31/03/2026
12 Jahre im neuen Leben. Seit 12 Jahren irgendwie „angekommen“ – auch wenn es oft chaotisch und kräftezehrend ist. In 12 Jahren immer mehr … ich.
Ich war 25, als mich meine erste große Sinnkrise zu Boden warf. Von außen betrachtet hatte ich vieles richtig gemacht: Einser-Abi, Doppelstudium inklusive „Elitestudiengang“, bereits gearbeitet, in einem Verlag volontiert, Festanstellung direkt nach der Uni. Aber innerlich? War ich komplett leer. Unterfordert. Boreout. Und ich hatte das Gefühl, dass ich mein Leben „irgendwie nur absitze“.
Und dass es, verdammt nochmal, doch etwas viel Größeres geben müsste.
2011 wurde ich mit einer schweren Lungenentzündung erst mal schachmatt gesetzt. Energetisch betrachtet echt spannend, denn: Was genau raubte mir die Luft zum Atmen?
Ich wusste, dass ich etwas ändern musste. Mehr ich sein musste. Und dass ich meine Stimme einsetzen wollte gegen all das, was „da draußen“ bedrohlich war. Dass ich meine Arbeit dafür einsetzen wollte, mehr Gutes in die Welt zu tragen, mehr Gerechtigkeit und mehr Hoffnung.
Gestolpert bin ich über meine eigenen Füße, denn ich war „nicht genug“. Oder besser: „zu viel“. Zu sensibel, zu weich, zu fein, zu tief, zu sehr in mich gekehrt. Dabei aber auch: zu laut, zu forsch, zu wild.
Tiermedizin, das war schon „meins“, seit ich denken konnte. Aber auch hier fühlte ich mich zu weich, zu schwach – Pflichtpraktikum auf dem Schlachthof? Undenkbar für mich. Operieren? Einschläfern? „Da würdest du mit jedem Tierhalter mitleiden.“
THP zu werden, das kam wie eine Eingebung über mich – Tiermedizin plus Naturheilkunde? Faszinierend. Aber so ganz ernst habe ich das, pardon: mich, nicht wirklich genommen. Damals nicht. Ich begann dennoch im Januar 2012 mit der Ausbildung und fühlte mich in jeder einzelnen Session ungenügend und fehl am Platz.
„Als THP werdet ihr nie überleben können, ihr braucht immer einen Hauptjob“, erzählten sie uns damals an der Akademie. Okay. Ich gründete im Oktober 2014 – mit einem sehr kleinen Kind auf dem Arm und ohne Masterplan. Schließlich kann man als junge Mama eh noch nicht allzu viel arbeiten. Dachte ich.
Meine Praxis legte einen Raketenstart hin. Ich durfte so viele Tiere und ihre Menschen begleiten, so viel lernen, so viele gesundheitliche „Ruder“ noch einmal herumreißen. So viele Projekte managen, Kooperationen eingehen, Artikel publizieren, Webinare geben. Zehn Jahre lang war ich voll in meinem Element.
Vor etwa zwei Jahren dann erneut die Sinnkrise: „Das kann doch nicht alles gewesen sein.“
Ich hatte das Gefühl, therapeutisch an eine gläserne Decke zu stoßen. Die Fälle wiederholten sich – und wurden zugleich immer komplexer, nahezu unlösbar. Zum THP kommst du nicht in erster Instanz: Du kommst, wenn die Probleme deines Vierbeiners durch Standard-Schemata und „probate Ansätze“ so unlösbar geworden sind, dass viele TÄ und auch Tierkliniken längst die Fahnen gestreckt und das Tier als austherapiert (= unheilbar krank) entlassen haben. In der Naturheilkunde suchen Menschen Hoffnung, nachdem Krankheitsprozesse nicht mehr konventionell zu managen sind und die eigentlichen Beschwerden sich durch die bekannten „Risiken und Nebenwirkungen“ der Medikamente zusätzlich verkompliziert haben.
Was es braucht, um den immer komplexer werdenden Krankheitsbildern zu begegnen? Engagierte, verantwortungsbewusste Tierhalter:innen, die bereit sind, einen beherzten Blick über den Tellerrand der konventionellen Medizin hinaus zu wagen. Wissen und Bewusstsein, Engagement und Aktion – das sind Schlüssel zu einer nachhaltigen, bodenständigen Tiergesundheit, die nicht nur den ausgebildeten Therapeut:innen vorbehalten ist.
2024 ist aus dieser Erkenntnis eine Mission geworden: Vetrias - Netzwerk für ganzheitliche Tiergesundheit. Eine Plattform, die unabhängig aufklärt, Wissen bündelt, zu kritischem Denken einlädt, verschiedene therapeutische Perspektiven zusammenbringt – und Menschen in die Lage versetzt, wieder Verantwortung zu übernehmen und sich souverän und fachlich fundiert für die Gesundheit ihres Tieres einzusetzen.
Wenn ich heute auf die vergangenen 12 Jahre zurückschaue, sehe ich viele Umwege, Krisen und Herausforderungen. Aber eben auch den Schatz, den mir all das beschert hat: Das, was an mir vermeintlich immer „zu viel“ war – meine Sensibilität, meine Tiefe, meine Tierliebe, mein Widerstand gegen das „So macht man das eben“ – ist heute die Grundlage von allem, was ich tue. Im Rahmen unseres Projekts Vetrias ist ein spannendes Mosaik aus Webinaren und Publikationen entstanden – und wir sind noch lange nicht fertig. Fühl dich herzlich eingeladen, mit uns auf eine spannende Reise zu gehen, hin zum „Mehr“ – mehr Gesundheit, mehr Wohlbefinden, mehr Lebensfreude, mehr Lebensqualität.
Auf die nächsten 12 Jahre mit euch – und viele, viele mehr.