17/11/2022
Hohenwart, November 2022
Dr. Andreas Hermülheim Wiesengrund 2
86558 Hohenwart
Tierarzt
Tel.: 08443 913098
Fax.: 08443 913099
Liebe Patientenbesitzer, die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Tiere ist mir das größte Anliegen!
Jetzt kommen aber zwei Dinge auf uns alle zu:
1. Arzneimittel und Verbrauchsmaterialien sind 2022 erheblich teurer geworden!
Das neue Tierarzneimittelgesetz (Januar 2022) macht u.a. fachlich gebotene Anwendungen und Umwidmungen viel schwieriger, zumal für die Tierart und Indikation zugelassene Arzneimittel derzeit oftmals überhaupt nicht lieferbar sind.
2. Ab dem 22.11.2022 gilt eine neue amtliche Gebührenordnung für Tierärzte (GOT)! Sie enthält zum Teil stark erhöhte Mindestpreise und jetzt neu, umfangreiche zusätzliche Dokumentationspflichten.
Das bedeutet im Einzelnen:
-Eine Unterschreitung (§ 5) der GOT ist nur in begründeten Einzelfällen (Tierschutz, soziale Gründe...) nach schriftlicher, beiderseitiger Vereinbarung vor der Behandlung möglich.
-In allen anderen Fällen: Wird einem eine Unterschreitung der GOT nachgewiesen, kann das sehr teure Konsquenzen von Seiten der Tierärztekammer und/oder den Finanzbehörden haben. Im Internet werden „Strafen“ von bis zu 250000.- Euro genannt.
Ich werde deshalb zukünftig telefonisch oder Fremden gegenüber keine Preisauskünfte mehr geben um Mißveständnisse zu vermeiden. Gerne erläutere ich die GOT Mindestpreise persönlich. Auch ich muß mich an die GOT halten.
-Eine Verfolgung wird jetzt dadurch auch möglich, weil der Tierarzt verpflichtet ist bei jeder tierärztlichen Tätigkeit dem Tierbesitzer eine ausführliche Rechnung auszuhändigen/anzubieten! Zur Vereinfachung habe ich Rechnungen vorbereitet.
Auch ich muß die Preise angepaßen und erhöhen! Sprechen Sie mit mir persönlich.
Eine Preiserhöhung in der GOT ist nach 20 Jahren sicher nachvollziehbar. Den Zeitpunkt empfinde ich persönlich als unachtsam. Die neuen Dokumentationspflichten dienen aber keinem TIER und verursachen nur zusätzliche Arbeit und Kosten. Und sie eröffnen auch einem möglichen „Denunziantentum“ Tür und Tor...
Kleine Praxen werden durch den bürokratischen Mehraufwand existenzbedroht, „Hausbesuchspraxen“ zusätzlich durch verpflichtende Hausbesuchsgebühren (mindestens 34,50.- Euro/netto) und verpflichtende Wegegelder (3,50.- Euro pro Doppelkilometer) unrentabel.
Gerne mache ich bei schwerkranken Haustieren Hausbesuche und erlöse auch morbide Mitgeschöpfe im Rahmen von Hausbesuchen daheim. Ich empfinde das als achtsam. Auch das wird jetzt viel teurer!
Ich befürchte Tiere könnten unter allem dem leiden, weil die Besitzer die Kosten nicht mehr tragen können!
Ich wiederhole nochmals; die Tiere sind mir wichtig!
Mit der Bitte um Euer Verständnis!
Euer Andreas Hermülheim