Krebs Campus

Krebs Campus Babett & Sebastian
Wissen als Überlebensvorteil
Therapie | Ernährung | NEMs | Körper | Seele

Zur Abstimmung: https://sinn-sachsen.de/abstimmung2025

Wir sind Babett und Sebastian und haben für dich den Krebs Campus gegründet. Babett ist promovierte Biologin und Medizinpädagogin und hat seit 10 Jahren Leberkrebs. Sebastian ist Lehrer der Naturwissenschaften. Unser Motto: Wissen als Überlebensvorteil bei Krebs! Du erhältst auf unserer Seite ganz viel wichtiges Krebswissen zu Therapien, Komplementärmedizin, Nahrungsergänzungsmitteln und neuester Krebsforschung. Bleib dran! Bleib up to date! Bleib glücklich am Leben!

27/02/2026

Sie rauben mir wertvolle Lebenszeit!

Als hätte ich davon zu viel! Ist ihnen nicht bewusst, dass für mich Zeit eine ganz andere Bedeutung hat? Ist ihnen nicht bewusst, dass ich seit Dienstag auf den hoffentlich erlösenden Anruf warte und Angst habe? Wissen sie überhaupt, wie es sich mit Progredienzangst lebt?

Wissen sie vielleicht gar nicht, wie es ist, wenn das Herz vor Ungeduld rast, weil das Leben zu schnell zu Ende scheint, wir aber noch zu viel vor haben. Wir aber stattdessen mit viel Geduld in Wartezimmern sitzen müssen, bis wir endlich für genau 5 Minuten "gesehen werden". Vielleicht aber dann nicht mal das?

Überhaupt... gesehen werden, mit meiner Angst, meiner Ungeduld, meinem Drang nach purem Leben, auch wenn das nicht mehr Jahrzehnte dauern sollte... das wünsche ich mir so sehr. Spürst du, was ich gerade fühle?

Worte haben Macht! Auch von Ärzt:innen! Sie können uns in Sekunden den Boden unter den Füssen wegziehen oder uns ganz vi...
26/02/2026

Worte haben Macht! Auch von Ärzt:innen! Sie können uns in Sekunden den Boden unter den Füssen wegziehen oder uns ganz viel Zuversicht schenken.

Dadurch entstehen Nocebo- und Placebo-Effekte auch in der Arzt-Patienten-Kommunikation und können den Therapieerfolg stark beeinflussen. Ich stelle dir hier meine Lieblingsplacebos aus den Mündern meiner Ärzt:innen vor.

Was ist dein Favorit?

25/02/2026

Die ketogene Ernährung und der Krebs - zu kaum einer Ernährungsform gibt es mehr Falschaussagen wie zu dieser.

Weisst du, warum so viele Menschen behaupten, die ketogene Ernährung würde Krebs verhindern oder sogar heilen? Weil sie einen Forscher namens Warburg völlig falsch verstanden haben. Sie denken, er hätte entdeckt, dass Krebszellen nicht in einem basischen Milieu leben können.

Was hat er wirklich entdeckt? Dass viele Krebszellen Glukose bevorzugen und einen verkürzten Stoffwechsel nutzen, bei dem Laktat entsteht. Das Laktat macht die Tumorumgebung sauer. Das heisst aber leider überhaupt nicht, dass Krebszellen ausschliesslich nur von Glukose leben können.

Dein Körper stellt übrigens selber Glukose her, wenn er zu wenig davon hat. Ganz schön doof, ich weiss.

Was kann die ketogene Ernährung denn dann überhaupt? Sie kann dich stärken. Sie kann dir wieder Lust am Essen machen, deinen Gemüsekonsum erhöhen, dir helfen, dein Gewicht zu stabilisieren und dir das Gefühl von Selbstwirksamkeit geben. Genau so wie es auch eine pflanzenbasierte, mediterrane oder vegetarische Ernährung kann. Du hast die Wahl.

Aber, du solltest dich immer erst gut informieren, denn du kannst bei jeder Ernährungsform Fehler machen. Vegetarisch heisst nicht automatisch gesund, ketogen erst recht nicht. Wenn du dich also für die ketogene Ernährung interessierst, dann lies gern erst unser Buch "Keto bei Krebs".

Möglicherweise wirst du dich dann dagegen entscheiden. Die Rezepte sind trotzdem super, weil sie den Fokus auf gesund, protein- und ballaststoffreich legen. Dazu musst du dich aber nicht in Ketose begeben. Das mach bitte nur, wenn es dir tatsächlich gut tut! Und besprich Ernährungsumstellungen immer mit deinen Ärzt:innen! Sicherheit geht vor!

24/02/2026

Was war deine teuerste Taxifahrt?

Meine teuerste Fahrt ging von Hamburg nach Plauen - 7 Stunden für knapp 900 Euro. Und das war eine sehr schmerzhafte Fahrt. Nicht nur, weil ich 4 Tage vorher eine grosse Bauch-OP hatte, sondern weil ich in den ersten Stunden nicht wusste, ob die Krankenkasse überhaupt die Kosten übernimmt.

Du musst wissen, ich hatte damals wenig Geld und hätte nicht gewusst, wie ich das hätte bezahlen sollen. Ich hätte es ja nicht mal vorschießen können, so wenig Geld hatte ich auf dem Konto. Zum Glück hatte ich eine sehr sympathische und empathische Sachbearbeiterin der Krankenkasse am Telefon, die mit viel Geduld eine Lösung gefunden hat ❤️

Wusstest du auch schonmal nicht, wie du krankheitsbezogene Rechnungen zahlen sollst? Wie konntest du das lösen?

22/02/2026

"Was macht dein Zahnarzt eigentlich beruflich?" fragt mich ein wildfremder Mann unter einem Video!

Anderes Video, wieder ein Mann: Bei deiner Frisur sehe ich schon, dass das Ärger bedeutet. Da wechsle ich die Strassenseite."

Andere Plattform, aber das Geschlecht passt wieder. Ein Mann schreibt, es gäbe eine Lösung für mich, nämlich sterben!

Wieder ein Mann, dieses Mal per Mail: Ob ich mich wenigstens jetzt mit Krebs gesund ernähren würde. Er könne nicht verstehen, dass eine Frau mit meiner Ausbildung so dumm sei.

Nächster Mann: Ich solle nicht ungefragt unter anderen Videos kommentieren, das könnte doch für andere überheblich und arrogant wirken. Ich sei ja auch niemand besonderes, sondern nur eine normale Patientin wie alle anderen auch.

Und zwischendrin zur Abwechslung mal eine Frau: "Dein Sc***ss interessiert keinen!"

Das sind die sozialen Medien. Ja, ich kann diese Kommentare löschen und die Menschen blockieren. Aber lesen muss ich dafür die Kommentare trotzdem.

Einmal schrieb mir eine Frau: "Wenn du öffentlich postest, musst du damit leben, wenn dir andere ihre Meinung sagen!" Nein, muss ich nicht. Denn Hass ist keine Meinung!

Schau genau hin und schweig nicht, wenn du sowas liest ❤️

21/02/2026

Bisherige Fehler in meinen Arztbriefen:

Lage der Metastasen - mal links in der Lunge, mal rechts, mal Mittellappen, mal Oberlappen. Was war der Grund? Copy und Paste, also ein Übertragungsfehler.

Mehr Metastasen als eigentlich vorhanden. Der Grund? Alte, längst verschwundene Metastasen wurden nicht aus dem Arztbericht gelöscht. Es waren nicht mehr 10, sondern nur noch 2 Lungenmetastasen.

Tumorgröße wich um 2 cm von der tatsächlichen Grösse ab. Ich weiss bis heute nicht, warum.

Ein Leberabszess wurde übersehen, die aktuelle Bauchwandmetastase auch. Das liegt wahrscheinlich am Zeitstress im Tumorboard und am ungenauen Lesen von Radiologieberichten durch Ärzt:innen.

Und seit Jahren steht in meinem Radiologiebericht, dass meine rechte Nebenniere wunderbar aussieht. Dummerweise wurde diese vor 5 Jahren entfernt.

Es lohnt sich also, Arztbriefe zu korrigieren. Bei mir stand deshalb in einem Brief: Achtung, Patientin liest Arztbriefe ganz genau.

Sei wie ich, sei penibel! Unser Begrüssungsgeschenk, das Dolumentationsheft "Alles im Blick", das du bei einer Mitgliedschaft geschickt bekommst, hilft dir dabei.

20/02/2026

Beschäftige dich mit deiner Erkrankung! Notiere Symptome und Nebenwirkungen. Kenne deine aktuellen Blutwerte und merke dir diese im Verlauf. Kenne deine "Baustellen". Nimm diese Informationen über dich immer mit in die Sprechstunde!

Frage im Arztgespräch nach, wenn etwas unklar ist oder dir komisch vorkommt. Frage: Woran sehen wir, dass meine Therapie wirkt? Hab keine Angst, zu fragen. Denn jede Frage ist berechtigt und hilft, Klarheit zu bekommen.

Bereite deine Arztgespräche gründlich vor. Wenn du lernen möchtest, wie und worauf du achten musst, komm zu uns in den Krebs Campus. Den Link zur Mitgliedschaft findest du in der Bio.

Wissen ist dein Überlebensvorteil!

19/02/2026

Wann lohnt sich ein Menschenleben? Wie viel dürfen drei Monate Weiterleben kosten? Was muss ich tun, damit es sich für die Gesellschaft lohnt?

Darauf gibt es nur eine einzige Antwort: Diese Fragen sind unethisch und inakzeptabel. Jede einzelne Minute unseres Lebens ist unbezahlbar! Und nur wir Betroffenen dürfen entscheiden, wie viel wir für diese Minuten bereit sind, zu "opfern".

Denn wir zahlen den Preis fürs (Über)Leben in Form von Nebenwirkungen und Lebensqualität. Wir dürfen sagen, wann es für uns genug ist.

Hast du solche Diskussionen auch schon mitbekommen? Hast du schonmal gehört. das lohnt sich nicht mehr?

18/02/2026

Seit 12 Jahren bin ich Palliativpatientin.

Zumindest nach einem Zettel zu urteilen, den ich irgendwann mal in die Hand gedrückt bekommen habe. Gesprochen hat damals kein Arzt, keine Ärztin mit mir. Ich habe den Zettel gelesen und nicht verstanden, was das mit mir zu tun hat. Ich hatte eine völlig andere Vorstellung von palliativ und die traf und trifft bis heute nicht auf mich zu.

Natürlich unterhalte ich mich mit Ärzt:innen darüber, was das Ziel meiner Systemtherapie ist: stabil bleiben.

Und meine wundervollen Strahlenärzt:innen schreiben immer in den Arztbrief: Lokal kurativer Ansatz. Ich liebe diese Bezeichnung. Denn genau, lokal kann ich immer noch geheilt werden. Nur eben der ganze Körper nicht mehr.

Aber ich nehm es ja eh, wie es kommt, einen Schritt nach dem anderen. Die letzte Bauchmetastase ist raus. Bis Dienstag fühle ich mich noch tumorfrei. Und wenn dann was neues in der Bildgebung gefunden wird, hoffe ich einfach auf einen weiteren lokal kurativen Ansatz. Oder eben auf die nächste stabile Phase.

So habe ich mir mein "palliativ sein" selbst erarbeitet und für mich die richtigen Worte gefunden. Ich hätte aber gerne Ärzt:innen oder Psychoonkolog:innen gehabt, die mich damals dabei unterstützt hätten.
Und du?

16/02/2026

Ich freue mich oft nur noch leise!

Mein Leben mit Krebs hat mich zu einer kleinen Zweiflerin werden lassen. Zu oft habe ich mich über Tumorfreiheit gefreut. Zu oft war das dann ein Fehler. Wie letzten Dezember, als die Bauchwandmetastase übersehen wurde.

Am schlimmsten war aber tatsächlich der Fehler vor 8 Jahren, als es kurz so aussah, als hätte ich meine metastasierte Leberkrebserkrankung überstanden. Anderthalb Wochen war ich sooo glücklich! Danach war mir klar, dass ich chronisch krank bin und bleibe.

Aber weisst du was? Ich habe in den letzten Jahren gelernt, dass ich kein "geheilt" brauche, um glücklich zu sein. Das geht tatsächlich auch metastasiert. Wie? Das erzähle ich dir hier auf meinem Profil.

Erzähle du mir gern auch von dir ❤️

15/02/2026

Ich muss mein Kind härter erziehen!

Das war die Antwort vieler "Expert:innen"auf mein Hilfegesuch für meine Tochter. Ich sah ihr Leid, ihre Verzweiflung und ihre Wut auf dieses harte Leben mit meinem Krebs, aber keiner wollte uns helfen.

Die Psychologin sah keinen Handlungsbedarf. In ihrem Bericht stand, mir fehle es einfach nur an kosequenten Erziehungsmethoden.

Eine Heilpädagogin vermutete Autismus und bezweifelte die Schulfähigkeit meiner Tochter.

Eine Grundschullehrerin empfahl die Förderschule aufgrund der geistig verzögerten Entwicklung. (Theda ist mittlerweile Gymnasiastin mit 2er Durchschnitt!)

Eine Hortnerin fragte, warum ich nicht strenger sei.

Alle wussten von der Schwere meiner Erkrankung. Und alle stellten den Entwicklungsstand meiner Tochter in Frage. Niemand schaute auf ihre Kinderseele und half. Du kannst dir sicher vorstellen, wie verzweifelt ich war. Wie viel Scham und Wut auf das System ich mit mir trug.

Theda hat jetzt eine posttraumatische Belastungsstörung. Und sie hat jetzt endlich ganz viel Unterstützung an ihrer Seite. Ich wünschte, das wäre früher passiert!

14/02/2026

Dating als metastasierte Frau, wie soll das denn funktionieren?

Wird mich überhaupt jemand sexy finden mit so vielen Narben? Oder wenn ich aufgrund der Nebenwirkungen mit Übelkeit und Durchfall ständig auf dem Klo sitze? Wie geht mein Gegenüber damit um, dass ich häufiger Sofa-Abende brauche als Bar-Nächte?

Kann er sich auf das Thema Tod einlassen, wenn doch eigentlich die Schmetterlinge im Bauch tanzen?

Ja, all das ist möglich, denn ich bin mehr als meine Erkrankung! Ich bin die, die mit Sebastian jeden Science fiction Film schaut, der ins Kino kommt. Ich bin die, die ständig rumalbert, aber abends im Bett aus Physikbüchern vorliest. Ich kann aus tiefstem Herzen lieben und mit all meiner Lebensfreude Menschen begeistern. Ich habe eine Welt voller Abenteuer zu bieten. Ich bin liebens- und begehrenswert.

Es ist falsch, Sebastian dafür zu bewundern, dass er "trotz alledem" an meiner Seite geblieben ist. Denn das ist kein bewundernswerter Akt, keine Aufopferung. Dankbar bin ich ihm trotzdem.

Was wir stattdessen bewundern dürfen, ist das Leben, dass uns auch in dunklen Zeiten so viel Licht und Liebe schenkt, wenn wir es zulassen.

"Die Liebe erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf" (1. Korinther)

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