29/11/2025
Meine Mutter hat mit demselben Messer Hähnchen geschnitten, Eier gehackt und Brot bestrichen – alles auf einem Schneidebrett, ganz ohne Chlor oder Desinfektionsmittel.
Und wisst ihr was? Ich kann mich an keine einzige Lebensmittelvergiftung erinnern.
Sonntage bedeuteten „Hähnchen mit Pommes“.
Kein McDonald’s – nur unser einfaches, glückliches Familienessen.
Unsere Schulpausebrote steckten in Papiertüten vom Markt.
Keine Kühltaschen, keine speziellen Boxen.
Und der Snack bestand meist aus Brot, Butter und ein paar Stückchen Schokolade.
Und irgendwie haben wir überlebt – ganz ohne Angst vor „gefährlichen Bakterien“.
Im Sommer badeten wir in Flüssen, Seen und im Meer.
Niemand zahlte für gechlorte Schwimmbäder, niemand machte sich Gedanken über die „Wasserqualität“.
Strände wurden nie „wegen Keimen“ geschlossen.
In der Schule rannten wir in einfachen Turnschuhen herum – keine Luftpolster, keine teuren Marken.
Wir fielen? Natürlich.
Aber genau diese Stürze wurden später unsere besten Geschichten.
Wenn man Mist baute, gab es Konsequenzen. Das nannte man Disziplin.
Und wir wuchsen auf mit Respekt – vor Regeln, vor Menschen und vor Älteren.
Im Klassenzimmer konnten wir fünfzig Schüler sein, und trotzdem lernten wir lesen, schreiben und rechnen.
Das Einmaleins konnten wir auswendig, die Hausaufgaben machten wir abends.
Und einen Brief konnten wir fehlerfrei schreiben.
Am Schuljahresende gab es Basare, selbstgebackene Kuchen, Tombolas und eine Ehrentafel mit den Namen derjenigen, die sich wirklich angestrengt hatten.
Der Stolz war ehrlich und verdient.
Wie unterschiedlich wir auch waren – wir sangen gemeinsam die Nationalhymne und respektierten unsere Flagge.
Und niemand fühlte sich dadurch beleidigt.
Wir spielten draußen bis zum späten Abend, bis unsere Eltern uns reinriefen.
Sie wussten immer, wo wir waren.
Und ja – wir konnten abends die Straße entlanggehen, ohne Angst zu haben.
Wurden wir von einer Wespe gestochen?
Niemand rief den Notarzt.
Etwas Jod, Knoblauch oder Essig – und weiter ging’s.
Streit?
Der wurde mit den Fäusten geklärt, nicht mit Messern oder Dramen in den sozialen Medien.
Und das Wichtigste… wir kannten das Wort „dysfunktionale Familie“ nicht einmal.
Probleme wurden zu Hause gelöst – ohne Therapie, ohne Antidepressiva, ohne großes Aufheben.
Es war einfach das Leben. Echt und unkompliziert.
Wie wir das überlebt haben?
Vielleicht gerade wegen dieser Einfachheit.
❤️ Eine Umarmung an alle, die sich an diese Zeit erinnern.
Und an die, die sie nie erlebt haben – schade, dass ihr etwas so Schönes verpasst habt.