15/01/2026
Oft werde ich gefragt, was wir in der ambulanten Hospizarbeit eigentlich machen.
Meine Antwort ist dann, dass wir sehr viele Aufgaben übernehmen können.
Darum erzähle ich künftig immer wieder aus Begleitungen.
Heute von dieser:
Der Herr kam direkt nach der Diagnose zu uns, obwohl nicht klar war, ob er überhaupt an der Krankheit versterben wird.
Er sagte: „Ich möchte nicht allein durch diese Zeit gehen.“
Was folgte, war eine fast dreijährige Begleitung – getragen von einem ehrenamtlichen Mitarbeiter, der Woche für Woche da war.
Wir halfen zu Beginn, Leistungen zu klären, Unterstützungsangebote zu finden, Orientierung zu geben.
In der Therapiezeit waren wir Ruhepol, Strukturgeber, Gesprächspartner, Erklärbär.
Der Ehrenamtliche wurde zum Anker – für den Herrn und seine Familie.
Als die kurativen Ansätze in den Therapien endeten, begannen Gespräche über Wünsche, Werte, Abschiede.
In den letzten Wochen koordinierten wir eng mit dem Hausarzt, dem SAPV-Team in Waldeck-Frankenberg, Pflegedienst und Gemeindepflege eine würdevolle, professionelle Versorgung in der eigenen Häuslichkeit.
Der Ehrenamtliche blieb – still, verlässlich, präsent.
Nach dem Tod sagte seine Frau im Nachgespräch:
„Er hat ihm so gutgetan. Und uns auch.“
Diese Begleitung zeigt, was ambulante Hospizarbeit im Waldecker Land leisten kann:
• Früh da sein
• Orientierung geben
• mit Ehrenamt stärken
• Netzwerke verbinden
• Familien entlasten
• Würde und gute Versorgung sichern
• Trauer auffangen
Hospizarbeit ist schon lange nicht mehr nur ein letzter Dienst in den letzten Stunden.
Wir sind Netzwerkpartner, Unterstützer und Wegbegleiter.
Sterben ist ein Weg. Manchmal kurz. Manchmal drei Jahre lang.
Ein Weg, der zeigt, wie viel Leben in dieser Zeit steckt.
Ich würde mir wünschen, dass uns mehr Menschen, mehr Versorger, früher „auf dem Schirm“ hätten und besser erklären könnten, was wir leisten können.
Das Wort Hospizdienst macht vielen erstmal Angst.
Diese Angst müssen wir nehmen können.
Das ist ambulante Hospizarbeit.