22/02/2018
Sind Sie introvertiert, oder was?
Das ist die Masche von moderner Werbung und dem dazugehörenden Marketing: Nur wer auffällt unterscheidet sich von der Masse. Dieses Credo hat sich auch in der Arbeitswelt durchgesetzt. Im Meeting muss man sich profilieren – nichts sagen gilt als „krass untermotiviert“. Dabei gibt es auf der Welt grundsätzlich neben Mann und Frau noch zwei fast gleichmäßig verteilte Untergruppen: die Intro- und die Extrovertierten. Die Introvertierten sind eher leise und unauffällig, die Extrovertierten stehen gerne im Fokus der Aufmerksamkeit. Daraus ergibt sich zunächst einmal das Vorurteil, dass die Welt fast nur aus extrovertierten Menschen besteht. Das ist natürlich nicht wahr. Aber diese Gruppe fällt eben auf, die andere eher nicht. Dabei sind es die introvertierten Menschen, die unser Leben ordnen und systematisieren. Denn sie sind Denker, Tüftler, Forscher, Entdecker … Also der Teil der Menschheit, der wirklichen Gewinn bringt. In der Regel sind diese Menschen der Sache verpflichtet und nicht vordergründig dem Profit. Jedenfalls ist die Gruppe der Banker und Spekulanten eindeutig dem extrovertierten Lager zuzuordnen. Vielleicht auch deshalb geraten nun die introvertierten Mitmenschen stärker in den Fokus der Öffentlichkeit. Tatsächlich gibt es inzwischen Arbeitgeber, die öffentlich bekunden: Wir suchen einen introvertierten Mitarbeiter (eine introvertierte Mitarbeiterin) für diese verantwortungsvolle Aufgabe. Frau Angela Merkel ist introvertiert und wird wegen dieser Eigenschaft vielleicht nicht unbedingt geliebt aber dafür respektiert, akzeptiert und geachtet. Wenn nun jemand auf die Idee kommen sollte: „Ok, wenn es der Karriere dient, dann werde ich eben introvertiert“, den muss man enttäuschen. Diese Disposition ist genetisch determiniert und somit nur bedingt veränderbar.
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