22/02/2026
Christoph bei der Behandlung von einem 2 jährigen Hengst auf der Wiese.
Der Kunde hat ihn gerufen, weil das Pferd Probleme hat das linke Bein zu heben.
„Die Hoffnung, dass sich das verwächst, ist halt falsch.“
Diesen Satz höre ich oft, gerade bei jungen Pferden.
Und genau hier liegt ein großes Missverständnis.
Ein 2-jähriger Hengst, der sein linkes Bein nicht gut hebt, hat kein „vorübergehendes Problem“.
Er hat bereits eine Bewegungslösung gefunden, um etwas zu vermeiden, das für ihn schwierig, unangenehm oder nicht möglich ist.
Was passiert dann?
▶️ Das Pferd beginnt, auszuweichen
▶️ Es kompensiert über andere Gelenke, Muskeln und Strukturen
▶️ Es entwickelt eine Schonhaltung
Und Schonhaltungen verschwinden nicht einfach mit dem Wachstum.
Im Gegenteil:
Je jünger das Pferd ist, desto schneller prägen sich diese Muster ein.
Das Nervensystem lernt:
„So bewege ich mich sicher.“
Und genau dieses Muster wird stabiler, nicht besser.
Was sich dann „verwächst“, ist nicht das Problem,
sondern oft nur die Chance, es früh und einfach zu verändern.
Deshalb ist frühes Hinschauen so wichtig.
Nicht, um etwas zu dramatisieren –
sondern um Bewegung wieder frei, gleichmäßig und selbstverständlich werden zu lassen,
bevor der Körper sich dauerhaft darauf einstellt.
Gerade junge Pferde zeigen uns sehr ehrlich,
wo Bewegung nicht stimmt.
Man muss nur bereit sein, zuzuhören.
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