21/06/2023
Organe besser lagern?
Steht ein Spenderorgan für eine Empfängerin oder einen Empfänger zur Verfügung, zählt jede Minute. Denn wird es konventionell – beispielsweise auf Eis gelagert – und transportiert, kann ein Organ nur wenige Stunden bis zur Transplantation aufbewahrt werden.
Dank der sogenannten Perfusionsmaschine kann die Lagerung auf bis zu eine Woche verlängert und darüber hinaus das Organ besser für die Transplantation vorbereitet werden. Damit dies gelingt, imitiert die Perfusionsmaschine den menschlichen Körper möglichst genau: Von „Zwerchfellbewegungen“ im Takt der menschlichen Atmung und einer Pumpe als Herzersatz über eine Dialyseeinheit für die Nierenfunktion bis hin zu Hormon- und Nährstoffinfusionen, die Funktionen des Darms und der Bauchspeicheldrüse übernehmen.
"Verschiedene Organe haben verschiedene Toleranzzeiten hinsichtlich der Lagerung. Die Niere zum Beispiel kann man konventionell etwas länger auf Eis konservieren - bis zu 24 Stunden. Aber es gibt auch Organe, wie das Herz, die Leber oder die Lunge, die nicht so lange aushalten und da zählt dann jede Stunde bzw. sogar Minute", so Oberarzt und Privatdozent Dr. Zoltan Czigany von der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie am UKHD.
Die Chirurginnen und Chirurgen haben durch die Maschine weniger Zeitdruck und können sich noch besser und intensiver auf die Transplantation vorbereiten. Durch die bessere Lagerung gibt es sogar Hinweise darauf, dass Patientinnen und Patienten das transplantierte Organ besser annehmen, weniger Komplikationen entwickeln und sogar früher nach Hause können. Eine echte Erleichterung also, nicht nur für die KollegInnen der Chirurgie, sondern auch für die PatientInnen.
Vielen Dank für den spannenden Einblick in das wichtige Feld der !