06/02/2026
Orale Restriktionen – also funktionelle Einschränkungen von Zunge & Lippen – können bei Babys Stillen, Saugen und Schlucken erschweren. Entscheidend ist dabei weniger, wie ein Zungen- oder Lippenband aussieht, sondern wie beweglich und funktionell die Zunge tatsächlich ist.
In der Osteopathie betrachten wir deshalb den ganzen Körper. Viele Spannungsmuster, die die Zungenfunktion beeinflussen, entstehen nicht im Mund selbst, sondern entlang der faszialen und muskulären Ketten: im Brustkorb, am Zwerchfell, in den Halsfaszien, an den Kopfgelenken oder im Schädel. Auch die ventrale Faszienlinie (Midline/Bowstring) spielt eine wichtige Rolle, denn sie verbindet Becken, Bauchraum, Zwerchfell, Brustkorb und Mundboden miteinander.
Bei unserer osteopathischen Untersuchung schauen wir deshalb immer umfassend: Schädel, Gaumen, Kiefergelenke, Brustkorb, Zwerchfell, Hals- und Mundbodenmuskulatur sowie die gesamte vordere Faszienkette. Was wir behandeln, ergibt sich aus dem individuellen Befund des Kindes.
Durch die osteopathische Arbeit können wir funktionelle Spannungen reduzieren, die eine orale Restriktion verstärken oder imitieren – und damit klären, was wirklich durch das Frenulum entsteht und was nicht. So unterstützen wir Säuglinge vor einer möglichen Frenotomie, und begleiten sie auch danach gemeinsam mit Stillberatung, Logopädie und spezialisierten Kinderzahnärztinnen im interdisziplinären Team.
Jedes Baby bringt sein eigenes Muster mit – wir nehmen uns Zeit, genau hinzuschauen und funktionelle Voraussetzungen für eine gute orale Funktion zu unterstützen.