15/02/2026
W as macht eine Trennung mit 50+ mit erwachsenen Kindern?
Diese Frage höre ich oft.
Und die Antwort ist: Mehr, als viele denken.
Viele glauben: "Meine Kinder sind erwachsen. Die kommen damit klar."
Aber die Wahrheit ist: Erwachsene Kinder leiden genauso. Nur anders.
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Kleine Kinder weinen. Kleine Kinder zeigen ihren Schmerz.
Aber erwachsene Kinder? Sie funktionieren weiter.
Von außen sieht alles OK aus. Sie sagen: "Mir geht's gut, Mama."
Aber innen? Innen bricht auch für sie eine Welt zusammen.
Jahre von Weihnachten. Jahre von Familienfesten. Jahre von Ritualen.
Auch wenn es manchmal schwierig war – da war Verlässlichkeit.
Und dann: Ist es weg.
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Und gleichzeitig stehen sie in einer unmöglichen Position:
→ Sie lieben beide Eltern
→ Sie wollen niemandem wehtun
→ Sie sollen neutral bleiben
→ Sie verstecken ihre eigenen Gefühle
Weil sie denken: "Ich bin doch erwachsen. Ich muss das aushalten."
Aber niemand muss das aushalten. Auch nicht mit 25, 30 oder 40.
Die Eltern trennen sich = das tut weh. Egal wie alt man ist.
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Vielleicht sogar mehr als bei kleinen Kindern.
Weil erwachsene Kinder die ganze Geschichte kennen. Jahrelang alles miterlebt haben. Sich fragen: "War alles eine Lüge?"
Das ist eine Überforderung.
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Was erwachsene Kinder brauchen:
→ Raum für ihre eigenen Gefühle
→ Die Erlaubnis zu trauern
→ Die Sicherheit: "Beide Eltern sind noch da"
→ Die Klarheit: "Das ist nicht Deine Schuld"
→ Die Grenze: "Du musst nicht zwischen uns stehen"
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Und das Schwierigste für uns Eltern:
Nicht die eigenen Probleme zu denen der Kinder machen.
Das ist wahnsinnig schwer. Wenn man selbst am Boden ist.
Aber genau das ist wichtig.
Weil erwachsene Kinder nicht unsere Therapeuten sind.
Sie sind unsere Kinder. Auch wenn sie erwachsen sind.
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Wenn Du gerade in dieser Situation bist:
Gib ihnen Zeit. Gib ihnen Raum. Gib ihnen die Sicherheit: "Ich bin noch hier."
Die Beziehung kann heilen. In ihrem Tempo. 💙
Familie