22/01/2026
Es gibt doch immer wieder Interessantes aus der KI-Welt. Bestimmt habt Ihr auch darüber geschmunzelt, dass Grok seinen CEO Elon Musk als den besten, tollsten, schlauesten, sportlichsten aller Zeitgenossen bezeichnet?
Aber womöglich macht das jedes KI-System mit seinem CEO?
Die Non-Profit-Organisation CivAI wollte das wissen und hat mehrere KI-Systeme nach ihrer Lieblingsperson befragt. Darunter waren die vier großen Tech-CEOs, nämlich Sam Altman (ChatGPT), Dario Amodei (Claude), Demis Hassabis (Gemini), Elon Musk (Grok) und zudem Mahatma Ghandi. Entwarnung: Alle KI-Systeme, bis auf eines, haben nicht ihren jeweiligen CEO gewählt, sondern Mahatma Ghandi. Die einzige Ausnahme war .... Ihr ahnt es. ...
Das klingt lustiger als es ist. Natürlich kommt die Verehrung von Grok für Elon Musk nicht von ungefähr. Vielmehr wurde ihr dies im letzten Trainingsschritt, dem „Reinforcement Learning from Human Feedback (RLHF)” ausdrücklich eingebläut. In diesem Schritt wird die KI noch einmal ganz speziell auf die zu repräsentierenden Werte getrimmt. Marcel Binz, mein wissenschaftlicher Berater für die „Roboterliebe“, hat ebenfalls in einer Studie festgestellt, dass Ergebnisse der großen Sprachmodelle unterschiedlich ausfallen, je nachdem ob das RLHF zur Anwendung kam (vergl. Roboterliebe S. 48).
Die KI ist also tendenziös. Wie gefährlich! Denn immer mehr Menschen fragen „ihre KI“ in Lebensfragen um Rat. Auch werden KI-Modelle immer häufiger Entscheidungen überlassen, die Menschen direkt betreffen, etwa bei Einstellungsverfahren, Finanzdienstleistungen oder im Gesundheitswesen. Aber wie will von ihr in diesen wichtigen Bereichen beispielsweise Menschlichkeit erwarten, wenn sie im letzten Schritt womöglich auf reine Rationalität trainiert worden ist?
Foto: Elliott & Fry - philogalichet.frgettyimages.in, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=76882768