08/01/2014
Auf der Suche nach Superman und Topmodel?
Jeder Single auf der Partnersuche träumt von der großen Liebe!
Topmodel mit blonder Mähne, schlank, voller Vitalität und Superman groß, durchtrainiert, perfekt gestylt – geistern durch unsere Phantasie. Wir denken über wünschenswerte Eigenschaften und Qualitäten unseres zukünftigen Partners nach und erträumen uns ein wunderbares gemeinsames Leben. Vertrautheit, Intimität und Harmonie stellen wir uns lebhaft vor. Das heißt, wir haben ein mehr oder weniger festes Bild vor Augen, wie unser Partner sein muss und wie es sich zusammen mit diesem anfühlt. Alles läuft perfekt. Es entstehen keine Konflikte und Diskussionen. Kompromisse sind auch nicht notwendig.
Solche Phantasien können einerseits eine positive Energie in uns freisetzen. Sehnsüchtig und hoch motiviert setzen wir alles daran, einen Partner kennenzulernen. Wir stylen uns, gehen neuen Hobbies nach, hängen auf Parties rum und daten fleißig – weil wir unsere Phantasie Realität werden lassen wollen.
Andererseits können uns unsere Phantasien auch lähmen. Denn es gibt niemanden, der unserem Phantasiegebilde entspricht. Topmodels fahren generell nicht neben uns in der Straßenbahn und Superman landet auch nicht vor uns in der Warteschlange des Supermarktes. Bis die erhoffte Vertrautheit in einer Beziehung entsteht, können viele Monate vergehen. Und da Menschen sehr unterschiedliche Vorstellungen vertreten, bleiben zumindest kleinere Diskussionen selbst beim Kennenlernen nicht aus. Keine Beziehung ist von Anfang an perfekt – und wird es auch später nicht werden. Selbst Unsicherheit, Zweifel und Aufregung begleiten die rosarote Verliebtheit.
Unbewusst legen wir aber an andere Menschen und potentielle Partner das Maß unserer Phantasien an. Unsere Träume prägen unsere Erwartungen! Auch wenn wir rational wissen, dass unsere Wünsche nicht erfüllbar sind, gelingt es uns oft nicht, den Einfluss unserer Gedanken zu verhindern.
Um nicht völlig die „Bodenhaftung“ zu verlieren und ewiger Single mit unerfüllbaren Ansprüchen zu bleiben, sollten wir ab und zu in die Realität eintauchen. Ein ausdrücklicher Verzicht auf Kopfkino und die intensive Betrachtung der Menschen, die uns im Alltag begegnen, kann viel bewegen.