21/12/2025
Wenn du dich für die Naturheilkunde interessierst oder entscheidest, bedeutet das nicht, dass du ein Esoteriker bist.
Es bedeutet nicht, dass du nun nur noch Batikklamotten tragen, deine Wohnung mit Räucherstäbchen vernebeln oder bei Vollmond ums Lagerfeuer tanzen musst. Du KANNST, keine Frage.
Aber das ist nicht der Kern der Naturheilkunde.
Naturheilkundlich zu arbeiten bedeutet, sich auf das Ursprüngliche zu besinnen. Und auch hier wischen wir gleich mal einen Mythos vom Tisch: Nein, es geht nicht darum, auch die komplexesten und lebensbedrohlichsten Erkrankungen mit Kräutern und Wurzeln behandeln zu wollen. Es bedeutet, zu wissen, dass die viel besungene Einheit aus Körper, Geist und Seele tatsächlich existiert. Zuzugeben, dass ein kranker Körper Einfluss hat auf Psyche und Emotionalität. Und umgekehrt: Dass eine erkrankte Psyche, ein trauriges oder wütendes Herz nicht in einem Körper wohnen wird, der vor Gesundheit und vor allem Wohlergehen nur so strotzt.
Naturheilkundlich arbeiten zu wollen bedeutet zu wissen, dass es sehr viel mehr therapeutische Ansätze gibt als Schmerzmittel, Antibiotikum und Cortison – aber diese dennoch dankbar dort einzusetzen, wo sie notwendig sind.
Naturheilkundlich zu arbeiten bedeutet, anzuerkennen, dass es mehr als nur eine „Medizin“ gibt. Dass jede therapeutische Disziplin auch ihre Grenzen hat, aber es andere Ansätze gibt, die genau an dieser Grenze greifen, unterstützen, retten können.
Gelebte Naturheilkunde ist kein Dogma. Sie ist kein Entweder-oder, sondern ein Sowohl-als-auch im tiefsten Sinne der Gesundheit und dem Respekt vor dem Leben.
Und ja: Therapie kann bedeuten, die allergische Reaktion des eigenen Tieres erst mal mit Cortison abzufangen – gleichzeitig aber auch zu wissen, dass diese Reaktion nicht aus dem Nichts entstanden ist, sondern dass vieles im Körper geschehen ist, lang bevor er versucht, sich durch Symptome Gehör zu verschaffen.
Naturheilkunde bedeutet, die vielen Störfaktoren, denen unsere Tiere wie auch wir selbst im Laufe des Alltags und des Lebens ausgesetzt sind, nicht einfach unbesehen an uns vorbeigehen. Manche Tiere und Menschen sind widerstandsfähiger. Schütteln sich und bleiben felsenfest gesund. Andere geraten schon durch einen sprichwörtlich kontaminierten Windzug aus dem Gleichgewicht.
Naturheilkunde bedeutet, wieder den Patienten zu sehen, tierisch ebenso wie menschlich. Mit seinen Stärken, mit seinen Schwächen, mit seinen Bedürfnissen und seinen Herausforderungen – und ihm genau das zu geben, was seine Lebensqualität und seine Gesundheit nicht nur oberflächlich managt, sondern fundamental verbessern kann.