17/12/2025
Am 17.12. machen wir das Licht aus – damit Ihre Versorgung nicht ausgeht.
💡Was hinter dem „Blackout“ steckt💡
Heute beteiligen wir uns an der bundesweiten Aktion „Apotheken-Blackout“: Unsere Schaufenster sind mit Blackout-Motiven plakatiert, die Beleuchtung ist gedimmt, nur eine Notbeleuchtung bleibt an. So wollen wir sichtbar machen, was es bedeutet, wenn die flächendeckende Arzneimittelversorgung vor Ort wegbricht.
Seit 2008 hat rund jede fünfte Apotheke in Deutschland geschlossen, die Apothekendichte gehört inzwischen zu den niedrigsten in Europa. Gleichzeitig sind die Kosten der Apotheken seit 2013 um etwa 65 Prozent gestiegen, während die Vergütung pro abgegebener Packung seit 2013 bei 8,35€ stagniert und damit real immer weniger wert ist.
💡Warum wir protestieren💡
Versandhändler und Drogerien drängen in den Markt, ohne denselben gesetzlichen Versorgungsauftrag oder Notdienstpflichten zu übernehmen wie Vor-Ort-Apotheken. Durch den Abfluss von Rezepten und Ware sinkt unser Rohertrag, während Personal-, Energie- und Sachkosten weiter steigen – das befeuert das Apothekensterben.
Der heute vorgelegte Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur Apothekenreform setzt nach aktueller Bewertung an den falschen Stellen an: Die dringend notwendige Anhebung der Vergütung pro abgegebener Packung auf ein auskömmliches Niveau ist nicht umgesetzt. Die Regelung zur jährlichen Prüfung und Anpassung der Vergütung ist zu unverbindlich formuliert und damit wirkungslos. Zusätzlich sollen Öffnungszeiten weitestgehend frei gestaltet werden können, was zu weiteren Lücken in der Notdienstversorgung führen wird.
💡Was wir für Sie leisten💡
Vor-Ort-Apotheken haben jährlich rund eine Milliarde Versorgungs- und Beratungskontakte – ähnlich viele wie Arztpraxen – und versorgen täglich Millionen Patientinnen und Patienten mit Arzneimitteln, Beratung, Nacht- und Notdiensten und Botendiensten. Dabei sparen Apotheken dem Gesundheitssystem jedes Jahr Milliarden durch die konsequente Umsetzung von Einsparungszielen (Rabattverträge, Importquoten), können aber ihre Preise nicht selbst anpassen, weil die Vergütung pro Packung gesetzlich festgelegt und der 3-prozentige Aufschlag lediglich als Ausgleich für die Vorfinanzierung gedacht ist. Allerdings liegen die Kontokorrentzinsen inzwischen mit 9 - 10,5 % deutlich darüber!
Gerade im Notfall sind wir da: Wir klären Lieferengpässe, sprechen mit Arztpraxen, suchen gemeinsam Alternativen und sichern so Ihre Therapie – Aufgaben, für die sich reine Versandstrukturen nicht verantwortlich fühlen. Wenn unser Versorgungsauftrag wirtschaftlich nicht mehr darstellbar ist, werden weitere Apotheken schließen – mit spürbaren Folgen für Wartezeiten, Wege und Versorgungsqualität.
💡Unsere Forderung💡
Wir fordern eine sofortige, klare und dauerhaft wirksame Stärkung der Vor-Ort-Apotheken: eine spürbare Anhebung der Vergütung pro abgegebener Packung sowie eine jährliche, rechtssicher verankerte Anpassungsmechanik wie bei Ärzten und Krankenhäusern. Nur so kann die wohnortnahe Arzneimittelversorgung gesichert und das weitere Apothekensterben gestoppt werden.
Unter dem Hashtag machen Apotheken bundesweit auf diese Situation aufmerksam – unterstützen Sie uns, indem Sie den Beitrag teilen und Ihre Vor-Ort-Apotheke auch in der Diskussion mit der Politik stärken. Weitere Informationen finden Sie auf www.gesundheitsichern.de.[1]