07/03/2023
Erkrankungen / Verletzungen des Fesselkopfes und darunter (also bis inklusive des Hufes und seiner Strukturen) gehen fast immer mit einer Blockade des Genicks einher.
Wiederkehrende Blockierungen des Genicks können daher ein diagnostischer Hinweis auf unerkannte Erkrankungen der distalen Abschnitte des gleichseitigen Vorderbeines sein.
Am häufigsten sind Erkrankungen des Hufes, wie Huflederhautentzündungen oder Erkrankungen der Hufrolle/des Hufgelenkes zu finden. Aber auch das Krongelenk kann betroffen sein (häufig ist hier die sogenannte Krongelenksschale), sowie das Fesselgelenk mit seinen Bändern und dem Gleichbeinapparat.
Häufig neigen die betroffenen Pferde zum Stolpern, verwerfen sich im Genick und heben sich heraus, wenn das erkrankte Bein innen ist.
Den Reitern / Besitzern fällt dann meistens auf, dass das Pferd beim Putzen im Bereich des Genicks auf der betroffenen Seite empfindlich reagiert.
Sollte ein Pferd unter einer solchen immer wiederkehrenden Verspannung oder Blockierung des Genicks leiden, ist eine Abklärung sinnvoll.
Wie immer schließe ich auch in diesem Fall nicht aus, dass der Zusammenhang auch anders herum besteht.
Soll heißen: Wenn eine Erkrankung der Vorhand eine Genickblockade auslösen kann, ist es nicht ausgeschlossen, dass eine Genickblockade auch eine Erkrankung der Vorhand begünstigen kann. Auch aus diesem Grund ist es so entscheidend, Genickblockaden zumindest nicht noch zu begünstigen, sei es durch die Nutzung dünner Nylonschnüre im Umgang, durch Reiten mit harter Hand/scharfen Zäumungen oder nicht passende Trensen. Wer mehr über all diese Hintergründe lesen möchte, kann dies ausführlich tun in „Zusammenhänge im Pferd I - III“. ©Julie von Bismarck
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