07/07/2017
Eine unglaublich gute und persönliche Beschreibung davon, wie sich eine Depression für den Betroffenen anfühlt.
Es ist schwer, damit umzugehen, sowohl für den, den es betrifft, als auch für sein Umfeld. Und mindestens so schwer ist es, sich zu öffnen und darüber zu reden.
Lasst uns das gemeinsam ändern!
Wie gehst Du mit dem Thema Depression um? Kennst Du es aus Deiner Umgebung oder als Betroffener?
Hinterlasse mir gerne einen Kommentar!
Depressiv und glücklich sein?
Das passt für die meisten ja mal so gar nicht zusammen!
Denn viele stellen sich eine Depression so vor:
'Jeden Tag heulend und schweigend in der Ecke sitzen und alles doof finden. Sich ritzen und schwarze Klamotten tragen. Jammern und wehleidig sein.'
Doch ich glaube jeder Depressive wäre froh, wenn es "nur das" wäre, denn all diese Dinge könnte man ja irgendwie definieren und logisch erklären.
Eine Depression ist eher eine Art unsichere Grundhaltung.
Man denkt, alles was man sagt und macht, ist falsch.
Man denkt, man geht jedem auf die Nerven und ist jedem eine Last.
Man hat Angst vor Ablehnung und Einsamkeit.
Und damit man solche Enttäuschungen nicht mehr erleben muss, kapselt man sich oft frühzeitig selbst von anderen ab.
Komische Logik, ist aber so.
Ein ganz wichtiger Aspekt ist:
Wenn ECHTE GEFÜHLE, wie Liebe, Trauer, Hass, Wut,... etc., durch reale Dinge augelöst werden, überdeckt es die Gefühle und Gedanken, die durch die Depression ausgelöst werden.
So kommt es dann auch zustande, dass ich wirklich mal glücklich bin oder auch mal wirklich traurig und nicht nur einfach wieder 'ein bisschen sensibel'.
Leider wird ein 'guter Tag' oft mit -'Schön, dass es dir wieder gut geht.'- verwechselt.
Wer sagt denn, dass es mir grundsätzlich schlecht geht, nur weil ich schwere Depressionen habe? Dieses Bild schafft sich die Bevölkerung über das ganze Thema.
Tobi Katze schrieb mal so schön in einem seiner Beiträge:
-"Depression sieht anders aus.
Die Bilder in der Presse, die Bildsprache, verknüpft Depression sehr erfolgreich mit Traurigkeit, Verzweiflung und dem berühmten „Kopf in den Sand stecken“ – oder eben hier: Kopf in den Händen vergraben. Depressive sind offensichtlich Menschen mit einem Faible für Parkettboden und weite Pullover die gern mit angewinkelten Knien einsam und allein ihrer selbstverschuldeten Hilflosigkeit frönen. Im Dunkeln.
Und ich weiß, dass es sich nun so einfach sagt – sucht doch mal andere Bilder – aber: ja.
Sucht doch mal andere Bilder. Depression hat nichts mit Traurigkeit zu tun, liebe Presse. Nichts. Depression ist Schwarz/Weiß sein, farblos sein, während alles um dich herum in prallstem Technicolor rumfetzt. Depression ist einsam sein unter Freunden. Depression ist sich verstecken und Masken tragen. Depression ist scheiße und leer. Nicht Liebeskummer."-
Es sollte gar nicht ständig thematisiert werden, ob ich denn heute einen guten oder einen schlechten Tag habe. Nimm mich doch einfach so hin, wie ich dann gerade bin.
Wenn ich lache, dann lach' mit mir und hinterfrag es nicht.
Wenn ich weine, dann sei für mich da und frag nicht, was denn schon wieder los ist.
Wenn ich wütend bin, dann nimm mich in den Arm und zeig mir, dass du mich auch so gern hast.
Genau so, wie man es auch bei "Nicht-Depressiven" machen würde.
Natürlich gibt es sie, die dunklen Tage, wo wir all die Klischees erfüllen, die man so hat über Depressive.
Die kleinsten Dinge sind plötzlich wieder so anstrengend wie ein Marathonlauf. Es kommen große Zweifel auf und denken alles kaputt. Wir können uns an nichts erfreuen, können nichts wertschätzen, alles erscheint ausweglos und die Gefühle und Gedanken ploppen einfach so in uns auf. Wir verkriechen uns, lassen uns gehen, weinen viel und verlieren den Sinn des Lebens.
Aber diese Tage werden weniger, sie arten nicht mehr so aus, der Verstand setzt vor den Emotionen ein und wir handeln bedachter, anstatt aus dem Bauch heraus.
Und das kann ich aus fester Überzeugung sagen, denn ich habe in dem letzten Jahr riesige Fortschritte gemacht, die mir zeigen, dass es besser werden kann... Dass es vielleicht sogar irgendwann gut werden kann! So richtig gut! Mit kleinen dunklen und doofen Tagen.
Aber die haben ALLE Menschen mal und nicht nur Depressive.
Denk' nicht an gestern und überlege nicht, wie morgen werden könnte.
Es kommt sowieso immer anders, als man denkt. ♡😉
© Charis' Lifestyle
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