. Doch was sagt die Wissenschaft dazu?
Die klare Antwort: Das ist ein Mythos.
Augentraining kann keine Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung korrigieren. Der Grund ist einfach: Fehlsichtigkeiten entstehen durch die anatomische Form des Augapfels oder die Brechkraft der Linse. Diese strukturellen Gegebenheiten lassen sich durch Übungen nicht verändern – genauso wenig wie man seine Körpergröße wegtrainieren kann.
Was Augentraining tatsächlich leisten kann:
Entspannungsübungen für die Augen sind durchaus sinnvoll, besonders bei langer Bildschirmarbeit. Sie können Ermüdungserscheinungen reduzieren und die Augenmuskulatur entspannen. Augenärzte empfehlen die 20-20-20-Regel: Alle 20 Minuten für 20 Sekunden mindestens 6 Meter in die Ferne schauen.
Bei bestimmten Augenmuskelproblemen oder leichten Schielformen können gezielte Übungen unter fachlicher Anleitung helfen. Für Kinder wird empfohlen, täglich mindestens zwei Stunden im Freien zu verbringen, da dies das Risiko für Kurzsichtigkeit senken kann.
Unser Rat:
Seien Sie vorsichtig bei teuren Online-Programmen, die behaupten, Sie bräuchten keine Brille mehr. Solche Versprechen sind unseriös und können dazu führen, dass notwendige Behandlungen verzögert werden. Eine bestehende Fehlsichtigkeit sollte immer professionell mit Brille, Kontaktlinsen oder anderen medizinischen Verfahren korrigiert werden.
Fazit: Augentraining zur Entspannung – ja. Augentraining als Brillenersatz – nein.