10/04/2021
ZWANGSGEDANKEN – was ist das?
Es sind erschreckende sich aufdrängende Gedanken, die der eigenen Überzeugung widerstreben. Oft vertrauen sich die Menschen, die unter Zwangsgedanken leiden, lange niemandem an, weil sie sich für diese Gedanken schämen oder gar Angst haben, sie hätten eine dunkle unentdeckte Seite an sich.
Oft haben diese Gedanken mit Tod oder Gewalt zu tun, z.B. die Vorstellung einen Fußgänger mit dem Auto zu überfahren, die eigenen Kinder zu töten oder selbst von einer Walze überfahren und zerdrückt zu werden, etc. die Themen sind vielfältig.
Auch ich litt jahrelang unter Zwangsgedanken… Obwohl ich nie Höhenangst hatte, fragte ich mich plötzlich wie es sich wohl anfühlt, jetzt zu springen, sah mich fliegen, unten aufkommen… stellte mir vor, wie es wohl aussieht aus solcher Höhe auf den Boden aufzuprallen, wie es sich anfühlt, ob man gleich tot ist… so ein Gefühl eine unsichtbare Macht würde einen schubsen, zum Abgrund ziehen. Man geht gleich mal präventiv einen Schritt zurück, erschrocken von diesen Gedanken, die sich nicht abstellen lassen. Diese Angst, ob man es eines Tages tut…
Nein. Für gewöhnlich werden Zwangsgedanken nie in die Tat umgesetzt, man leistet Widerstand, ist diesem Zwang, diese Gedanken zu Ende denken zu müssen, jedoch scheinbar ausgeliefert.
Die Ursachen sind vielfältig. Es können verdrängte traumatische Erlebnisse dahinterstehen oder „einfach nur“ Erziehungsfaktoren, Ängste, unverarbeitete Erlebnisse, Anpassungsschwierigkeiten. Auch neurobiologische Ursachen kommen in Betracht.
Aber eines haben alle Zwangsgedanken gemein: man muss sie nicht tatenlos ein Leben lang aushalten. Eine Gesprächs- oder Verhaltenstherapie oder auflösende Hypnose können helfen!