Psychotherapie-glaßmeyer

Psychotherapie-glaßmeyer Hier geht es um psychische Gesundheit, Aufklärung und die Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen.

27/02/2026

Eine sachliche Einordnung⬇️⬇️⬇️

ADHS-Medikamente werden oft unnötig polarisiert. Zwischen Verherrlichung und Abwertung geht das verloren, worum es eigentlich geht: individuelle Entlastung bei einer neurobiologischen Entwicklungsvarianz.

ADHS-Medikamente sind weder Rettung noch Teufelszeug. Sie sind ein medizinisches Behandlungsangebot. Und sie wirken nicht bei allen gleich. Manche Menschen erleben eine deutliche Entlastung im Alltag, andere kaum einen Effekt oder relevante Nebenwirkungen. Beides ist real.

Was Medikamente verändern, ist nicht die Persönlichkeit. Sie machen niemanden im Kern ruhiger, angepasster oder leistungsfähiger. Sie verändern die neurobiologischen Rahmenbedingungen, unter denen exekutive Funktionen, Aufmerksamkeitssteuerung und Emotionsregulation ablaufen. Für manche bedeutet das, dass weniger Energie dafür draufgeht, sich überhaupt zu organisieren, Reize zu filtern oder innerlich stabil zu bleiben.

Wichtig ist mir diese Einordnung: Medikamente lösen keine biografischen Themen, keine Beziehungsmuster, keine Selbstwertthemen und keine alten Verletzungen. Sie ersetzen keine Therapie, keine Selbstreflexion und keine alltagsnahen Strategien. Sie können aber die Schwelle senken, ab der genau diese Dinge zugänglicher werden.

Gleichzeitig ist Glorifizierung genauso fehl am Platz wie Pillenshaming. Menschen, die Medikamente nehmen, sind nicht schwach, bequem oder unreflektiert. Und Menschen, die sich bewusst dagegen entscheiden, sind nicht uneinsichtig oder therapieresistent. ADHS ist heterogen, die Biografien sind unterschiedlich und die Lebensphasen auch.

Diese Entscheidung gehört in ärztliche Hände. Mit Diagnostik, Aufklärung, Abwägung von Nutzen und Risiken und regelmäßiger Überprüfung.

ADHS-Medikamente verändern nicht, wer jemand ist. Sie verändern, wie stark die Symptome den Alltag bestimmen. Für manche ist das ein relevanter Unterschied. Für andere nicht. Beides darf nebeneinander stehen.

Was meinst du dazu?

26/02/2026

Wenn du Selbstfürsorge alltagstauglich lernen willst, kommentiere AIKO 💬

Warum fühlt sich Selbstfürsorge bei ADHS oft richtig an, wird aber trotzdem nicht leichter🧠?

Viele Menschen mit ADHS machen nicht zu wenig Selbstfürsorge. Sie machen oft die falsche, aber nicht aus Dummheit oder Naivität, sondern weil genau diese Version von Selfcare überall verkauft wird ✨

Schlaf, Essen und Bewegung wirken nicht spektakulär. Sie sehen auf Instagram nicht gut aus und sie fühlen sich selten nach Belohnung an 💤🥗🏃‍♀️ Und trotzdem verändern sie mehr als jede Kerze oder jedes neue Produkt, weil sie dein Nervensystem stabilisieren. Wenn dein Körper übermüdet ist, unterzuckert oder dauerhaft unter Spannung steht ⚡, dann wird alles anstrengender. Gespräche, Entscheidungen, Emotionen, selbst Dinge, die du eigentlich gern machst.

Viele Selfcare-Ideen setzen genau da an, wo es schon brennt 🔥 Sie kommen zu spät. Ein Bad, eine Maske oder ein Abend auf dem Sofa können angenehm sein, aber sie lösen kein strukturelles Problem. Sie ändern nichts an Reizüberflutung, innerem Druck oder diesem Gefühl, ständig zu viel zu sein.

Auch Routinen werden oft missverstanden ⏰. Struktur kann helfen, ja. Aber nur dann, wenn sie zu deinem Energieverlauf passt. Starre Morgenroutinen oder feste Abläufe fühlen sich für viele mit ADHS nicht stabilisierend an, sondern wie ein täglicher Kampf gegen sich selbst. Und genau daraus entstehen dann wieder Schuldgefühle, wenn es nicht klappt.

Was wirklich entlasten kann, ist selten bequem 🌱 Regelmäßigkeit statt Perfektion. Essen, bevor du hangry bist. Pausen, bevor alles zu viel wird. Grenzen setzen, bevor du ausbrennst. Und vor allem ein Umgang mit dir selbst, der nicht ständig auf Vergleich basiert 🧩 Denn sobald du dich an Maßstäben misst, die nicht für dein Nervensystem gemacht sind, verlierst du Energie.

Selbstfürsorge bei ADHS heißt nicht Wellness 💆‍♀️ Sie heißt, dich selbst ernst zu nehmen. Die eigenen Bedingungen zu akzeptieren. Entscheidungen nicht danach zu treffen, wie es aussehen sollte, sondern danach, was dich wirklich auflädt.

In AIKO kannst du Selbstfürsorge einfach erlernen.

24/02/2026

ADHS & Entspannung 🧠✨

Wenn es um Entspannung geht, gibt es für Menschen mit ADHS keine Blaupause, kein „So muss es sein“, kein richtig oder falsch.

Viele probieren irgendwann Meditation aus, weil sie überall empfohlen wird. Augen zu, atmen und an nichts denken. Für manche kann das hilfreich sein. Für andere fühlt es sich an wie ein innerer Marathon. Gedanken rasen, der Körper will sich bewegen und der Kopf produziert neue To-dos. Und am Ende bleibt das Gefühl, man könne nicht mal richtig entspannen.

Dabei geht es bei Entspannung nicht (nur) darum, den Kopf auszuschalten. Es geht darum, das Nervensystem zu regulieren. Und das kann bei ADHS ganz anders aussehen als in jedem Achtsamkeitsratgeber.

Was vielen wirklich hilft:

🏃‍♀️ Bewegung statt Stillstand
Spazierengehen, Krafttraining, Schwimmen, Tanzen in der Küche, Aufräumen mit Musik. Regulation über den Körper.

🎧 Reize gezielt nutzen
Musik auf den Ohren, White Noise, Regen-Sounds, 8D-Sounds, Wärme, Druck, Gewichtsdecke, etwas in den Händen.

🗂 Struktur als Sicherheitsnetz
Gleiche Uhrzeit, klare Dauer, fester Ablauf, nicht spontan „ich entspanne jetzt“, sondern geplant.

⏳ Mini-Formate
5 Minuten Atemfokus, geführte Meditation, offene Augen oder Achtsamkeit in Bewegung.

📝 Sichtbarkeit schaffen
Gedanken vorher aufschreiben, To-dos parken, Handy außer Sicht. Entspannung braucht oft Vorbereitung.

Entspannung darf sich unterschiedlich anfühlen. Für die einen ist es Stille. Für andere Fokus. Für viele mit ADHS ist es dieses Gefühl, innerlich nicht mehr so getrieben zu werden du ein kleines Stück mehr bei sich zu sein.

Mach nicht das, was theoretisch entspannend sein sollte. Mach das, was dich wirklich runterfahren lässt. Und akzeptiere, dass sich das im Laufe deines Lebens verändern darf.

Was hilft dir wirklich, um runterzukommen? Schreib es in die Kommentare 👇

22/02/2026

Was wirklich funktioniert, ist oft unspektakulär. Und genau deshalb wirksam.

👀 Sichtbarkeit statt Ordnung
Dinge dahin legen, wo sie gebraucht werden, nicht dahin, wo sie theoretisch hingehören. Offene Ablagen schlagen jede perfekt beschriftete Schublade.

🔁 Entscheidungen reduzieren
Nicht alles optimieren, sondern festlegen. Gleicher Ablauf, gleiche Reihenfolge, gleiche Wege. Weniger Denken, weniger mentale Reibung.

🧩 Aufgaben so klein machen, dass sie nicht mehr einschüchtern
Nicht Wohnung aufräumen, sondern eine Fläche. Nicht E-Mails beantworten, sondern Betreff öffnen. Start ist wichtiger als Motivation.

⏰ Externe Reize nutzen
Timer, Alarme, Kalender, Menschen. Aber nicht, weil du es alleine nicht kannst, sondern weil dein Gehirn so arbeitet. Unterstützung ist kein Versagen.

🔥 Druck bewusst einsetzen
Zeitdruck ist für viele mit ADHS ein Motor. Entscheidend ist nicht, ihn loszuwerden, sondern ihn so zu nutzen, dass du dich nicht jedes Mal komplett verausgabst.

🧠 Und vielleicht das Wichtigste
Hör auf, dich mit neurotypischen Maßstäben zu messen. Wenn etwas für dich funktioniert, ist es kein Trick und kein Mogeln. Es ist eine Lösung.

ADHS-gerechter Alltag heißt nicht, alles im Griff zu haben. Es heißt, sich selbst nicht ständig im Weg zu stehen.

💬 Welche dieser Strategien nutzt du schon und was hat bei dir überraschend gut funktioniert?

Kommentiere Planer für ein Tool, welches dir helfen kann, Routinen einfacher aufzubauen.

19/02/2026

Kommentiere ➡️AIKO⬅️, wenn du passende Strategien suchst ⬇️⬇️⬇️

Dass viele Menschen mit ADHS auch auf bekannten Strecken mit Navigationssystem fahren, hat nichts mit Orientierung zu tun. Es geht um Entlastung an einer sehr konkreten Stelle: Denken, Planen und Reagieren gleichzeitig.

Autofahren ist kognitiv anspruchsvoller, als es sich anfühlt. Auch auf vertrauten Strecken müssen ständig kleine Entscheidungen getroffen werden. Wann kommt die Abzweigung? Bin ich zeitlich noch im Rahmen? Muss ich gleich die Spur wechseln? Was mache ich, wenn etwas anders läuft als sonst? Diese Prozesse laufen meist automatisch, kosten aber trotzdem mentale Ressourcen.

Bei ADHS ist genau dieses parallele Mitdenken schneller erschöpft. Zeit einschätzen, den nächsten Schritt im Kopf behalten und gleichzeitig aufmerksam bleiben, fordert deutlich mehr Energie. Deshalb fühlt sich Autofahren oft anstrengender an, obwohl der Weg bekannt ist. Kommt dann etwas Ungeplantes dazu, Stau, Baustelle, Umleitung, steigt die Belastung sprunghaft an, weil plötzlich neu geplant werden muss.

Das Navigationssystem übernimmt genau diesen Teil. Es zeigt frühzeitig, wie lange es noch dauert. Es meldet Abweichungen sofort. Es schlägt Alternativen vor, ohne dass selbst gerechnet oder entschieden werden muss. Dadurch entfällt ein großer Teil des inneren Kontrollaufwands.
Wichtig ist dabei nicht die Richtung, sondern die Vorhersagbarkeit. Zu wissen, wann man ankommt, beruhigt das Nervensystem spürbar. Der Kopf muss nicht permanent überprüfen, ob alles noch passt. Diese Entlastung sorgt dafür, dass Aufmerksamkeit stabiler bleibt und Stress geringer ausfällt.

Viele Menschen mit ADHS berichten deshalb, dass sie mit Navi ruhiger fahren, weniger hetzen und mental weniger erschöpft ankommen.

Das ist eine funktionierende Alltagsstrategie. Externe Hilfen wie Navi, Kalender oder Erinnerungen ersetzen keine Fähigkeiten. Sie gleichen eine höhere Belastung aus.

Kurz gesagt: Das Navi hilft nicht beim Finden des Weges. Es hilft dabei, kognitive Energie zu sparen. Und genau das macht es bei ADHS sinnvoll.

Kennst du das?

17/02/2026

POV: Du fährst ganz normal Auto. 🚗

Also, na ja. Normal für dich heißt, dass dein Gehirn gleichzeitig Verkehrsfluss 🚦, Baustellenschilder 🚧, den Song im Radio 🎶, den Gedanken an die Mail von heute Morgen 📩 und die Frage verarbeitet, ob du eigentlich zuhause noch Hafermilch hast 🥛. Und weil das alles gleichzeitig durch deinen Kopf schießt, redest du. Ununterbrochen. 🗣️, weil dein Gehirn sonst überläuft wie ein schlecht eingestellter Drucker. 🖨️

Du machst Kommentare zu Dingen, die niemand außer dir sieht. 👀 „Boah, warum fährt der so?“ Keine Ahnung, welcher „der“? „Krass, guck mal da.“ Niemand weiß, wohin. „Ich wollte dir eh noch was erzählen.“ Und dann erzählst du gleich drei Sachen, die nichts miteinander zu tun haben und von denen du selbst nicht weißt, wie du dort gelandet bist. 🤯

Dieses Dauerreden ist für viele mit ADHS wie ein Sicherheitsgurt fürs Gehirn. 🔐 Stille ist gefährlicher. 🤐 Da fängt dein Kopf oft an, eigene Wege zu nehmen und plötzlich bist du irgendwo zwischen Kindheitserinnerung 🧒 und Existenzkrise. 🌌

Hinzu kommt dieser typische Fokus-Wechsel. Außen passiert etwas, zack, der Kopf springt hin. ⚡ Innen passiert etwas, zack, wieder weg. Das heißt nicht, dass man nicht konzentriert fährt. Im Gegenteil. Viele mit ADHS sind beim Fahren sogar hochfokussiert 🚀, und gleichzeitig innerlich so wach, dass die Worte einfach rausploppen wie Popcorn. 🍿

Und wenn dann noch ein Beifahrer im Auto sitzt, na super. 😅 Dann denkt das Gehirn: Endlich ein Mensch, der meine 17 parallelen Gedankensprünge live und ungefiltert aushält. Danke für deine Teilnahme an diesem Erlebnis. 🙏🙏🙏

Am Ende der Fahrt steigen alle aus und du denkst dir: Bin ich eigentlich gefahren? Oder hab ich nur geredet und irgendwer hat uns heimlich teleportiert? 🛸

Kennst du das? Wie ist Autofahren bei dir? 🚙💭

15/02/2026

Die oder das ADHS?

Ob es die oder das ADHS heißt, wirkt erstmal wie eine Mini-Grammatikfrage. Ist es aber nicht ganz. Dahinter steckt nämlich ein größeres Thema: Pathologisierung versus Neurodivergenz.

Sobald wir die ADHS sagen, beziehen wir uns sprachlich auf die Störung. Und fachlich ist das korrekt, weil ADHS in unseren Diagnosesystemen als Störung geführt wird. Eine Störung bedeutet im medizinischen Kontext: Es gibt Symptome, funktionelle Beeinträchtigungen und Leidensdruck. Sonst würde es keine Diagnose geben, keine Leitlinien, keine Therapie, keine Kostenübernahme. Unser Versorgungssystem braucht diese Einordnung.

Wenn viele im Alltag das ADHS sagen, schwingt oft etwas anderes mit. Weniger Defekt, mehr Beschreibung eines Musters. Ein Syndrom meint ein typisches Bündel von Merkmalen, die gemeinsam auftreten. Und genau so erleben viele ADHS: als spezifische Art, Reize zu verarbeiten, Motivation zu regulieren, Emotionen zu erleben. Mit Stärken und Schwierigkeiten.

Der Unterschied ist also nicht nur sprachlich. Er stellt die Frage, ob wir ADHS primär als behandlungsbedürftige Störung verstehen oder als Form von Neurodivergenz, also als Variante menschlicher Gehirnorganisation. Neurodivergenz heißt nicht, dass es keinen Leidensdruck gibt. Es heißt aber, dass Andersartigkeit nicht automatisch Defekt bedeutet.

Gleichzeitig wäre es fachlich falsch, ADHS komplett zu entpathologisieren. Viele Betroffene haben reale Einschränkungen, schulisch, beruflich und sozial. Das ernst zu nehmen, ist wichtig. Sonst kippt die Diskussion in die andere Richtung und bagatellisiert Probleme.

Vielleicht liegt die saubere Position auch irgendwo dazwischen. ADHS ist im Diagnosesystem eine Störung, weil sie Beeinträchtigungen verursachen kann. Und sie ist gleichzeitig eine Form neurobiologischer Diversität, weil das zugrunde liegende Gehirn nicht kaputt, sondern anders organisiert ist.

Ob jemand die oder das ADHS sagt, verrät also manchmal mehr über die innere Haltung als über Grammatik.

Wie ist es bei dir? Sagst du die oder das ADHS?

Adresse

Tecklenburger Damm 59
Ibbenbüren
49477

Benachrichtigungen

Lassen Sie sich von uns eine E-Mail senden und seien Sie der erste der Neuigkeiten und Aktionen von Psychotherapie-glaßmeyer erfährt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht für andere Zwecke verwendet und Sie können sich jederzeit abmelden.

Teilen

Share on Facebook Share on Twitter Share on LinkedIn
Share on Pinterest Share on Reddit Share via Email
Share on WhatsApp Share on Instagram Share on Telegram