17/02/2026
Viele denken beim Schielen zunächst an ein rein äußerliches Merkmal. Doch medizinisch betrachtet, dem sogenannten Strabismus, steckt deutlich mehr dahinter.
Beim Schielen sind die Augen nicht parallel ausgerichtet, ein Auge weicht nach innen, außen, oben oder unten ab. Das Gehirn empfängt dadurch zwei unterschiedliche Bilder, die es nicht zu einem einzigen Seheindruck zusammenführen kann.
Bei Kindern ist das besonders kritisch: Das Gehirn reagiert, indem es die Informationen des abweichenden Auges zunehmend unterdrückt. Hält dieser Zustand an, entwickelt sich eine Schwachsichtigkeit, die sogenannte Amblyopie. Das betroffene Auge verlernt gewissermaßen das scharfe Sehen – mit möglichen lebenslangen Folgen für die Sehkraft und das räumliche Sehen. Entscheidend ist daher: Je früher die Behandlung beginnt, desto besser die Aussichten. Etwa drei bis fünf Prozent aller Kinder sind von Strabismus betroffen.
Die Therapiemöglichkeiten bei Kindern umfassen die Korrektur einer zugrundeliegenden Fehlsichtigkeit durch eine Brille, das gezielte Abkleben des stärkeren Auges mit einem Pflaster zur Förderung des schwächeren Auges sowie bei Bedarf eine Operation zur Korrektur der Augenmuskeln.
Bei Erwachsenen zeigt sich Schielen häufig durch Doppelbilder. Mögliche Ursachen sind Lähmungen einzelner Augenmuskeln, Schilddrüsenerkrankungen oder neurologische Erkrankungen. Auch hier helfen Prismengläser oder operative Eingriffe. Tritt das Schielen bei Erwachsenen neu auf, sollte neben der augenärztlichen auch eine neurologische oder internistische Abklärung erfolgen, um die Ursache zu finden.
Wenn Sie bemerken, dass Ihr Kind schielt oder Sie selbst plötzlich doppelt sehen, empfehlen wir eine zeitnahe Untersuchung.