Die Waldfrauen

Die Waldfrauen Wildkräutertouren und - Workshops Mein Garten- Eine Oase für wilde Kräuter und Pflanzen, Vögel, Insekten und Reptilien. Das ist mein Garten.

Erden durch Arbeiten im Garten, sich wohl fühlen, staunen und durchatmen.

07/04/2026

Giersch im Garten!?Gärtnerschreck!? Freu dich, denn er ist so wertvoll. 4 mal so viel Vitamin C wie eine Zitrone und 13 mal so viele Mineralstoffe wie unser Grünkohl...
Viel Spaß beim ausprobieren.

Der Gefleckte Aronstab (Arum maculatum)​Der Gefleckte Aronstab, wissenschaftlich Arum maculatum, ist ein faszinierender ...
24/03/2026

Der Gefleckte Aronstab (Arum maculatum)​Der Gefleckte Aronstab, wissenschaftlich Arum maculatum, ist ein faszinierender Vertreter aus der Familie der Aronstabgewächse. Man findet ihn vor allem in schattigen, feuchten Laubmischwäldern auf nährstoffreichen Böden, wo er als ausdauernde, krautige Pflanze aus einem knolligen Rhizom wächst.​Erscheinungsbild und Besonderheiten​Besonders markant ist seine Blüte: Ein aufrechter, kolbenartiger Blütenstand (Spadix), der von einem großen, tütenförmigen Hochblatt (Spatha) umhüllt wird. Im Spätsommer, wenn die Blätter bereits verwelkt sind, bleiben nur die auffälligen, leuchtend roten Beeren an einem nackten Stiel zurück. Eine botanische Besonderheit ist die Thermogenese: Die Pflanze kann Eigenwärme erzeugen, um Aasgeruch zu verbreiten und so Insekten in ihre Kesselfalle zu locken.​Inhaltsstoffe und die Gefahr der Vergiftung​Man muss beim Aronstab vorsichtig sein, da alle Pflanzenteile hochgiftig sind. Die Hauptwirkstoffe sind Scharfstoffe wie das Aroin, verschiedene Saponine und vor allem Calciumoxalat-Kristalle. Diese Kristalle wirken wie mikroskopische Nadeln, welche die Schleimhäute mechanisch verletzen.​Ein Verzehr – oft verleitet durch die süßlich schmeckenden Beeren – führt zu brennenden Schmerzen im Mund, Schwellungen, Erbrechen und Krämpfen. Schon der bloße Hautkontakt mit dem Saft kann starke Irritationen und Blasenbildung auslösen.​Verwendung in Geschichte und Moderne​In der modernen Medizin findet der Aronstab aufgrund seiner Toxizität keine direkte Anwendung mehr. Einzig in der Homöopathie wird er in extremen Verdünnungen gegen Entzündungen der Atemwege eingesetzt.​Historisch gesehen war die Pflanze jedoch nützlich: Die stärkereiche Knolle wurde früher für die Herstellung von Wäschestärke (besonders für Halskrausen im Barock) verwendet. In extremen Notzeiten wurde sie sogar gegessen, allerdings erst nach einem langwierigen Prozess des Kochens und Wässerns, um die Gifte zu neutralisieren.​Mythos und Volkstum​Der Name der Pflanze leitet sich von der biblischen Figur Aaron ab, dessen Stab auf wundersame Weise erblühte. Die dunklen Flecken, die viele Exemplare auf ihren pfeilförmigen Blättern tragen, wurden im Mittelalter oft als Blutstropfen Christi gedeutet. Wegen ihrer ungewöhnlichen Form und der versteckten Lebensweise galt die Pflanze im Volksglauben zudem oft als geheimnisvoll oder gar magisch, was ihr Beinamen wie „Teufelswurz“ einbrachte.

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19/03/2026

Natur, Abenteuer und Auszeit für Groß und Klein 🌛🌟

Die goldene Lichtgestalt unserer Wälder ​                 Die Europäische Lärche (Larix decidua)  nimmt unter den heimis...
17/03/2026

Die goldene Lichtgestalt unserer Wälder ​
Die Europäische Lärche (Larix decidua) nimmt unter den heimischen Nadelbäumen eine absolute Sonderstellung ein. Während Fichten und Tannen das ganze Jahr über ihr dunkles Nadelkleid tragen, zeigt sich die Lärche als wandlungsfähige Individualistin: Im Frühjahr leuchtet sie in einem fast unwirklichen Hellgrün, im Herbst verzaubert sie die Bergwälder mit einer flammend goldgelben Färbung, bevor sie als einziger heimischer Nadelbaum ihre Nadeln abwirft.
Diese Strategie schützt sie in extremen Höhenlagen vor dem Vertrocknen und vor Schneebruch. ​Ein Baum der Extreme und der Beständigkeit ​Botanisch gesehen ist die Lärche ein Kraftpaket. Sie erreicht Höhen von bis zu 45 Metern und kann ein stolzes Alter von über 800 Jahren erreichen.
Ihr Holz gilt als das „Eichenholz unter den Nadelhölzern“: Es ist extrem hart, schwer und durch seinen hohen Harzgehalt von Natur aus resistent gegen Fäulnis und Witterung.
Diese Eigenschaft machte sie historisch unverzichtbar für den Schiffbau, das Zimmerhandwerk und sogar für die Gründung ganzer Städte – so ruhen große Teile Venedigs seit Jahrhunderten auf unzerstörbaren Lärchenpfählen. ​

Verwendete Pflanzenteile - Rinde, Harz, junge Sprosse, Nadeln
Inhaltsstoffe - Ätherisches Öl, Harzsäuren, Pimarinsäure, Pimarsäure, Pimarolsäure, Bitterstoff, Bernsteinsäure

Heilkraft aus dem „Gold des Waldes“ ​In der Naturheilkunde spielt vor allem das Lärchenharz, das auch als „Venezianisches Terpentin“ bekannt ist, eine zentrale Rolle. Es wird traditionell zur Herstellung von Pechsalben verwendet.
Diese Salben sind ein bewährtes Hausmittel, um die Durchblutung zu fördern, Entzündungen „herauszuziehen“ oder festsitzende Splitter aus der Haut zu lösen.
Doch auch die Atemwege profitieren von der Lärche:
Das ätherische Öl der Nadeln wirkt antiseptisch und schleimlösend, was es zu einem idealen Begleiter bei Erkältungen macht.
In der seelischen Heilkunde (Bachblütentherapie) steht die Lärche („Larch“) symbolisch für das Selbstvertrauen und hilft Menschen, die an ihren eigenen Fähigkeiten zweifeln. ​
Kulinarische Entdeckungen:
Waldaroma auf dem Teller ​
Obwohl man Nadelbäume selten mit Genuss assoziiert, bietet die Lärche im Frühjahr eine kulinarische Überraschung.
Die jungen, weichen Triebspitzen (Maiwipferl) besitzen ein feines, zitronig-harziges Aroma.
Sie können direkt im Salat verwendet, in Kräuterquark gerührt oder in Honig eingelegt werden.
Dieser „Lärchenhonig“ ist nicht nur eine Delikatesse, sondern dient gleichzeitig als sanftes Mittel gegen Husten.
Getrocknet und fein vermahlen ergeben die Nadeln zudem ein außergewöhnliches Gewürz, das Wildgerichten eine authentische Waldnote verleiht.
​Mythos und Schutzgeist ​
Seit jeher gilt die Lärche als ein freundlicher, lichter Baum.
Im Gegensatz zu den oft düster wirkenden Fichtenwäldern ist ein Lärchenhain lichtdurchflutet und einladend.
In der Mythologie der Alpenbewohner galt sie als Wohnsitz guter Waldfeen und schützender Geister. Man schrieb ihr die Kraft zu, böse Zauber abzuwehren und Haus und Hof vor Blitzeinschlag zu bewahren.
Zweige der Lärche wurden oft über Türen aufgehängt, um das „Böse“ draußen zu halten. ​Zusammenfassend ist die Lärche weit mehr als nur ein Nutzholzlieferant:
Sie ist eine Brücke zwischen der rauen Hochgebirgsnatur und der feinen Heilkunst, eine Überlebenskünstlerin, die uns lehrt, Altes loszulassen (wie ihre Nadeln im Winter), um im Frühjahr mit neuer Kraft zu erstrahlen.

16/03/2026

Der Giersch, als "Unkraut" verpönt, dabei ist sie ein wahres Gourmet-Wildkraut mit einem herrlich würzigen Geschmack, der an Petersilie und Sellerie erinnert.​
Aber die Pflanze ist nicht nur geschmacklich eine tolle Überraschung, sie ist reich an Vitamin C, Provitamin A, Eisen, Kalium, Magnesium und sekundären Pflanzenstoffen.4 Gierschblätter enthalten sogar 15-20 mal so viel Vitamin C wie Kopfsalat!
Und in der Heilkunde:
Die Heilkraft steckt vor allem in seinen ätherischen Ölen, Flavonoiden, Cumarinen und Mineralstoffen. Traditionell wurde er in der Volksmedizin bei Gicht, Rheuma, Blasenproblemen und zur Entschlackung verwendet. Seine harntreibende Wirkung hilft, Harnstoff aus dem Körper auszuleiten, was gerade bei Gelenkerkrankungen unterstützend wirkt.
Äußerlich kann der Giersch verwendet werden als Umschlag bei Insektenstichen, Hautentzündungen oder geschwollenen Gelenken.

​Mein Rezept für euch:

Giersch-Feta-Frittata mit Walnüssen​

Diese Frittata ist das perfekte, unkomplizierte Mittagessen oder ein leichtes Abendbrot im Frühling.
Der Giersch bringt eine feine Würze, die wunderbar mit dem salzigen Feta und den knackigen Walnüssen harmoniert.​Zutaten (für eine kleine Pfanne von ca. 20 cm Ø):​1 große Handvoll frischer Giersch (vorwiegend junge, zarte Blätter)​4-5 Eier​50 ml Sahne oder Milch​80 g Feta​1 Handvoll Walnüsse​1 kleine Zwiebel oder Schalotte​1 Knoblauchzehe​Salz & Pfeffer​1 EL Olivenöl oder Butter​Zubereitung:​Giersch vorbereiten: Den Giersch gründlich waschen, trocken schütteln und die zarten Blätter grob hacken. Die festeren Stiele können beiseitegelegt werden (sie schmecken super in Suppen).​Anschwitzen: Zwiebel und Knoblauch fein würfeln. In einer ofenfesten Pfanne das Öl erhitzen und die Würfel darin glasig dünsten. Den gehackten Giersch hinzugeben und kurz zusammenfallen lassen.​Ei-Masse vorbereiten: Währenddessen Eier, Sahne, Salz und Pfeffer in einer Schüssel verquirlen. Den Feta hineinkrümeln und die Walnüsse grob gehackt untermischen.​Zusammenführen: Die Ei-Masse gleichmäßig über den Giersch in die Pfanne gießen. Bei mittlerer Hitze ca. 5 Minuten stocken lassen, bis der Rand fest wird.​Fertigbacken: Die Pfanne nun in den auf 180°C (Umluft) vorgeheizten Ofen stellen und für weitere 10-15 Minuten goldbraun backen, bis die Frittata komplett gestockt ist.​Anrichten: Die Frittata aus der Pfanne gleiten lassen und nach Belieben warm oder kalt servieren.

13/03/2026

Die Brennnessel, die Königin unserer heimischen Wildkräuter 💚

Das FrühjahrDie Zeit der Reinigung beginnt! Das absolute Power-Trio für den Start in den Frühling – jede mit ihrem ganz ...
05/03/2026

Das Frühjahr
Die Zeit der Reinigung beginnt!
Das absolute Power-Trio für den Start in den Frühling – jede mit ihrem ganz eigenen Charakter und Nutzen.

​1. Bärlauch (Allium ursinum) – Der wilde Knoblauch
​Er ist der Star im März und April. Bärlauch bringt den Stoffwechsel nach dem Winter so richtig auf Touren.
​Geschmack: Herzhaft, knoblauchartig, aber ohne die typische "Fahne" am nächsten Tag. ​
Wirkung: Wirkt antibakteriell, immunstimulierend und verdauungsfördernd.
Tipp: Immer roh verwenden (z. B. im Pesto oder Kräuterquark), da Hitze das Aroma und die Wirkstoffe zerstört. ​
NUR SAMMELN, WENN ICH BÄRLAUCH SICHER ERKENNEN KANN!!

2. Brennnessel (Urtica dioica) – Das heimische Superfood ​
Oft unterschätzt, dabei ist sie eine wahre Nährstoffbombe mit mehr Eisen als Spinat und reichlich Vitamin C. ​
Geschmack: Erdig, nussig, ähnlich wie Spinat.
​Wirkung: Stark entwässernd und stoffwechselanregend, vitalisieren, stärken und versorgen den Körper mit vielen wertvollen Nährstoffen. – perfekt für die Frühjahrskur. ​
Tipp: Die jungen Triebspitzen (die obersten 4 Blätter) ernten. Einmal kurz mit dem Nudelholz drüberrollen oder blanchieren, dann brennen sie nicht mehr.

​3. Vogelmiere (Stellaria media) – Der milde Allrounder ​
Sie wächst fast das ganze Jahr, ist aber im zeitigen Frühjahr besonders zart. Die Vogelmiere schmeckt überraschend mild und frisch.
​Geschmack: Erinnert an jungen Mais oder Erbsen. ​
Wirkung: Die basisch wirkenden Mineralstoffe unterstützen die blutreinigende und vitalisierende Frühjahrskur perfekt. Zudem stärkt die Vogelmiere die Abwehrkräfte. Sie hat entzündungshemmende Eigenschaften, regt die Verdauung an und ist leicht abführend.
Tipp: Sie ist die perfekte Basis für Salate oder Smoothies, da sie keinen dominanten Eigengeschmack hat und fast jedem schmeckt.

̈uter

Wunderschön und nur noch selten bei uns zu sehen.Märzenbecher (Leucojum vernum)​ Frühlings-Knotenblume, Großes Schneeglö...
04/03/2026

Wunderschön und nur noch selten bei uns zu sehen.
Märzenbecher
(Leucojum vernum)​ Frühlings-Knotenblume, Großes Schneeglöckchen.​Familie: Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Blütezeit: Februar bis April (je nach Höhenlage).
Merkmale: Glockenförmige, weiße Blüten mit charakteristischen gelb-grünen Flecken an den Spitzen der Blütenblätter.​Standort & Vorkommen​
Halbschatten bis lichter Schatten.​
Boden: Feuchte, nährstoffreiche und kalkhaltige Böden.​Lebensraum: Man findet sie oft in Auwäldern, feuchten Laubmischwäldern oder auf Bergwiesen.​
Schutzstatus: In Deutschland steht der Märzenbecher unter Naturschutz und darf nicht gepflückt oder ausgegraben werden.​
Inhaltsstoffe & Giftigkeit​Achtung: Die gesamte Pflanze ist stark giftig, besonders die Zwiebel!​Hauptwirkstoffe: Alkaloide wie Lycorin und Galanthamin.​Symptome: Bei Verzehr kommt es zu Erbrechen, Durchfall, Krämpfen und Herzrhythmusstörungen.​Verwendungszweck​
Garten: Beliebte Zierpflanze für schattige Orte und unter Sträuchern.​
Medizin (historisch/wissenschaftlich): Das enthaltene Galanthamin wird heute in der Medizin zur Behandlung von Alzheimer (leicht bis mittelschwer) eingesetzt, allerdings wird der Wirkstoff meist synthetisch oder aus anderen Pflanzen gewonnen.​
Früher: In der Volksmedizin wurde sie aufgrund der hohen Giftigkeit kaum genutzt, da die Dosierung zu gefährlich war.​
Mystische Bedeutung & Symbolik​: Er gilt als Symbol für Hoffnung, Reinheit und das Erwachen der Natur. Da er oft noch durch den Schnee bricht, steht er für die Überwindung des Winters.​Volksglaube: Früher glaubte man, dass der Märzenbecher böse Geister vertreibt, die den Frühling aufhalten wollen. In einigen Regionen hieß es, wo Märzenbecher blühen, haben die Erdmännchen oder Elfen ihren Tanzplatz.​
Name: Der Name "Knotenblume" leitet sich vom knotigen Fruchtknoten unter der Blüte ab, während "Märzenbecher" schlicht auf die Hauptblütezeit im März anspielt.​

̈uter

Winterkönig Chicorèe und seine Geschichte​Die Legende vom "weißen Gold" Eine dieser wunderbaren Geschichten, in denen de...
19/02/2026

Winterkönig Chicorèe und seine Geschichte
​Die Legende vom "weißen Gold"
Eine dieser wunderbaren Geschichten, in denen der Zufall und die Not der beste Lehrmeister waren.
Tatsächlich gibt es eine Legende, die im Belgien der 1830er Jahre spielt.
​Man erzählt sich, dass ein belgischer Bauer während der Belgischen Revolution (um 1830) seine Ernte vor den plündernden Soldaten verstecken wollte. Er hatte die Wurzeln der wilden Wegwarte (Zichorie) geerntet, um daraus Kaffeeersatz herzustellen. ​In seiner Not grub er die Wurzeln tief in seinem dunklen, sandigen Keller ein und bedeckte sie mit Erde, damit niemand sie finden konnte. Dann vergaß er sie im Trubel der Unruhen für einige Wochen. ​Die Überraschung im Keller. ​Als er nach Wochen endlich wieder in den Keller schaute, traute er seinen Augen nicht: ​
Aus den unscheinbaren, dreckigen Wurzeln waren im Stockdunkeln zarte, bleiche, fast weiße Knospen gesprossen. ​Da es im Winter kaum frisches Grün gab, probierte er die Triebe. ​Zu seinem Erstaunen waren sie nicht so zäh und extrem bitter wie die Blätter draußen am Feldrand, sondern knackig, saftig und mild-herb. ​Die Entdeckung der "Etiolierung" ​Der Bauer hatte unbewusst ein botanisches Prinzip genutzt: die Etiolierung (Vergeilung). Ohne Licht bildet die Pflanze kein Chlorophyll (Blattgrün). Dadurch bleiben die Blätter weiß und – was am wichtigsten war – die Bitterstoffe bleiben in der Wurzel konzentriert und wandern nicht komplett in die Blätter.
Vom Keller auf den Weltmarkt ​Ein Gärtner namens Jan Lammers im Botanischen Garten in Brüssel verfeinerte diese Zufallsentdeckung später (um 1845). Er erkannte, dass man die Wurzeln gezielt „treiben“ kann. ​
Chicorée war anfangs ein klassisches Produkt der kleinen Leute. Man brauchte keinen teuren Acker im Winter, sondern nur einen dunklen Keller und die Wurzeln, die man im Sommer fast überall am Wegesrand finden konnte. Es war eine Möglichkeit, mitten im tiefsten Winter frische Vitamine auf den Tisch zu bringen, ohne Geld auszugeben. ​😁​Heute ist Belgien immer noch das "Mutterland" des Chicorées. Dort nennt man ihn oft "Witloof", was auf Flämisch ganz einfach "weißes Laub" bedeutet. ​

̈uter

Das Wildkraut Wegwarte und der Winterkönig - ChicorèeDer Chicorée, den wir im Laden kaufen, ist botanisch gesehen eine Z...
19/02/2026

Das Wildkraut Wegwarte und der Winterkönig - Chicorèe

Der Chicorée, den wir im Laden kaufen, ist botanisch gesehen eine Zuchtform der Gemeinen Wegwarte (Cichorium intybus). Man kann sagen, der Chicorée ist die "vornehme, im Dunkeln gezogene Cousine" der wilden Pflanze, die man im Sommer mit ihren wunderschönen kornblumenblauen Blüten an jedem Wegesrand sieht.
Die Verwandtschaft: Wegwarte vs. Chicorée ​Die wilde Wegwarte: Wenn du im Sommer über das Feld gehst und die blauen Blüten siehst, ist das die Stammform. Die Wurzel dieser wilden Pflanze ist sehr holzig und extrem bitter. ​Der Kultur-Chicorée: Im 19. Jahrhundert entdeckten belgische Bauern (eher zufällig), dass die Wurzeln der Wegwarte, wenn man sie im dunklen Keller lagert, im Winter zarte, bleiche Triebe hervorbringen. Das ist der Chicorée, wie wir ihn kennen. ​

​Die Heilkraft der Wurzel:
Sowohl die wilde Wegwarte als auch der Chicorée enthalten den Bitterstoff Intybin und den Ballaststoff Inulin. In der Naturheilkunde wird die Wegwarten-Wurzel seit Jahrhunderten bei Appetitlosigkeit und Verdauungsproblemen eingesetzt. ​Der Kaffee-Ersatz: Wie schon erwähnt, wurde die Wurzel der Wegwarte geröstet und als "Zichorienkaffee" getrunken. Das war der klassische Kaffee der armen Leute und der Arbeiterfamilien, die sich echte Bohnen nicht leisten konnten. ​Die Symbolik: Die Wegwarte gilt als Symbol für Treue und Warten (daher der Name). In der Volksmedizin sagt man ihr auch eine stärkende Wirkung auf die Nerven nach – was in Zeiten von Stress und Sorgen eine schöne Symbolik ist. ​Ein kleiner Tipp für den Garten oder Balkon: ​Wenn du eine Chicorée-Wurzel (die man manchmal auf Biomärkten bekommt) einfach in die Erde pflanzt und wachsen lässt (diesmal im Licht!), dann bekommst du im Sommer die wunderschönen blauen Blüten der Wegwarte. ​Es ist eigentlich toll: Was früher ein "Arme-Leute-Essen" war (die bittere Wurzel vom Wegesrand), ist heute ein geschätztes Edelgemüse. ​

1. Ein Kind der Dunkelheit ​Das Spannende am Chicorée ist, wie er wächst. Die Wurzeln werden im Sommer auf dem Feld gezogen, dann ausgegraben und im Winter in völliger Dunkelheit (meist in Kellern oder dunklen Hallen) wieder eingepflanzt. ​Nur durch die Dunkelheit bleiben die Blätter so hell und zart. ​Käme Licht an den Chicorée, würde er grün und extrem bitter werden – das ist sein natürlicher Schutzmechanismus.
​2. Die gesunde Bitterkeit (Ein Segen für den Magen) ​Früher hat man die Bitterstoffe fast ganz herausgezüchtet, heute weiß man sie wieder zu schätzen. ​Verdauungshelfer: Die Bitterstoffe (Lactucopikrin) regen die Galle und die Leber an. Das ist perfekt, wenn man sich – wie wir vorhin besprochen haben – etwas „überfuttert“ fühlt. ​Inulin: Chicorée enthält viel Inulin, ein Ballaststoff, der gut für die Darmflora ist. Er wirkt quasi wie „Futter“ für die guten Bakterien im Bauch. ​
3. Tipps für die Küche ​Wenn dir Chicorée zu bitter ist, gibt es zwei einfache Tricks: ​Den Strunk entfernen: In dem harten Keil unten sitzen die meisten Bitterstoffe. Einfach kegelförmig herausschneiden. ​Milch-Bad: Leg die Blätter kurz in lauwarmes Wasser oder Milch ein, das mildert den Geschmack. ​Kombination: Chicorée liebt Süßes! Kombiniere ihn mit Äpfeln, Orangen oder Birnen und ein paar Walnüssen. Auch kurz in der Pfanne mit etwas Honig karamellisiert schmeckt er fantastisch.
Ein kleiner "TIPP" für dich: ​Du kannst den Chicorée im Supermarkt kaufen, den unteren Teil (ca. 2–3 cm) abschneiden und in ein Glas mit Wasser stellen. An einem dunklen Ort treibt er oft nochmal kleine Blättchen nach – das ist nachhaltiges „Indoor-Gardening“ pur! ​

̈uter

Die Botschafter des Lichts – Eine kleine Frühblüher-Geschichte ​In den Tiefen der Erde, dort, wo die Kälte des Winters n...
13/02/2026

Die Botschafter des Lichts – Eine kleine Frühblüher-Geschichte

​In den Tiefen der Erde, dort, wo die Kälte des Winters noch am längsten verweilt, schliefen sie. Kleine, unscheinbare Zwiebeln, jede von ihnen ein Versprechen. Der Wind pfiff noch scharf durch die kahlen Äste, und der Himmel hing oft grau und schwer über dem Land. Doch tief drinnen, in diesen kleinen Kapseln voller Leben, regte sich etwas. ​Es war der leise Ruf der Sonne, der immer stärker wurde. Ein Ruf, der ihnen erzählte, dass die Zeit der Dunkelheit bald vorüber sein würde. Und so streckten sie, noch bevor der erste Vogel sein volles Frühlingslied anstimmte, zaghaft ihre Spitzen durch die gefrorene Krume. ​Mit jedem Tag, der ein kleines bisschen länger wurde, kämpften sie sich tapferer empor. Die Schneeglöckchen, die ersten und mutigsten, läuteten mit ihren weißen Glöckchen leise das Ende des Winters ein. Dicht gefolgt von den Krokussen, die in Lila, Gelb und Weiß wie kleine Farbtupfer die noch schläfrige Landschaft belebten. Und dann, mit einem königlichen Pomp, erhoben sich die Narzissen, ihre leuchtend gelben Kronen dem Himmel entgegenstreckend, um das Licht zu begrüßen. ​Sie sind die wahren Helden des Übergangs. Ohne viel Aufhebens, aber mit unerschütterlicher Kraft, erinnern sie uns daran, dass nach jeder Dunkelheit das Licht wartet. Sie sind die Botschafter des Frühlings, die uns lehren: Selbst der kleinste Anfang kann die größte Veränderung bewirken. ​

Was ist dein liebster Frühblüher, der dir jedes Jahr ein Lächeln ins Gesicht zaubert? Lass es mich wissen und schreib es in den Kommentar🙏

̈uter ̈uter

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Zentrum
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