13/12/2025
Landtag M-V verlängert die Schulgeldfreiheit für die Physio-Ausbildung: Verband für Physiotherapie (VPT) begrüßt den Beschluss.
Am Mittwoch hat der Landtag Mecklenburg-Vorpommern den Haushalt für die Jahre 2026 und 2027 beschlossen. Bestandteil des Haushaltes ist auch die Gewährung von Zuwendungen zur schulgeldersetzenden Finanzierung mehrerer Gesundheitsbildungsgänge - so auch für Physiotherapie. Für über 600 Schüler:innen für Physiotherapie und Massage übernimmt das Land die Ausbildungskosten.
„Die Schülerinnen und Schüler haben nun endlich Sicherheit über die Finanzierung ihrer Ausbildung in die kommenden beiden Jahre.
Die Verlangerung der Schulgeldfreiheit ist das richtige Zeichen für den Berufsstand der Physiotherapie sowie der Masseure und medizinischen Bademeister. Ebenso ist es ein wichtiger Bestandteil zur Stabilisierung unseres Gesundheitswesens in Mecklenburg-Vorpommern",
", zeigt sich der politische Geschaftsführer des VPT
Landesgruppe Nord-Ost, Georg Kleinfeld, erfreut.
„Der Fachkräftemangel zeigt sich deutlich bei den Gesundheitsfachberufen und ganz besonders in der Physiotherapie. Es fehlen bundesweit fast 12.000 Therapeutinnen und Therapeuten. Umso wichtiger ist es, dass wir die Ausbildung in M-V attraktiv erhalten. Die Schulgeldfreiheit kommt aktuell über 600 angehende Physios sowie Masseuren und medizinischen Bademeistern in unserem Land zugute. Bis 2023 mussten die Schülerinnen und Schüler für ihre Ausbildung Gebühren zahlen, während andere Ausbildungsberufe sogar eine Ausbildungsvergütung erhalten. Das hat die Attraktivität der Ausbildung stark gemindert oder aus persönlichen wirtschaftlichen Gründen unmöglich gemacht. Das aktuelle Fachkraftedefizit ist Ergebnis dessen. Es ist daher eine notwendige Entscheidung des Landes, jährlich 3,2 Mio. Euro in die Schulgeldfreiheit der Gesundheitsberufe zu investieren, um die Patientenversorgung in M-V zu gewährleisten", ergänzt Kleinfeld.
Die Ausbildung für Physiotherapie unterliegt den jeweiligen Bundesländern, sodass die
berufsschulische Ausbildung und deren Rahmenbedingungen sich unterscheiden. In der
Folge ist auch die Attraktivität der Ausbildung deutschlandweit unterschiedlich. „Ab diesem
Jahr wird sich der Bundestag mit der Reform unseres Berufsgesetzes auseinandersetzen
und somit auch mit der Ausbildung. Als VPT vertreten wir den Standpunkt, dass die
Ausbildung bundesweit einheitlich schulgeldfrei sein muss. Das ist die Grundvoraussetzung
dafür, dass die physiotherapeutische Ausbildung flächendeckend in Deutschland
sichergestellt werden kann. Darüber hinaus muss die Ausbildung vergütet werden. Wir
befinden uns in einem Wettbewerb um die Fachkräfte. Wenn andere Berufsausbildungen
mit attraktiven Ausbildungsvergütungen winken, wird es nicht gelingen, ausreichend
Therapeutinnen und Therapeuten auszubilden. Darunter leidet letztendlich die Versorgung
und somit die Patientinnen und Patienten. Das können wir uns als alternde Gesellschaft
nicht leisten“, führt Georg Kleinfeld aus und wirft einen Ausblick auf die Zukunft der Physiotherapie in Deutschland.