Hundephysiotherapie Cornelia Brinckmann

Hundephysiotherapie Cornelia Brinckmann Die Beweglichkeit und das Wohlbefinden Ihres Hundes sind abhängig von einem gesunden und trainierte

Reha-Sport / Bewegungstraining ,Massage , Manuelle Therapie , Laser - und Laserakupunktur ( TCM ), Aquatraining (Unterwasserlaufband)-Gangbildschulung-Anleitung, Lymphdrainage , Parcourstraining

07/01/2026

Vielen Dank fürs Folgen 😊🩷

07/01/2026

Dieser Account wird jetzt geschlossen- es werden keine weiteren Beiträge folgen !

15/12/2025

Viele Hunde zeigen keine klassische Lahmheit und trotzdem läuft etwas nicht rund.

In der Praxis sehen wir häufig keine klar „hinkenden“ Hunde, sondern Tiere, die über längere Zeit begonnen haben, ihre Bewegung anzupassen. Sie kompensieren.

Zehenschleifen, ein leicht verdrehtes Becken oder eine ungleichmässige Belastung der Schultern wirken im Alltag oft unscheinbar. Für uns sind es jedoch wichtige Hinweise darauf, dass der Bewegungsapparat versucht, Belastung umzuverteilen, sei es wegen Schmerz, Instabilität oder funktioneller Einschränkungen.

Diese Veränderungen entstehen selten von heute auf morgen. Häufig entwickeln sie sich schleichend, zum Beispiel im Wachstum, nach kleinen Stürzen oder Remplern oder durch anhaltende Über- oder Fehlbelastung. Der Hund kommt weiterhin gut durch den Alltag, aber nicht mehr symmetrisch und nicht mehr effizient.

Genau solche subtilen Veränderungen lassen sich heute auch objektiv erfassen. Durch funktionelle Diagnostik und Bewegungsanalyse können Asymmetrien, veränderte Belastungsmuster oder frühe Kompensationen sichtbar gemacht und über die Zeit nachvollzogen werden, oft lange bevor eine Lahmheit offensichtlich wird.

Kurzfristig helfen solche Kompensationen dem Körper, weiter zu funktionieren. Langfristig sehen wir jedoch immer wieder, dass genau dadurch neue Probleme entstehen, weil andere Strukturen Aufgaben übernehmen müssen, für die sie nicht gemacht sind.

Genau hier setzt die funktionelle Orthopädie an. Sie fragt nicht nur, welches Gelenk betroffen ist, sondern wie sich ein Hund insgesamt bewegt und warum sich bestimmte Muster entwickelt haben.

Denn oft hat der Körper längst reagiert, lange bevor eine Lahmheit sichtbar wird.

14/12/2025

HD und ED: Warum die Diagnose weiterhin radiologisch erfolgt und was sich künftig ändern könnte

Gestern haben wir folgende Frage erhalten:„Mit welchem Röntgengerät werden Zuchthunde geröntgt, um ED auszuschliessen, wenn man doch gewisse Erkrankungen nicht im Röntgen sieht?“

Diese Frage nehmen wir zum Anlass, das Thema einzuordnen.

Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellenbogendysplasie (ED) sind per Definition und nach aktuellem wissenschaftlichem Standard radiologisch zu diagnostizieren. Der zentrale Punkt ist dabei nicht ein einzelnes Gerät, sondern das standardisierte Röntgenverfahren und die Beurteilung klar definierter Kriterien. Bei der HD betrifft dies insbesondere die Gelenklockerheit (Laxizität), die nur mittels Röntgen, vor allem über die Distraktionsmethode, zuverlässig erfasst werden kann.

Auch moderne Bildgebungsverfahren wie das CT ändern daran nichts. Selbst wenn Hunde zur Abklärung von Hüfte oder Ellenbogen im CT untersucht werden, halten Radiologen fest, dass die anerkannte Standarddiagnose von HD und ED weiterhin auf dem Röntgen basiert. CT kann zusätzliche Informationen liefern, ersetzt den Standard jedoch nicht.

Beim jungen Hund im Alter von etwa 12 bis 15 Monaten lassen sich im Röntgen bereits frühe Hinweise erkennen, etwa Veränderungen an Coronoid oder Anconaeus oder beginnende Sklerosierungen. Viele fragmentierte Veränderungen sind hingegen erst später sichtbar und entstehen häufig sekundär durch Umwelt- und Belastungsfaktoren wie Bewegung, Gewicht, Trainingsintensität oder Traumata während des Wachstums.

Solange sich die grundlegende Lehrmeinung nicht ändert, bleibt die radiologische Diagnostik der Goldstandard für HD und ED. Gleichzeitig ist absehbar, dass sich das Verständnis weiterentwickelt: kinematische Bewegungsanalysen, IMU-basierte Systeme und Deep-Learning-Ansätze haben das Potenzial, funktionelle Veränderungen früher sichtbar zu machen als strukturelle Schäden im Röntgen. Realistisch betrachtet liegt dieser Wandel jedoch in einem Zeithorizont von 5 bis 10 Jahren.

Bis dahin bleibt klar: Radiologie stellt die Diagnose, funktionelle Diagnostik liefert das frühere Verständnis.

Das verwendete Bild dient als Symbolbild.

13/12/2025
11/12/2025

HD und ED sind polygenetisch UND multifaktoriell.

Die Forschung zeigt klar: Es gibt nicht ein einziges Gen und auch nicht eine Ursache. Stattdessen wirken viele genetische Faktoren zusammen, Hauptgene, Nebengene, modifizierende Gene und treffen im Wachstum auf Umwelteinflüsse, die darüber entscheiden, ob und wie stark sich eine Dysplasie ausprägt.

Genetik legt also die DISPOSITION. Die Umwelt entscheidet über den Verlauf.

Mehrere grosse Studien zeigen Erblichkeitswerte zwischen 20 - 40% bei vielen Rassen (Je nach Rasse Höher oder niedriger). Ein erheblicher Anteil der Variabilität entsteht nicht durch Genetik, sondern durch Faktoren wie:
> Wachstumsgeschwindigkeit
> Belastungsdosierung
> Muskuläre Entwicklung & Koordination
> Ernährung & Energiezufuhr
> Gewicht
> Untergründe & Alltagsumgebung
> frühe Mikrotraumen an Wachstumsfugen
> Management in der sensiblen Wachstumsphase

Besonders spannend ist, dass diese multifaktorielle Dynamik inzwischen breit anerkannt ist. Der Artikel „The complexity of hip dysplasia (HD) in dogs“ (Wayosi, 2025) fasst das sehr treffend zusammen: HD entsteht aus einem Zusammenspiel vieler kleiner Einflüsse, nicht aus einem einzelnen Auslöser. Die Autor:innen betonen, dass Gene lediglich die Bereitschaft erhöhen, ob sich diese Bereitschaft realisiert, hängt stark von Umweltreizen, Wachstum, Bewegung und Körpergewicht ab.

Diese Sicht deckt sich vollständig mit den Erkenntnissen der veterinärmedizinischen Forschung (Mäki et al., Malm et al., Oberbauer et al., Ginja et al.): Genetik ist relevant, aber nicht deterministisch. Ein Hund mit genetischer Veranlagung entwickelt keine HD, wenn die Umweltbedingungen günstig sind. Ein Hund ohne starke Veranlagung kann dennoch HD entwickeln, wenn Wachstum und Belastung ungünstig verlaufen.

Für die Prävention bedeutet das: Wir können über 50% der Risikofaktoren AKTIV beeinflussen. Durch kontrollierte Bewegung, muskuläre Führung, angemessene Ernährung, Gewichtskontrolle, gute Untergründe und frühzeitige funktionelle Diagnostik.

HD und ED sind also keine „Schicksalserkrankungen“. Sie sind auch entwicklungsBEDINGTE Erkrankungen, deren Verlauf wir im Wachstum massgeblich mitgestalten können.

04/12/2025
03/12/2025

Viele denken bei Welpenschmerzen an Hüfte oder Ellenbogen.

In der Praxis sehen wir jedoch sehr häufig: Rückenschmerzen im Wachstum.

Ursachen sind oft funktionell, nicht strukturell:

>überfordernde Reize (Kinder, Spiel, Hundekontakt)
>unkontrollierte Bewegungen wie abruptes Rennen oder Springen
>fehlende Pausen
>unzureichende rumpfstabilisierende Muskulatur
>Stress und Reizüberflutung
>zu weiche Böden oder rutschige Untergründe

Ein verspannter Rücken zeigt sich früh im Gangbild:
verkürzte Schritte, aufgezogener Lendenbereich, unruhige Wirbelsäule, vermehrter Einsatz der Vorderhand.

Ziel ist nicht, Welpen zu „schonen“, sondern die Belastung gezielt zu dosieren.
Rumpfkoordination ist im Wachstum einer der wichtigsten Faktoren für gesunde Gelenke.

Merksatz: Ein entspannter Rücken ist der beste Schutzfaktor für die Hinterhand.

01/12/2025
28/11/2025

Bevor eine Hüfte strukturelle Veränderungen zeigt, verändert der Hund sein Bewegungsmuster. Diese Tatsache ist in der orthopädischen Forschung seit Jahren belegt: Funktion verändert sich früher als Struktur.

Die ersten Hinweise auf HD/ED sind keine radiologischen Zeichen, sondern funktionelle Abweichungen: Verschiebung der Stützzeit, reduzierte Schubkraft, veränderter Range of Motion, asymmetrische Beckenkippung, Mikroabweichungen in Schrittfolge und Rhythmus

Diese Veränderungen entstehen Monate bis Jahre, bevor im Röntgen sichtbare Veränderungen auftreten. Das bedeutet: Das Röntgenbild zeigt den Schaden, die Bewegung zeigt den Weg dorthin. Warum das wichtig ist: Viele Hunde haben im frühen Alter auch mal unauffällige Röntgenbilder, zeigen aber im Gangbild bereits kompensatorische Muster. Diese Muster sind oft minimal, zu minimal, um sie visuell zuverlässig zu erkennen. Und genau in diesem Bereich entstehen Fehlbelastungen, die später zu strukturellen Schäden führen können.

Darum ist Ganganalyse der sensibelste Baustein der orthopädischen Frühdiagnostik: Sie misst, wie der Hund tatsächlich belastet, nicht nur, wie seine Gelenke aussehen.

Das bedeutet nicht, dass Röntgen unwichtig wäre. Röntgen ist entscheidend für die strukturelle Einordnung. Aber: Ohne funktionelle Diagnostik fehlt die Hälfte des Bildes.

Für Skeptiker oder Kritiker, die sagen „HD sieht man doch im Röntgen“: Ja, wenn sie sich bereits strukturell manifestiert hat. Doch die orthopädische Frage lautet:
>> Wie verhindern wir, dass es überhaupt so weit kommt?

Die Antwort ist immer dieselbe: Indem wir verstehen, wie der Hund sich bewegt, lange bevor die Struktur Schaden nimmt.

Funktion ist der Frühmarker. Struktur ist der Endpunkt.

27/11/2025

Schwache Muskulatur führt zu einer unzureichenden Gelenkführung und erhöht den Druck auf Knorpel, Bänder und Wachstumsfugen.

Gerade im Wachstum übernimmt Muskulatur eine entscheidende Schutzfunktion: Sie stabilisiert Hüfte, Knie und Sprunggelenk, verteilt Lasten gleichmäßiger und reduziert die Kräfte, die auf noch unreife Strukturen einwirken.

Muskuläre Führung kann ein zentraler Faktor im Risiko für HD/ED sein. Hunde mit schwacher Hinterhand, unzureichender Rumpfstabilität oder schlechter Koordination entwickeln häufiger funktionelle Fehlbelastungen, lange bevor strukturelle Veränderungen sichtbar werden. Diese funktionellen Abweichungen sind keine „Welpentollpatschigkeit“, sondern frühe Hinweise darauf, dass Muskulatur und Gelenke nicht im Gleichgewicht arbeiten.

Für eine gesunde orthopädische Entwicklung braucht der junge Hund daher kontrollierte, wechselnde Belastung:
>kurze, gleichmässige Spaziergänge
>leichte Steigungen für die Hinterhand
>koordinationsfördernde Reize wie wechselnde Untergründe
>auch ruhige Sequenzen statt immer hektischem Toben
>ausreichend Pausen zur Regeneration

Muskulatur ist im Wachstum nicht nur Bewegungsorgan, sondern Stabilitätsfaktor. Sie entscheidet MIT darüber, ob eine genetische Disposition sichtbar wird oder nicht und damit über die langfristige Gelenkgesundheit des Hundes.

Adresse

Hauptstraße 15
Harsefeld
21698

Benachrichtigungen

Lassen Sie sich von uns eine E-Mail senden und seien Sie der erste der Neuigkeiten und Aktionen von Hundephysiotherapie Cornelia Brinckmann erfährt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht für andere Zwecke verwendet und Sie können sich jederzeit abmelden.

Teilen

Share on Facebook Share on Twitter Share on LinkedIn
Share on Pinterest Share on Reddit Share via Email
Share on WhatsApp Share on Instagram Share on Telegram

Kategorie