08/03/2026
Am Internationalen Frauentag lohnt sich auch ein Blick darauf, wessen Geschichten wir eigentlich kennen.
Ein großer Teil der Geschichtsschreibung
beschäftigt sich bis heute mit Männern. In vielen historischen Büchern, Biografien und Archiven stehen überwiegend männliche Persönlichkeiten im Mittelpunkt - während Leistungen Erfahrungen und Perspektiven von Frauen deutlich seltener dokumentiert wurden oder erst spät sichtbar werden.
Das bedeutet nicht, dass Frauen weniger bewegt haben. Es bedeutet, dass ihre Beiträge oft weniger festgehalten wurden.
Diese Unsichtbarkeit wirkt nach. Sie beeinflusst, welche Vorbilder wir sehen, welche Erwartungen entstehen und wie wir uns selbst wahrnehmen. In meiner Arbeit in der Psychotherapie erlebe ich häufig, wie stark der Druck sein kann, besonders viel leisten zu müssen, um gesehen oder ernst genommen zu werden.
Viele Frauen haben gelernt, stark zu sein, zu funktionieren und für andere da zu sein - oft ohne genügend Raum für die eigenen Bedürfnisse.
Zum Frauentag ist es mir wichtig zu erinnern: Geschichte besteht aus vielen Stimmen - auch aus denen, die lange überhört wurden. Und vielleicht ist heute ein guter Moment, um Raum zu schaffen für:
- die eigene Geschichte
- die eigenen Gefühle
- und die eigene mentale Gesundheit
Jede Geschichte zählt. Auch deine!