28/11/2025
Bevor eine Hüfte strukturelle Veränderungen zeigt, verändert der Hund sein Bewegungsmuster. Diese Tatsache ist in der orthopädischen Forschung seit Jahren belegt: Funktion verändert sich früher als Struktur.
Die ersten Hinweise auf HD/ED sind keine radiologischen Zeichen, sondern funktionelle Abweichungen: Verschiebung der Stützzeit, reduzierte Schubkraft, veränderter Range of Motion, asymmetrische Beckenkippung, Mikroabweichungen in Schrittfolge und Rhythmus
Diese Veränderungen entstehen Monate bis Jahre, bevor im Röntgen sichtbare Veränderungen auftreten. Das bedeutet: Das Röntgenbild zeigt den Schaden, die Bewegung zeigt den Weg dorthin. Warum das wichtig ist: Viele Hunde haben im frühen Alter auch mal unauffällige Röntgenbilder, zeigen aber im Gangbild bereits kompensatorische Muster. Diese Muster sind oft minimal, zu minimal, um sie visuell zuverlässig zu erkennen. Und genau in diesem Bereich entstehen Fehlbelastungen, die später zu strukturellen Schäden führen können.
Darum ist Ganganalyse der sensibelste Baustein der orthopädischen Frühdiagnostik: Sie misst, wie der Hund tatsächlich belastet, nicht nur, wie seine Gelenke aussehen.
Das bedeutet nicht, dass Röntgen unwichtig wäre. Röntgen ist entscheidend für die strukturelle Einordnung. Aber: Ohne funktionelle Diagnostik fehlt die Hälfte des Bildes.
Für Skeptiker oder Kritiker, die sagen „HD sieht man doch im Röntgen“: Ja, wenn sie sich bereits strukturell manifestiert hat. Doch die orthopädische Frage lautet:
>> Wie verhindern wir, dass es überhaupt so weit kommt?
Die Antwort ist immer dieselbe: Indem wir verstehen, wie der Hund sich bewegt, lange bevor die Struktur Schaden nimmt.
Funktion ist der Frühmarker. Struktur ist der Endpunkt.