Psychotherapie-glaßmeyer

Psychotherapie-glaßmeyer Hier geht es um psychische Gesundheit, Aufklärung und die Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen.

23/05/2026

Vage Gesprächsankündigungen können bei ADHS deshalb so reinhauen, weil sie eine soziale Situation offenlassen, die das Gehirn sofort einordnen will 🧠

Es fehlt die wichtigste Information: die Richtung. Geht es um Organisation, Kritik, eine Bitte, einen Fehler oder um etwas Persönliches? Solange das unklar bleibt, sucht der Kopf nach Hinweisen. Und bei vielen Menschen mit ADHS springt er schneller zu der Variante, die am meisten wehtut.

Das ist ein erlernter Schutzmechanismus, denn viele Betroffene haben über Jahre erlebt, dass sie korrigiert, missverstanden oder kritisiert wurden. Zu chaotisch, zu emotional, zu direkt, zu vergesslich. Irgendwann lernt das Gehirn: Ich muss früh merken, wenn Ablehnung droht.

Dazu passt Rejection Sensitivity. Gemeint ist die starke Empfindlichkeit gegenüber möglicher Zurückweisung oder Kritik. Der Stress beginnt schon bei der Möglichkeit, dass etwas unangenehm werden könnte. Der Körper reagiert, bevor der Verstand weiß, was los ist. ⚡️

Typisch ist dann:
😵‍💫 Gedanken kreisen um denselben Satz
🫀 Druck im Bauch oder Herzklopfen
📱 ständiges Checken auf neue Nachrichten
🧩 das Bedürfnis nach Klarheit
🎭 innerliches Durchspielen aller Szenarien

Was hilft als Umfeld?
Gib eine grobe Info dazu. Eine einzige Zusatzinfo reicht oft.
💬 Es geht nur um die Planung.
💬 Ich brauche kurz deine Einschätzung.
💬 Es ist nichts Kritisches.
💬 Ich möchte etwas Organisatorisches abstimmen.
Das ist klare Kommunikation. Du gibst Orientierung, damit die andere Person nicht raten muss.

Wenn du selbst ADHS hast: Üb, früher nach Kontext zu fragen.
💬 Kannst du mir kurz den Rahmen sagen?
💬 Geht es eher um Orga, Feedback oder etwas Persönliches?
💬 Eine grobe Richtung würde mir helfen, damit mein Kopf nicht direkt anspringt.

Du musst dich dafür nicht rechtfertigen. Du holst dir eine Information, die dein System braucht, um runterzufahren.

Klarheit ist bei ADHS der Unterschied zwischen einem normalen Tag und mehreren Stunden innerem Stress.

Welche Formulierung macht bei dir sofort Kopfkino? 👇

09/05/2026

„Ich will das ohne Medikamente schaffen.“ Dieser Satz hat vielen Menschen mit ADHS unnötig Jahre gekostet.

💊 Und ich verstehe total, woher er kommt. Viele haben gelernt: Ich muss mich mehr anstrengen. Ich muss disziplinierter sein. Ich muss das alleine hinkriegen, sonst bin ich schwach. Aber ADHS ist keine Charakterschwäche. Medikamente sind keine Abkürzung für Menschen, die sich nicht genug Mühe geben.

🧠 ADHS-Medikamente machen dich nicht automatisch abhängig, sie verändern nicht deine Persönlichkeit und sie sind nicht nur für Kinder. Was sie können: Sie unterstützen Aufmerksamkeit, Reizfilterung, Impulskontrolle und Regulation.

🔄 Wichtig ist aber: Medikation ist kein „einmal nehmen und dann ist alles gelöst“. Der erste Versuch ist selten perfekt. Manchmal passt der Wirkstoff nicht, manchmal die Dosis nicht, manchmal ist der Rebound am Nachmittag zu stark.

Deshalb mein Tipp: Beobachte nicht nur, ob du konzentrierter bist. Schreib dir auf, wie Schlaf, Appetit, Stimmung, Reizbarkeit, Herzklopfen und innere Ruhe sind. Und ob du dich mehr wie du selbst fühlst oder eher gedämpft. Diese Infos helfen bei der Einstellung.

✨ Ein schlechter Tag beweist nicht, dass Medikamente nichts für dich sind. Ein komisches Gefühl beim ersten Versuch beweist nicht, dass du „nicht dafür gemacht“ bist. Es heißt nur: Da muss genauer hingeschaut werden.

Und trotzdem gilt: Medikamente lösen nicht dein ganzes Leben. Sie räumen nicht deine Wohnung auf, beantworten keine Nachrichten und bauen keine Routinen für dich. Aber sie können diesen Spielraum schaffen, in dem genau das überhaupt erst möglich wird.

🧩 Und dieser Spielraum ist Gold wert. Weil du dann nicht mehr jede Veränderung aus Erschöpfung erzwingen musst, sondern anfangen kannst, Strukturen aufzubauen, die zu deinem ADHS passen.

Genau darum geht es auch in AIKO: nicht perfekt optimieren, sondern dein Leben so aufbauen, dass du nicht ständig gegen dein Nervensystem kämpfst.

Kommentiere ➡️PLANER⬅️, wenn du den 1. Schritt machen willst.

Was war dein größter Irrglaube über ADHS-Medikamente?

01/05/2026

Deadlines retten und zerstören gleichzeitig und viele mit ADHS kennen dieses Paradox in- und auswendig.

Was dabei oft untergeht: Der Grund, warum der Fokus erst im letzten Moment kommt, hat nichts mit Faulheit oder mangelnder Disziplin zu tun. Das ADHS-Gehirn braucht bestimmte Bedingungen, um in den Arbeitsmodus zu schalten und Dringlichkeit ist eine der stärksten davon. Ohne diesen Impuls bleibt der Startmoment einfach aus, egal wie gut die Absicht ist.

Das Problem ist, dass sich diese Strategie über die Zeit nicht skaliert. Wer dauerhaft auf den letzten Drücker arbeitet, lebt in einem permanenten Ausnahmezustand und der Körper merkt das. Was am Anfang noch nach produktivem Flow klingt, wird irgendwann zu einem Muster, das mehr kostet als es bringt.

Ein paar Dinge, die helfen können, früher anzufangen 👇

🕐 Künstliche Deadlines setzen, die sich echt anfühlen. Nicht einfach „ich fange morgen früher an“, sondern konkret: einem Freund sagen, dass du bis 15 Uhr einen bestimmten Teil fertig hast oder dir selbst einen Termin in den Kalender blocken, den du genauso behandelst wie einen externen Termin.

✂️ Aufgaben so klein schneiden, dass der Einstieg fast lächerlich einfach wirkt. Nicht „den Artikel schreiben“, sondern „die erste Zeile tippen“. Das Gehirn braucht keinen großen Plan, es braucht einen konkreten nächsten Schritt.

🎧 Den Arbeitskontext bewusst verändern. Manchmal reicht ein anderer Ort, Kopfhörer auf, oder ein bestimmtes Ritual vor dem Arbeiten, um dem Gehirn zu signalisieren: jetzt ist es so weit. Externe Reize können den Impuls ersetzen, den sonst die Deadline liefert.

👥 Body doubling nutzen. Mit jemandem gleichzeitig arbeiten, auch übers Telefon oder per Video, erzeugt eine soziale Verbindlichkeit, die vielen mit ADHS hilft, überhaupt in den Startmodus zu kommen.

Der Schlüssel ist nicht, das Gehirn zu überlisten, sondern die Bedingungen zu schaffen, unter denen es von alleine anspringt, bevor der rote Bereich erreicht ist. 🧠

Was hilft dir noch so?

29/04/2026

ADHS betrifft nie nur eine Person. Es betrifft alle, die mit ihr leben, lieben und arbeiten. Und genau da liegt das Problem: Während die Person mit ADHS oft jahrelang an sich arbeitet, sich erklärt, rechtfertigt und anpasst, bleibt das Umfeld häufig genau da, wo es immer war. Uninformiert.

Das führt zu Dynamiken, die sich für beide Seiten falsch anfühlen, ohne dass jemand weiß, warum. Konflikte, die immer wieder an derselben Stelle entstehen. Erwartungen, die nie erfüllt werden, aber nicht weil jemand es nicht will, sondern weil niemand verstanden hat, was ADHS im Alltag wirklich bedeutet. Nähe, die sich trotzdem einsam anfühlt.

Partner, die denken: „Warum kann sie das nicht einfach organisieren?“ Freundinnen, die sich fragen: „Warum nimmt sie das so persönlich?“ Familien, die glauben: „Sie müsste sich nur mehr anstrengen.“ Es gibt keine böse Absicht dahinter – und gleichzeitig summiert sich die Wirkung täglich.

Das verändert sich, wenn das Umfeld anfängt zu verstehen: Aus Vorwürfen werden Fragen. Aus Missverständnissen wird Neugier. Aus „stell dich nicht so an“ wird „wie kann ich dich heute unterstützen?“ Das klingt klein, ist es aber nicht.

Menschen mit ADHS brauchen kein Umfeld, das sie rettet. Sie brauchen eines, das aufgehört hat, ohne es zu merken gegen sie zu arbeiten.

Und das beginnt nicht mit einem großen Gespräch oder einer perfekten Lösung. Es beginnt damit, dass jemand anfängt zu verstehen, wie das Gehirn einer Person Menschen mit ADHS wirklich funktioniert. Was dahinter steckt, wenn sie zu spät kommt. Was es, wenn sie vergisst. Was es kostet, jeden Tag in einer Welt zu funktionieren, die nicht für sie gebaut wurde.

Du musst ihr ADHS nicht fühlen. Aber du kannst aufhören, so zu tun, als wäre es nicht da. Informier dich. Nicht für sie – für euch.

22/04/2026

Hochfunktionales ADHS…

… sieht von außen oft ziemlich unauffällig aus. Termine werden eingehalten, die Leistung stimmt, man wirkt organisiert, zuverlässig, belastbar. Viele hören genau deshalb Sätze wie „funktioniert doch alles“ oder „so schlimm kann es ja nicht sein.“

Was dabei komplett übersehen wird, ist der Preis, der im Hintergrund gezahlt wird😔.

Hochfunktionales ADHS bedeutet oft, dass extrem viel Energie in Kontrolle fließt. Ständiges Mitdenken, nichts vergessen, sich zusammenreißen, Reize filtern, Emotionen regulieren, sich anpassen. Das ist kein Zustand von Stabilität, sondern von Daueranspannung.

Viele entwickeln Strategien, die nach außen wie Disziplin aussehen, aber eigentlich Kompensation sind. Perfektionismus, People Pleasing, übermäßige Selbstkontrolle. Alles mit dem Ziel, nicht aufzufallen und bloß keine Fehler zu machen.

Der Preis zeigt sich dann oft genau da, wo niemand hinschaut:

🔹Abends völlige Erschöpfung, obwohl objektiv „nicht so viel“ passiert ist
🔹Gedankenkreisen nach sozialen Situationen
das Gefühl, nie wirklich fertig zu sein
🔹ständige innere Unruhe
🔹Schwierigkeiten, wirklich runterzufahren

Und ein ganz zentraler Punkt: Du verlierst das Gefühl dafür, wie es dir eigentlich geht, weil du so sehr darauf fokussiert bist, zu funktionieren.

Viele kommen erst in Therapie, wenn der Körper oder die Psyche irgendwann nicht mehr mitmachen. Erschöpfung, Burnout, Selbstzweifel oder das Gefühl, komplett neben sich zu stehen sind häufig die Folge davon.

❌Das Problem ist also nicht, dass Menschen mit hochfunktionalem ADHS nichts hinbekommen.
‼️Das Problem ist, dass sie oft viel zu lange über ihre eigenen Grenzen gehen und genau dafür sogar noch Anerkennung bekommen.

Langfristig hält das kein System aus.

Die entscheidende Frage ist nicht, ob du funktionierst, sondern wie viel Kraft es dich jeden Tag kostet und ob sich dein Leben auch nach dir anfühlt oder nur nach Durchhalten.

Wenn du dich darin wiedererkennst, speicher dir das ab. Und schreib ➡️AIKO⬅️ in die Kommentare, wenn du lernen willst, wie du rauskommst aus diesem Dauerfunktionieren und wieder bei dir a

19/04/2026

Das kannst du gegen RSD tun⬇️⬇️⬇️

Du merkst oft erst im Nachhinein, wie sehr dich eine Situation getroffen hat und fragst dich dann, warum dich genau das so aus der Bahn wirft 🤯?

RSD hat wenig damit zu tun, dass du etwas „falsch“ verstehst, sondern viel mehr damit, dass dein Gehirn extrem schnell einen Zusammenhang herstellt und zwar auf Basis von Erfahrungen, die längst vergangen sind.

Und genau deshalb bringt es auch nichts, dir einfach nur zu sagen, dass „nichts passiert ist“. Dein Gefühl ist ja da. Die Frage ist eher, was du in diesem Moment damit machst.

Ein paar Impulse, die wirklich einen Unterschied machen können:

🧠 Erkenn den Moment, bevor du handelst
Der kritischste Punkt ist nicht das Gefühl, sondern das, was du direkt danach tust. Wenn du sofort reagierst, schreibst oder dich erklärst, verstärkst du die Schleife. Es geht darum, diesen einen Moment dazwischen überhaupt wahrzunehmen.

💭 Hinterfrag nicht das Gefühl, sondern die Schlussfolgerung
Das Gefühl darf da sein. Aber die Geschichte, die dein Kopf daraus baut, ist nicht automatisch die Wahrheit. Genau da liegt dein Spielraum.

⏳ Bau bewusst Verzögerung ein
RSD will Tempo. Dein Gegenspieler ist Zeit. Selbst eine Stunde Abstand kann reichen, damit dein System runterfährt und du wieder klarer siehst.

🔍 Hol dir Realität von außen
Im Kopf wird alles schnell eindeutig. In der Realität ist es das oft nicht. Kontext nachfragen, Dinge überprüfen, andere Perspektiven einholen verändert mehr als jedes Grübeln.

❤️ Sprich anders mit dir selbst
Viele reagieren in solchen Momenten extrem hart mit sich. Genau das verstärkt den Stress. Was du brauchst, ist eher sowas wie: „Okay, das fühlt sich gerade heftig an, ich schau mir das in Ruhe an.“

Und vielleicht das Wichtigste:
Das ist kein Schalter, den man einmal umlegt. Es ist ein Prozess, bei dem du lernst, dich in genau diesen Momenten anders zu begleiten.

Genau daran arbeiten wir in AIKO, nicht nur verstehen, sondern im Alltag wirklich anders mit dir umgehen 💭

Wenn du das lernen willst, kommentier DATE und ich schick dir mehr Infos 📩

12/04/2026

Das kannst du bei fehlender Motivation tun ⬇️⬇️⬇️

Viele Menschen versuchen bei ADHS vor allem an ihrer Motivation zu arbeiten. Sie denken, sie müssten einfach disziplinierter sein, sich mehr zusammenreißen oder bessere To-do-Listen schreiben. Dabei übersehen viele einen wichtigen Punkt: Der Rahmen, in dem man arbeitet, kann einen riesigen Unterschied machen.

Body Doubling ist genau so ein Beispiel dafür. Es geht nicht darum, dass jemand dir hilft oder deine Aufgaben übernimmt. Es geht darum, dass eine zweite Person da ist, während du etwas erledigst. Dieser kleine soziale Rahmen kann dafür sorgen, dass du leichter ins Tun kommst und länger bei einer Sache bleibst.

Viele Menschen mit ADHS nutzen Body Doubling ganz intuitiv, ohne den Begriff zu kennen. Sie lernen lieber im Café statt alleine zu Hause, erledigen Papierkram, wenn jemand daneben sitzt, oder telefonieren mit einer Freundin, während sie aufräumen. ☕📚

Wenn du das ausprobieren möchtest, kannst du dir bewusst solche Situationen schaffen:

💻 Parallel arbeiten: Verabrede dich mit einer Freundin zum gemeinsamen Arbeiten. Jeder macht seine eigenen Aufgaben.

📞 Telefon-Body-Doubling: Jemand bleibt am Telefon, während du eine Aufgabe erledigst.��
🏠 Haushalt zusammen machen: Viele Dinge gehen leichter, wenn zwei Menschen gleichzeitig anfangen.

📚 Orte mit Arbeitsatmosphäre nutzen: Bibliothek, Café oder Coworking-Space können helfen, in einen Fokus zu kommen.

🌐 Virtuelles Body Doubling: Es gibt auch Online-Sessions, bei denen Menschen einfach parallel arbeiten.

Der entscheidende Punkt ist: Du musst dein Verhalten nicht immer über pure Willenskraft verändern. Manchmal hilft es viel mehr, den Kontext so zu gestalten, dass dein System besser damit arbeiten kann.

Viele Strategien bei ADHS funktionieren genau so: indem du Strukturen schaffst, die das Dranbleiben leichter machen.

🧠✨ Kennst du Body Doubling schon oder hast du das vielleicht sogar unbewusst schon lange genutzt?

11/04/2026

ADHS wird so oft wie ein Problem behandelt 🧠

Und wenn du das lange genug hörst, fängst du irgendwann an, es zu glauben😔.

Viele Menschen mit ADHS kennen genau das: Du bekommst gespiegelt, was nicht funktioniert. Du bist zu chaotisch, zu impulsiv, zu viel, zu unstrukturiert. Und irgendwann glaubst du das, weil es das Einzige ist, was du über dich hörst.

Du suchst automatisch nach Fehlern, nach dem, was nicht klappt, nach dem, was „falsch“ an dir ist. Alles andere gerät in den Hintergrund.

Dabei ist ADHS nicht nur das, was dich im Alltag stresst. Da ist auch die Kreativität🎭🎨, deine Spontanität, die Begeisterungsfähigkeit, ein gutes Gespür für andere Menschen, diese Intensität, die Beziehungen tief macht und nicht oberflächlich.

Wenn du nie gelernt hast, das zu sehen, kannst du es auch nicht nutzen.

🧩 Hier ein paar Impulse für dich:
– Beobachte heute mal bewusst, wann du dich innerlich kritisierst und frag dich, ob das wirklich ein Defizit ist oder dein Gehirn einfach anders arbeitet
– Schau dir Situationen an, in denen du schnell Lösungen findest, spontan reagierst oder Dinge verbindest, die andere nicht sehen
– Achte darauf, wie du über dich sprichst, vor allem in stressigen Momenten, da zeigt sich oft dein eigentliches Selbstbild
– Frag dich, was du einer guten Freundin sagen würdest, wenn sie genauso über sich denken würde

Es geht nicht darum, ADHS schönzureden oder Probleme zu ignorieren. Es geht darum, aufzuhören, dich nur über deine Schwächen zu definieren und stattdessen endlich ein vollständigeres Bild zu bekommen.

Und dabei kann Selbstfürsorge helfen. Wie du diese in dein Leben bekommst, lernst du in meinem Kurs AIKO.

Kommentiere ➡️PLANER⬅️, wenn du den Anfang machen willst.

08/04/2026

Freundschaften mit ADHS funktionieren gut, wenn man aufhört, sie nach klassischen Maßstäben zu bewerten und anfängt zu verstehen, wie Beziehung unter diesen Bedingungen wirklich entsteht 🤍

Viele erwarten Konstanz, regelmäßige Nachrichten, gleiche Energie auf beiden Seiten, aber genau das ist oft der Punkt, an dem es schwierig wird, weil ADHS eher in Phasen funktioniert und weniger linear, was schnell missverstanden wird, obwohl die Verbindung eigentlich da ist

Was Freundschaften stabil macht, ist Klarheit statt Interpretation, also Dinge auszusprechen, die sonst unausgesprochen bleiben, zum Beispiel dass fehlende Antworten nichts mit Desinteresse zu tun haben oder dass Rückzug oft Überforderung ist und kein Zeichen von Ablehnung 💬

Genauso entscheidend ist ein realistisches Erwartungsniveau, weil viele Beziehungen daran scheitern, dass unterschwellig verlangt wird, dauerhaft gleich präsent zu sein, obwohl das für ein ADHS Gehirn schlicht nicht konstant abrufbar ist 🧠⚡

Gut funktionieren Freundschaften auch dann, wenn beide Seiten lernen, weniger persönlich zu nehmen, weil Dinge wie Vergessen, spontane Planänderungen oder intensivere Reaktionen schnell als mangelnde Wertschätzung interpretiert werden, obwohl sie neurologisch erklärbar sind und nichts über die Beziehung aussagen.

Ein weiterer Punkt ist Struktur im Kleinen, also einfache Absprachen, kurze Check-ins oder feste Anker, die Verbindung halten, ohne Druck aufzubauen, weil genau diese Mischung aus Freiheit und minimaler Struktur oft dafür sorgt, dass Kontakt nicht komplett abbricht 🔄

Was viele unterschätzen, ist die Rolle von emotionaler Sicherheit, Freundschaften funktionieren dann gut, wenn Raum da ist für Intensität, für schnelle Gedanken, für spontane Themenwechsel, ohne dass ständig reguliert werden muss 😌

Und gleichzeitig braucht es die Fähigkeit, Grenzen zu erkennen, weil ADHS dazu neigt, sich in Beziehungen zu verlieren, zu viel zu geben oder sich für die Dynamik verantwortlich zu fühlen, was langfristig eher auslaugt als verbindet

Wie erlebst du das bei dir? Eher entspannte Dynamiken oder schnell Missverständnisse? 💭



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31/03/2026

Das kann helfen, wenn du dich ständig entschuldigst⬇️⬇️⬇️

Viele Menschen mit ADHS entschuldigen sich reflexhaft. Aber nicht nur bei echten Fehlern, sondern auch beim Nachfragen, bei kurzen Unterbrechungen, wenn sie Raum einnehmen oder einen Moment brauchen, um nachzudenken.

Dieses Muster entsteht häufig über Jahre: Man erlebt Kritik, Missverständnisse oder hört immer wieder, dass man zu viel, zu chaotisch oder zu unaufmerksam sei. Irgendwann versucht das Gehirn, mögliche Reaktionen anderer früh zu antizipieren. Das schnelle „Sorry“ wirkt dann wie eine Art Schutzstrategie.

Das Problem ist nur: Wenn Entschuldigungen zur Gewohnheit werden, kann sich auch der Blick auf sich selbst verändern. Deshalb kann es hilfreich sein, dieses Muster bewusst zu beobachten und Schritt für Schritt zu verändern.

1. Beobachte dein „Sorry“ einen Tag lang bewusst.
Viele sind überrascht, wie oft dieses Wort im Alltag auftaucht. Allein das Bewusstwerden verändert oft schon etwas.

2. Unterscheide zwischen Fehler und Gewohnheit.
Eine Entschuldigung ist sinnvoll, wenn wirklich ein Fehler passiert ist oder jemand verletzt wurde. In vielen Alltagssituationen steckt jedoch eher ein Reflex dahinter.

3. Achte auf typische Auslöser.
Besonders häufig passiert es, wenn du nachfragst, jemanden kurz unterbrichst, dir Zeit zum Nachdenken nimmst oder ein Bedürfnis äußerst.

4. Baue eine kleine Pause ein.
Wenn du merkst, dass ein „Sorry“ automatisch kommt, halte kurz inne. Diese kleine Pause kann schon reichen, um bewusster zu reagieren.

5. Prüfe deine innere Annahme.
Viele Menschen mit ADHS gehen automatisch davon aus, dass sie gerade stören. Oft stimmt diese Annahme gar nicht.

6. Erinnere dich daran, dass Bedürfnisse normal sind.
Nachfragen, etwas erklären, Raum einnehmen oder kurz Zeit brauchen gehört zu normaler Kommunikation.

7. Sprich mit dir selbst so, wie du mit einer guten Freundin sprechen würdest.
Viele Menschen mit ADHS sind mit sich selbst deutlich strenger als mit anderen. Ein freundlicherer Blick auf dich selbst kann viel Druck rausnehmen.

In welchen Situationen rutscht dir dieses automatische „Sorry“ am häufigsten raus?

29/03/2026

Was kann Menschen mit ADHS gegen RSD helfen?

RSD Empfindungen können extrem belastend sein, aber es gibt Strategien, um besser damit umzugehen.

Menschen mit ADHS:
… sollten sich bewusstmachen, dass das Gefühl der Ablehnung oft nicht der Realität entspricht. Fragen wie: „Was wurde wirklich gesagt?“ können helfen, die Situation klarer zu sehen.

… sollten reflektieren, ob die starken Emotionen wirklich zur aktuellen Situation passen oder aus alten Erfahrungen entstehen.

… sollten lernen, dass sie ihre Reaktionen auf vermeintliche Ablehnung oft stärker empfinden und sich bewusstmachen, dass diese Reaktionen nicht immer der tatsächlichen Situation entsprechen

… sollten nachfragen, statt einfach selbst zu interpretieren. Statt automatisch von Kritik auszugehen, ist es sinnvoll, nachzufragen: „Habe ich das richtig verstanden, dass...?“

… sollten ihre Gefühle akzeptieren und sich selbst nicht verurteilen, auch wenn die Reaktion intensiver ist. Gefühle sind keine Fakten, und es ist wichtig, sich daran zu erinnern.

… sollten sich nach einer gefühlten Zurückweisung nicht isolieren. Offenes Reden hilft, Missverständnisse zu vermeiden und Klarheit zu schaffen.

Menschen ohne ADHS:

… sollten empathisch und klar kommunizieren, um Missverständnisse zu vermeiden.

… sollten Geduld zeigen und nicht genervt reagieren. Menschen mit ADHS empfinden Kritik oft intensiver, das ist nicht absichtlich.

… sollten einfühlsam Rückmeldung geben. Statt „Das hast du falsch gemacht“ lieber: „Ich weiß, dass du es gut gemeint hast, aber mich hat die Situation gestresst.“

… sollten Wertschätzung betonen: „Ich sehe, wie viel Mühe du dir gibst.“

… sollten Raum für offene Gespräche schaffen. Fragen wie „Wie hast du das wahrgenommen?“ fördern Vertrauen.

… sollten sich bewusst sein, dass Menschen mit ADHS oft sensibel auf nonverbale Signale wie Tonfall oder Mimik reagieren.

Selbstfürsorge Mistfür alle der Schlüssel. Kommentiere ➡️AIKO⬅️

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Tecklenburger Damm 59
Ibbenbüren
49477

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