21/11/2022
Was haben Fiebersaft, -zäpfchen, bestimmte Antibiotika, Blutdruckmittel, und, und, und …. gemeinsam? 💊
Sie sind alle zurzeit nicht lieferbar. Mittlerweile weit über 300 Medikamente! Lieferengpässe gibt es immer mal wieder, aber die Menge und die Länge der Ausfälle nimmt mittlerweile dramatische Züge an.
Die Gründe sind vielfältig:
Deutschland galt einmal als Apotheke der Welt. Dieser Titel wurde abgegeben an China und Indien, wo große Werke stehen, die die halbe Welt beliefern. Dieses Beinahe-Monopol ist natürlich auch entsprechend anfällig. Gibt es dort Probleme, merken wir die Probleme auch bei uns in Deutschland. China stellt ganze Städte unter Corona-Quarantäne und schließt Fabriken und Häfen – die Folgen machen sich bei uns bemerkbar. Darüber hinaus ist es auch wenig hilfreich, dass die Pharmafirmen alles just-in-time bestellen und fast keine Lagerkapazitäten mehr haben, auf die sie zurückgreifen könnten.
Ein weiterer gravierender Grund ist die Produktionseinstellung wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit.
Aufgrund von Festbeträgen, Druck der Krankenkassen, hohe Preise für Löhne, Energie etc. „lohnt“ sich die Produktion mancher Arzneimittel nicht mehr. Ganz aktuell festzustellen bei den Fiebersäften mit Ibuprofen und Paracetamol. 🥵
Es muss ein Umdenken stattfinden. Preiswert darf nicht mehr das einzige Kriterium sein, sondern auch die Lieferfähigkeit. Wir müssen uns unabhängig machen von Monopolen und damit für eine sicherere Versorgung sorgen. Auch wenn das bedeutet, dass Arzneimittel teurer werden. 💊
Wir Apotheker bemühen uns die Lieferengpässe so gut wie möglich zu kompensieren und unsere Patienten weiterhin zu versorgen. Dabei werden wir z.T. kreativ (natürlich in Absprache mit dem Arzt) und nutzen unsere Kompetenz als Arzneimittelfachleute. Immer gelingt es uns aber leider nicht.
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