31/03/2023
Kochen für Hunde eine schöne Seite für alle die für ihren Hund kochen. Heute erklären sie wie immer unaufgeregt und auf den Punkt was es mit dem Schweinefleisch für Hunde auf sich hat. 👍🏻👍🏻
̈ttern ̈rhunde
Heute geht’s um eine Fleischsorte bei der sehr viele Hundehalter verunsichert sind, ob man sie füttern darf oder nicht. In vielen Köpfen ist abgespeichert, dass Schwein nichts für Hunde ist. Was sich auch im Fertigfuttersektor sehr schön zeigt, denn kaum ein Futter trägt den Sortennamen Schweinefleisch, obgleich Stiftung Warentest schön gezeigt hat, dass ein Großteil der Sorten doch auch Schwein enthält. Denn Schweinefleisch ist einfach eine in Deutschland gut verfügbare Fleischquelle, die zudem auch noch relativ günstig ist.
Dass super viele Fertigfuttersorten Schwein enthalten, beantwortet auch gleich die Frage, ob Hunde Schwein essen dürfen. Ja sie dürfen.
Jetzt kommen wir aber zu dem Punkt, wieso Schweinefleisch in Verruf geraten ist. Schweinefleisch kann das Aujeszky Virus enthalten. Dieser ist für uns Menschen vollkommen unproblematisch. Stecken sich Hunde mit dem Aujeszky Virus an, dann führt das leider immer zum Tod, die Erkrankung ist nicht behandelbar.
Jetzt zur guten Nachricht, Deutschland gilt seit 2003 als Aujeszky-frei beim Hausschweinbestand. Beim Wildschwein treten immer mal wieder in gewissen Regionen Fälle auf. Als frei gilt der Bestand, da jährlich immer wieder Proben durchgeführt werden. Man muss aber auch sagen, dass nicht jedes Schwein nach Schlachtung auf den Virus getestet wird, da er eben für Menschen unproblematisch ist und auch wenn es strenge Auflagen gibt, um den Kontakt von Wild- und Hausschwein zu vermeiden, so ist es nicht vollkommen unmöglich, dass auch in Deutschland mal eine Übertragung auf ein Hausschwein vorkommt. Es ist äußerst unwahrscheinlich, aber es könnte eben auch einmal ein Hausschwein befallen sein. Zusätzlich sind nicht alle EU-Länder frei von Aujeszky im Hausschweinbestand und in Supermärkten landet durchaus ja auch Fleisch, das nicht aus Deutschland stammt.
Bei all der Unsicherheit kommen wir nun aber zum entscheidenden Punkt, der auch der Grund ist, wieso wir Schwein auf unserer Kochseite explizit besprechen. Aujeszky kann durch Kochen abgetötet werden. Das heißt, während wir Barfern zur Sicherheit dazu raten von Schweinfleisch die Finger zu lassen, kann man beim Kochen gerne Schweinefleisch füttern. Gewisse Hygiene- und Zubereitungsregeln sollte man dabei natürlich beachten.
Ganz klar gilt, Hunde sollten weder mit Flächen noch Händen oder sonstigen Dinge in Kontakt kommen, die mit dem rohen Fleisch in Kontakt kamen und nicht ausreichend gesäubert wurden. Das muss man auch beachten, wenn man für sich selbst ein Schweinefilet kocht.
Nun zum Kochen: Das Virus wird sofort inaktiviert, wenn eine Temperatur von 80 Grad im Fleisch erreicht wurde. Das darf nicht mit Kochen bei mindestens 80 Grad verwechselt werden, das Fleisch muss zwingend auch im Kern 80 Grad erreichen. Wir raten daher zum guten Durchkochen, wer doppelt sicher gehen möchte, nutzt noch ein Bratenthermometer. Wenn wir also sonst vom schonenden Kochen sprechen, sagen wir beim Fleisch ganz klar, es sollte durchgekocht werden, lieber zu lange als zu kurz. Wird es mind. 40 Tage lang bei -18°C eingefroren, wird das Virus auch inaktiviert.
Wenn man also Schweinefleisch kocht, dann ist Schwein ein sehr gute Fleischquelle, die gut verfügbar ist und zudem auch nicht den Geldbeutel sprengt. Gerade bei empfindlichen Hunden kann man hier auch auf mageres Schnitzel zurückgreifen, das ähnlich wie Huhn normal sehr gut vertragen wird. Für Barfer kann es auch teilweise die letzte ASD-Quelle darstellen, die dann natürlich gekocht werden muss.
Und zum Schluss gilt, wenn dein Hund doch irgendwie Kontakt mit rohem Schweinefleisch hatte, obwohl du absolut aufgepasst hast, dann erst einmal keine Panik (diese würde sowieso nichts bringen, da man nicht behandeln kann), denn die Wahrscheinlichkeit, dass das Fleisch kontaminiert war, ist eben extrem unwahrscheinlich.