13/12/2025
Der achtgliedrige Pfad des Yoga beginnt mit den Verhaltensregeln gegenüber der Mitwelt (5 Yamas) und dem Umgang mit der eigenen Person (5 Niyamas). Hier gehe ich näher auf das erste Niyama ein:
Sauca wird oft mit Sauberkeit übersetzt. Doch es meint mehr als einen gewaschenen Körper und ordentliche Kleidung. Es geht um bewusste Reinigung, innen wie außen.
Es gibt körperliche Reinigungstechniken (Kriyas), wozu z.B. Nasenspülung, Ölziehen oder bestimmte Atemtechniken zählen. Hierbei geht es ganz konkret auch um Hygiene und körperliche Gesundheit.
Sauca zeigt sich außerdem in der Ordnung unserer Umgebung. Ein strukturierter Raum wirkt beruhigend auf den Geist. Weniger Ablenkung, weniger Reiz, mehr Konzentration. Es kann befreiend sein einen Ort sauberer, klarer oder einfach bewusster zu verlassen als man ihn betreten hat - sei es das Yogastudio, die Küche oder die Natur.
Sauca hinterfragt, was ich mir zuführe. Nicht nur in Form von Nahrung, sondern auch von Eindrücken, Gedanken oder Worten. Was nehme ich täglich zu mir über Augen, Ohren und Geist? Gedanken, die nicht nähren, dürfen gehen. Reize, die überfordern, ebenso.
Reinheit bedeutet nicht Verzicht (z.B. auf Alkohol, Zucker oder tierische Erzeugnisse) aus Zwang, sondern eine bewusste Auswahl. Lebensmittel, die gesund, möglichst unverfälscht und mit Mitgefühl entstanden sind.
Für mich schließt Sauca deshalb auch eine vegane Lebensweise mit ein. Nicht aus Dogma, sondern aus dem Wunsch heraus, Leid zu reduzieren, Klarheit zu fördern und den Körper mit dem zu versorgen, was ihn wirklich unterstützt – lebendig und verbunden mit ethischer Verantwortung.
Sauca ist kein Zustand, den man erreicht.
Es ist eine tägliche Praxis: Aufräumen im Raum, im Körper und im Geist.