27/02/2026
Internationale Leitlinie zur Demenz bei Hunden
Wie das Thieme Tiermedizin- Onlineportal mit Verweis auf die Mitteilung von Professor Holger Volk, PhD, Leiter der Klinik für Kleintiere der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), Mitte Januar berichtete, hat ein international besetztes Expertengremium aus 12 Fachleuten der Fachbereiche Neurologie, Verhaltensmedizin, Grundlagenforschung, Neuropharmakologie, Neuropathologie, Radiologie und der haustierärztlichen Primärversorgung, gemeinsame Leitlinien zur Primärversorgung und zur systematischen Abklärung bei Verdacht auf Demenz bei Hunden erarbeitet. Geleitet hat das Team Professorin Natasha J. Olby, von der North Carolina State University in den USA. Hiermit sollen Diagnosestellung und Monitoring von Hunden mit dem Canine Cognitive Dysfunction Syndrome (CCDS) vereinheitlicht und praxisbezogen dargestellt werden. Vor allem die Früherkennung soll damit verbessert werden. Mittels sechs verschiedenen Verhaltensfeldern soll so leichter erkannt werden, wenn es erste Abweichungen und Auffälligkeiten gibt. Die Leitlinien legten hierbei auch drei Schweregrade von mild über moderat bis schwer fest. Für die Diagnostik wurden hierin zudem zwei diagnostische Niveaus festgelegt: In Level 1 basiert diese auf einer passenden Anamnese fortschreitender DISHAA-Symptome, klinischer, orthopädischer, und neurologischer sowie Labor-Untersuchungen inklusive Ausschluss differenzialdiagnostischer Ursachen sowie die erneute Bewertung nach Behandlung von zusätzlichen Erkrankungen. Im Level 2 wird zusätzlich ein MRT vom Gehirn (kortikale Atrophie) und die Überprüfung der Zellzahl im Hirnwasser (Liquor) empfohlen. Auch für die Obduktion verstorbener Hunde wurden Leitlinien entwickelt: Als Goldstandart wurde hier für die Diagnosesicherung eine kortikale Atrophie sowie Amyloidablagerungen, Myelinverlust, Neuroinflammation und Amyloidangiopathie festgelegt.
Die Leitlinien wurden auf der Seite des Journal of the American Veterinary Medical Association (JAVMA) veröffentlicht (s. untenstehender 2. Link). Durch die standardisierten Kriterien in Diagnostik und Monitoring werden so belastbarere Diagnosestellungen und verbesserte Patientenhalterbetreuung erwartet, möglichweise lassen sich auch durch nachfolgende Studien Blutmarker zur Diagnosesicherung entwickeln.
Quelle: https://tiermedizin.thieme.de/aktuelles/vet-news/detail/hund-internationale-leitlinie-zu-demenzerkrankungen-2231?utm_campaign=newsletterwhoosh-2026&utm_source=themen-nl&utm_medium=email&utm_content=26kzu8_26or6a_26o9mv
https://avmajournals.avma.org/view/journals/javma/aop/javma.25.10.0668/javma.25.10.0668.xml
Abstract Canine cognitive dysfunction syndrome (CCDS) is diagnosed with increasing frequency, yet standardized diagnostic guidelines are lacking. The CCDS Working Group, an international group combining experts in the field and primary care veterinarians, proposes a definition of the syndrome and pr...