23/04/2026
Das Leben ist oft ernst genug. Zeit für eine kleine, humorvolle Geschichte über etwas, das viele kennen - Rückenschmerzen - und das sich in vielen Fällen verändern lässt.
„Der Mann, der seinen Rücken verlor – und ihn spiralförmig wiederfand“
Thomas war 42, beruflich erfolgreich, emotional mittelmäßig stabil und körperlich… sagen wir: knusprig. Besonders sein Rücken hatte in den letzten Jahren eine Persönlichkeit entwickelt, die stark an einen beleidigten Teenager erinnerte. Er knirschte, knackte und verweigerte regelmäßig die Zusammenarbeit.
Nach dem dritten „Hexenschuss des Monats“ – eine Serie, die wirklich niemand abonnieren wollte – schickte ihn sein Arzt mit einem Blick, der zwischen Mitleid und stiller Anklage schwankte, zu einer Methode, von der Thomas noch nie gehört hatte: Spiralstabilisation.
„Sie müssen Ihren Körper wieder in eine natürliche Aufrichtung bringen“, sagte der Therapeut. „Mit gezielten Übungen. Nach Dr. Smisek.“
Thomas nickte, als hätte er verstanden, obwohl er innerlich dachte: Spiral… was? Klingt nach Pasta.
Beim ersten Training fühlte er sich wie ein schlecht programmierter Roboter. Er stand da, hielt elastische Bänder in der Hand und sollte sich „spiralig aufrichten“. Sein Gehirn funkte: Selber schuld!
„Locker bleiben“, sagte der Therapeut ruhig. „Stellen Sie sich vor, Sie wachsen nach oben.“
Die ersten Trainingstage waren hart. Muskeln, von denen er nicht wusste, dass sie existieren, meldeten sich lautstark zu Wort. Es war, als hätte sein Körper eine WhatsApp-Gruppe gegründet: „Alle gegen Thomas“.
Doch dann – ganz langsam – passierte etwas Seltsames.
Sein Rücken hörte auf zu knurren.
Nicht komplett. Er war immer noch ein bisschen passiv-aggressiv, aber das war jetzt eher ein gelegentliches Augenrollen statt ein dramatischer Aufstand.
Nach zwei Wochen konnte Thomas wieder Socken anziehen, ohne dabei über seine Lebensentscheidungen nachzudenken. Nach vier Wochen stand er aufrechter. Nach sechs Wochen ertappte er sich dabei, wie er freiwillig spazieren ging.
Eines Morgens beugte sich Thomas herunter, hob eine heruntergefallene Gabel auf – und nichts passierte.
Keine Explosion. Kein Knacken. Keine existenzielle Krise.
Er richtete sich auf, hielt die Gabel wie eine Trophäe in der Hand und flüsterte ehrfürchtig: „Ich habe gewonnen.“
Sein Rücken dachte kurz nach und entschied dann, den Frieden zu akzeptieren. Aber nur unter einer Bedingung: Die Übungen bleiben.
Thomas seufzte. „Okay.“
Denn er hatte verstanden:
Der Rücken ist kein Feind. Er ist eher wie ein sehr strenger Mitbewohner, der einfach nur möchte, dass man sich endlich mal ordentlich bewegt.
Und manchmal… eben spiralförmig.
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