12/02/2026
In den 1840er Jahren machte ein ungarischer Arzt eine Entdeckung, die die Medizin revolutionieren sollte – und ihn zugleich sein Ansehen, seine Karriere und letztlich sein Leben kostete.
Dr. Ignaz Semmelweis arbeitete 1847 im Allgemeinen Krankenhaus in Wien. Ihm fiel auf, dass im Entbindungsbereich, in dem Ärzte und Medizinstudenten tätig waren, deutlich mehr Frauen an Kindbettfieber starben als in der Station, die ausschließlich von Hebammen geführt wurde.
Der entscheidende Unterschied: Die Ärzte kamen oft direkt aus dem Sektionssaal – von Autopsien – und gingen ohne weitere Reinigung zu den Gebärenden über. Semmelweis schloss daraus, dass unsichtbare „Leichenteilchen“ über ihre Hände in die Körper der Mütter gelangten.
Seine Lösung war einfach, aber revolutionär: Er ordnete an, dass sich jeder vor einer Untersuchung die Hände mit einer Lösung aus Chlorkalk waschen musste. Das Ergebnis war überwältigend – die Sterberate fiel von über 18 % auf nur noch etwa 1 %.
Doch anstatt gefeiert zu werden, erntete er Spott und Widerstand. Viele Ärzte fühlten sich beleidigt – der Gedanke, sie selbst könnten die Ursache für den Tod von Müttern sein, war für sie unvorstellbar. Semmelweis wurde aus seiner Position gedrängt.
Die ständigen Anfeindungen zermürbten ihn. 1865 landete er in einer Anstalt – wo er nur zwei Wochen später unter tragischen Umständen starb.
Erst Jahre nach seinem Tod erkannte die Medizin die Wahrheit seiner Beobachtung an. Heute gilt Ignaz Semmelweis als Pionier der Hygiene und als der „Retter der Mütter“. Seine schlichte Forderung nach sauberen Händen hat Millionen Leben gerettet.