05/05/2026
Heute ist der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen. In diesem Jahr steht er unter dem Motto: „Menschenrechte sind nicht verhandelbar“. Auch mehr als 15 Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention, die Deutschland 2009 unterzeichnet hat, ist gleichberechtigte Teilhabe für Menschen mit Behinderungen noch keine Realität. Stattdessen diskutieren Bund, Länder und Kommunen über Sparmaßnahmen, die zu unzumutbaren Einschnitten in der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen führen würden.
Bundesweit organisieren Selbstvertretungsorganisationen und Verbände von Menschen mit Behinderungen Aktionen und Demonstrationen und machen ihre Forderungen sichtbar. Auch Jürgen Dusel ist heute als Redner bei der Protestaktion „Inklusion ist kein Sparmodell“ in Stuttgart dabei, die von der Landesbehindertenbeauftragten von Baden-Württemberg, Nora Welsch, initiiert wurde.
Das mediale Interesse am diesjährigen Protesttag ist groß, denn der Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) soll am Donnerstag in die erste Lesung im Bundestag gehen. Dann wird es an den Parlamentarierinnen und Parlamentariern sein, ob der Entwurf noch verbessert wird und wichtige Fortschritte für Barrierefreiheit und Teilhabe erreicht werden. Denn klar ist: Menschenrechte sind nicht verhandelbar und echte Gleichstellung braucht verbindliche Barrierefreiheit, wirksame Teilhabe und konsequente Umsetzung.