13/08/2021
Die alte und neue Frage nach dem „erfüllten“ Leben
Was ein Mensch als erfülltes Leben betrachtet, ist vollkommen subjektiv und es wird wohl fast so viele Antworten wie Menschen geben. Das Thema ist sehr alt und wurde über Aristoteles, Freud bis in die moderne Glücksforschung immer wieder behandelt. Nun hat die Forschung mindestens vier übergreifende Entwürfe definieren können:
Glück und sich gut fühlen ist ein Entwurf. Ganz nach dem Motto von Aristippos, liegt die Kunst des Lebens darin, die vorüberziehenden Freuden zu ergreifen. Ausgehend von einer genetisch festgelegt Ausgangsbasis für Glück (setpoint) versucht man diesen durch die Lebensumstände möglichst in Richtung mehr Glück zu verändern.
Ein anderer Entwurf ist das sinnerfüllte Leben. Im Gegensatz zu den flüchtigen Glücksmomenten, bringt man sich in diesem Modell mit seinen Talenten und Fähigkeiten sinnstiftend in die Gemeinschaft ein. Stichworte wie zielgerichtetes Handeln, soziale Einbindung, Lebenszweck, etc. spielen eine zentrale Rolle.
Interesse und Neugier, Anregung und andere Perspektiven stehen in einem weiteren Entwurf im Mittelpunkt. Raus aus der alltäglichen Routine, der Komfortzone und hinein ins Arousal (psychische Aktivierung).
Entwurf Nummer vier beschreibt eine buddhistische Sichtweise, nämlich die Wahl des mittleren Weges. Nicht zu viel und nicht zu wenig. In die moderne übersetzt ist das „the good enough life“. Oder aber auch die Ansicht, dass ständige Vergleiche der beste Weg sind, sich unglücklich zu machen.
Am Ende gibt es kein Richtig oder Falsch! Viele meiner Klienten finden im Coaching eine Strategie, die jeweils individuell passende Teile der einzelnen Entwürfe vereinigt. Die Aufgabe des Coaches ist zu bahnen, anzuregen und zu begleiten.
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